moodgym ist Fitness für die Stimmung

Um ihre Muskeln zu trainieren gehen viele Menschen ins Gym. moodgym ist sozusagen ein virtuelles Fitnessstudio, in dem man seine Psyche aufbauen und trainieren kann.

Was ist moodgym und für wen ist es geeignet?

moodgym zählt zu den internetbasierten Selbstmanagementprogrammen. Es ist ein interaktives Trainingsprogramm, das eine ergänzende Hilfe zur Selbsthilfe bietet.

moodgym ist für Menschen mit leichter depressiver Symptomatik geeignet. Aber Menschen, die einer depressiven Erkrankung vorbeugen möchten, können ebenfalls davon profitieren.

Das Programm behandelt Themen wie den Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen, Beziehungsprobleme, Stressbewältigung und vermittelt Entspannungstechniken. Zudem gibt zahlreiche Übungen und Selbsttests für das individuelle Training.

Für wen ist moodgym nicht geeignet?

moodgym bietet keinen Ansprechpartner auf persönlicher Ebene, wie es mit einem Therapeuten möglich ist. moodgym ist nicht zur Diagnostik von Depressionen geeignet, weist den Nutzer aber ab einer bestimmten Symptomschwere darauf hin, dass fachärztliche oder psychotherapeutische Beratung und Behandlung notwendig sein können.

Das Online-Programm ist explizit nicht zur Behandlung von klinischen Depressionen oder Angststörungen konzipiert und ersetzt keinen Arztbesuch. Die Behandlung der Krankheit Depression gehört immer in die Hände von Experten. moodgym kann aber ergänzend zu einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden.

So funktioniert moodgym

moodgym beruht auf grundlegenden Methoden und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie, einem anerkannten Verfahren für Depressionen. Dadurch erhalten Nutzer Hilfe zur Selbsthilfe sowie nützliche Tipps und Anregungen für einen besseren Umgang mit psychischen Belastungen.

Das Programm besteht aus 5 interaktiven Übungsblöcken, in denen die Wahrnehmung trainiert wird und ein neues Verhalten erlernt werden kann.

  1. Gefühle
  2. Gedanken
  3. Alternative Gedanken entwickeln
  4. Weg mit dem Stress
  5. Beziehungen

Besonders praktisch: Die Ergebnisse und Antworten in den interaktiven Fragebögen und zu den Wissensfragen kann man in einem persönlichen Arbeitsbuch speichern.

Ziel des Programms ist es, durch die Übungen negative Gedankenmuster zu erkennen und durch neue positive zu ersetzen, indem man sich selbständig durch das Programm arbeitet. Man kann die einzelnen Bausteine so lange und intensiv bearbeiten wie man möchte. Wichtig ist, dass man die Erkenntnisse und Übungen im Alltag auch ausprobiert und regelmäßig trainiert. Denn wie in der Muckibude ist es auch bei diesem Training: Nur das regelmäßige Training kann zum gewünschten Erfolg führen. Und: Veränderung braucht eben ihre Zeit!

Hintergrund zu moodgym

Das Programm wurde ursprünglich von australischen Wissenschaftlern entwickelt. moodgym ist gewissermaßen ein Fitnesstraining für die Stimmung. Inzwischen nutzen das Angebot mehr als 1 Mio. Nutzer weltweit! Von der Uni Leipzig wurde moodgym gemeinsam mit der AOK für den deutschen Raum angepasst.

Ist moodgym wissenschaftlich evaluiert?

Im Bereich der internetbasierten Selbstmanagementprogramme gehört moodgym international zu den bekanntesten und am meisten evaluierten Programmen.

Aktuell wurden auch die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie, an der 647 Patienten aus 112 deutschen Hausarztpraxen in Mitteldeutschland teilnahmen, im Journal of Affective Disorders veröffentlicht: Patienten, die moodgym zusätzlich zur üblichen hausärztlichen Behandlung nutzen, hatten nach sechs Wochen sowie nach sechs Monaten einen stärkeren Rückgang depressiver Symptome gezeigt als Patienten der Kontrollgruppe ohne das Selbsthilfe-Tool.

Wie sicher ist das Programm was kostet es?

Das Programm unterliegt den strengen Datenschutzregelungen der EU. Die Nutzung ist anonym. Zur Registrierung ist lediglich ein selbstgewählter Nickname und ein Passwort notwendig. Klarnamen oder E-Mail-Adressen werden nicht benötigt.

moodgym steht kostenfrei zur Verfügung und ist zeitlich unbegrenzt nutzbar. Die AOK ermöglicht durch finazielle Unterstützung die deutsche Version. Den australischen Wissenschaftlern, das Tool ursprünglich entwickelt haben, liegt es besonders am Herzen, dass jeder Mensch das Programm für sich frei verwenden kann.

Mein Fazit

moodgym ist aus meiner Sicht ein sehr interessantes niedrigschwelliges Angebot, weil es einfach und jederzeit einsetzbar ist. Das Programm ist dadurch in der haus- wie fachärztlichen Versorgung eine hilfreiche Ergänzung.

moodgym kann aber auch dabei helfen, die nach wie vor sehr langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu überbrücken. Denn laut einem Flyer der AOK ist moodgym auch sicher, weil das Programm die Nutzer ab einer bestimmten Symptomschwere auffordert, eine fachärztliche oder psychotherapeutische Beratung aufzusuchen. Zudem weist moodgym auf weitere Experten für seelische Gesundheit im deutschen Versorgungssystem sowie auf akute Hilfsangebote bei Suizidalität hin.

Ebefalls interessant mein Beitrag über Selfapy, ein anderes von Psychologen begleitetes Online-Selbsthilfeprogramm.

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Tschakka! Kata bringt Bewegung in den Markt der Gesundheits-Apps

Mit der App Kata befindet sich eine völlig neuartige Gesundheits-App für Patienten mit pneumologischen Krankheiten in der Entwicklung. Mit ihr soll die Therapie von chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD effektiver und die Adhärenz gesteigert werden. Dabei sticht die App in ihrer Programmierung technologisch absolut aus dem Wust an Gesundheits-Apps heraus.

Das Münchener Start-up VisionHealth entwickelt mit Kata eine Gesundheits-App, die den Anspruch hat, die Behandlung von Patienten mit einer chronischen Krankheit um ein Vielfaches effektiver zu machen und die Therapietreue zu steigern. So weit so gut, das wollen ja im Grunde viele Gesundheits-Apps. Aber Kata ist eine echte Innovation!

Hintergrund für den Bedarf der Gesundheits-App Kata

  1. In den letzten Jahren haben fast alle Lungenerkrankungen weiter zugenommen. Die Entwicklung ist bei der COPD (eine Kranheit mit chronisch engen Atemwegen, auch chronische Bronchitis genannt) dabei besonders dramatisch. Experten gehen davon aus, dass von den über 40-Jährigen in Deutschland etwa zehn bis zwölf Prozent von COPD betroffen sind. Tendenz steigend! Man schätzt, dass die Erkrankung bis zum Jahr 2020 weltweit den dritten Platz unter den häufigsten zum Tode führenden Krankheiten einnehmen wird.
  2. Bei der medikamentösen Behandlung von COPD ist es entscheidend, dass die Wirkstoffe auch genau da ankommen, wo sie gebraucht werden, nämlich in den verengten Atemwegen. Daher werden in der Therapie dieser Erkrankung die Wirkstoffe bevorzugt mit Hilfe von Inhalatoren eingeatmet. Doch was so einfach klingt, erweist sich in der Praxis als eklatantes Problem. Es gibt nämlich viele verschiedene Geräte zum Inhalieren, die sich in ihrer Handhabung teils erheblich unterscheiden. Patienten müssen für jedes Gerät individuell und aufwändig geschult werden. Aber auch dann ist die korrekte Anwendung durch den Patienten nicht immer gewährleistet. Im Alltag treten einer Studie zufolge Anwendungsfehler bei bis zu 50 Prozent der Patienten auf – und das unabhängig vom Inhalationssystem. Und genau dafür bietet Kata künftig eine absolut innovative Lösung.
Leger gekleidete Frau mit Inhaltionsgerät vor weißem Hintergrund
© VisionHealth GmbH

Was ist das Besondere an Kata?

Kata ist die erste Lösung, die Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung wie COPD oder auch Asthma ein kontinuierliches App-basierten Inhalationstraining bietet. Die App leitet den Nutzer an, misst die aufgenommene Menge des Wirkstoffs, erinnert an Anwendungen, analysiert den Gebrauch und gibt Rückmeldung, um Inhalationstechnik und Adhärenz zu verbessern.

© VisionHealth GmbH
© VisionHealth GmbH

Das Besondere an Kata ist, dass diese App in technologischer Hinsicht etwas ermöglicht, das derzeit keine andere Gesundheits-App bietet.

Mithilfe von Augmented Reality (AR), einer visuell erweiterten Realität, soll dem Nutzer ein Feedback zur korrekten Handhabung beim Inhalieren gegeben werden, indem das eigene Kamerabild durch virtuelle Elemente ergänzt wird. Sie werden in die tatsächliche Welt des Anwenders projiziert, was es der App ermöglicht, konkrete und auf den Nutzer angepasste Hinweise zur Optimierung des Inhalationsvorgangs zu geben.

Dank künstlicher Intelligenz (KI bzw. AI für Artrifical Intelligence) kann das Verhalten der App-Nutzer interpretiert werden, ohne dass ein medizinischer Experte dabei vor Ort oder per Ferndiagnose unterstützen muss.

Neben der Technik des Maschinenlernen (Machine Learning), wodurch die App mit Hilfe von Algorithmen Muster im Inhalationsverhalten der App-Nutzer erkennen und interpretieren kann, beherrscht Kata auch maschinelles Sehen (Computer Vision). Dies ermöglicht Objekterkennung (z. B. für Inhalatoren) sowie Wahrnehmung und Interpretation von Bewegungen (z. B. für das Schütteln des Inhalators). Dies und viele weitere Parameter werden von Kata erfasst und fließen in verschiedene Funktionen der App ein.

Inhalationstraining und Adhärenz-Management

Als erstes wird der Inhalationstrainier für sogenannte Dosieraerosole entwickelt. Über die Zeit werden dann immer mehr Trainings für weitere Geräte in der App verfügbar sein.

Zusätzlich steht neben einer ganzen Sammlung an Informationen rund ums Thema Inhalationstherapie und einem Schulungsvorgang zur korrekten Inhalation auch ein Inhalations-Tagebuch zur Verfügung. Darin werden durch aktuelle Werte und Statistiken über mehrere Tage bzw. Wochen wertvolle Verlaufsinformationen festgehalten. Wenn gewünscht, können die eigenen Werte mit Angehörigen geteilt werden.  Oder man nutzt die Erinnerungsfunktion, damit zum Beispiel auf dem Weg in den Urlaub das Notfallspray nicht vergessen wird.

Langfristig wird Kata sogar in der Lage sein, die Anzeichen von Exazerbationen zu erkennen. Das ist klinisch höchst relevant, da eine Exazerbation (eine akute massive Verschlechterung) häufig eine stationäre Behandlung erforderlich macht, für den weiteren Krankheitsverlauf sehr ungünstig und u. U. sogar lebensbedrohlich ist. Durch eine frühzeitige Intervention kann das Risiko für Exazerbationen reduziert werden.

Wann wird es Kata im App-Store geben?

Ende Juli wird in Zusammenarbeit mit einer Patientenorganisation dazu der aktuelle Prototyp durch bis zu 10 Patienten getestet. Danach wird die App weiter optimiert. Die VisionHealth GmbH plant, Kata noch in diesem Jahr zu veröffentlichen.

Kleiner Exkurs – was bedeutet Kata eigentlich?

Kata bezeichnet in der Programmierung eine kleine, abgeschlossene Übung. Der Name rührt aus den japanischen Kampfkünsten und betont die Bedeutung von Praxis und häufiger Wiederholung für das Lernen. Eine Kata hat nicht nur eine Lösung des gestellten Problems, sondern soll auf verschiedene Arten und mit unterschiedlichen Techniken implementiert werden. Somit vereinheitlicht die App Kata das Thema Programmierung mit Therapie und Schulung als App-Lösung mit integrativen Lösungsansätzen, sie wird also eine persönliche Therapie-Assistentin für Patienten sein.

Mein Fazit

Diese App ist für mich ein absoluter Vorreiter in Sachen Gesundheits-Apps. Durch die Kombination der beschriebenen technologischen Funktionen, trifft Kata nicht nur zu 100 Prozent den Zeitgeist des Gesundheitsmarktes sondern auch den der App-Entwicklung generell.

Aber was für Ärzte und Patienten das Wichtigste ist:

Kata hat das Potenzial, die Effektivität der Behandlung chronischer Krankheiten wie Asthma und COPD zu steigern. Denn auch der beste Wirkstoff kann nicht wirken, wenn das Inhalationsgerät nicht richtig angewendet wird. Wenn Kata dann auch noch eine Art „Frühwarnsystem“ für Exazerbationen, die lebensbedrohlich sein können und den weiteren Verlauf der Erkrankung maßgeblich mitbestimmen, beinhaltet, wäre das ein echter Gewinn für alle Beteiligten.

Mehr über Kata.

Kata ist übrigens nicht zu verwechseln mit Kaia, eine App die zwar auch KI beeinhaltet aber gegen Rückenschmerzen eingesetzt wird, und über die wir auch schon berichtet haben.

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Fußulzera: Fußmatte entdeckt Rezidive?

Wie kann eine Fußmatte Fußulzera erkennen? Und was ist an dieser speziellen Fußmatte der Firma Podimetrics so besonders, dass wir hier darüber berichten? Kurz: es ist eine wirkliche Innovation, die die Morbidität bei Hochrisiko-Patienten reduzieren kann.

Diabetes mellitus & Fußulzera

Menschen mit Diabetes haben im Allgemeinen ein erhöhtes Risiko auf Verletzungen des Fußes. Neben der Amputation ist ein Fußgeschwür (Ulcus) die schwerwiegendste Folge einer Verletzung. Patienten mit einem abgeheilten plantaren – also die Sohlenfläche des Fußes betreffenden – Ulcus, haben außerdem ein extrem hohes Risiko für Rezidive. Selbst bei guter Versorgung mit passendem Schuhwerk und regelmäßiger professioneller Podologie. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft geht von jährlich ca. 50.000 Amputationen infolge eines diabetischen Fußsyndroms aus (Quelle: DDG).

Risiko Fußulzera

Fußulzera können, bei verzögerter oder ineffektiver Therapie, die Amputation der gesamten Extremität zur Folge haben. Häufige Kontrollen der Sohlentemperatur mittels einer speziellen Fußmatte könnten die Prävention deutlich verbessern. Dabei wird die Temperatur des betroffenen Fußes mit der des nicht betroffenen Fußes verglichen. Weicht die Differenz um mehr als 2,2° Celsius ab, ist dringend Vorsorge geboten.

Mobile Fußmatte macht Prophylaxe möglich

Man weiß, dass die Fußtemperatur im Mittel bereits fünf Wochen vor Auftreten eines Ulcus ansteigt. Bliebe also genügend Zeit, um die Prophylaxe zu optimieren. Bisherige Methoden waren jedoch umständlich und haben sich daher nicht wirklich durchgesetzt.

Die Firma Podimetrics hat nun eine Fußmatte entwickelt, die den Patienten für mehrmalige wöchentliche Messungen mit nach Hause gegeben werden kann.

PodimetricsMatTM macht´s möglich

Fußulzera_HealthcareHeidi_01Die PodimetricsMatTM ist eine Schaumstoffmatte ausgestattet mit 2.000 Sensoren. Das System ermittelt in Sekundenschnelle lückenlos die Temperatur beider Fußsohlen und leitet die gemessenen Werte sofort an das betreuende medizinische Fachpersonal weiter.

Die Qualität der Fußmessung mit der PodimetricsMatTM Technologie wurde in einer Studie an 129 Diabetes-Patienten mit Fußulzera ermittelt*. Bei insgesamt 37 Patienten traten Rezidive auf, die im Mittel von 37 Tagen, bevor sie sich ausbildeten, diagnostiziert werden konnten.

Mein Fazit

Laut den Studienergebnissen wurde die Methode gut angenommen. Fachärzte wie Prof. Spraul vom Diabetes-Zentrum-Rheine halten die PodimetricsMatTM Fußmatte für eine außerordentlich wichtige Innovation, um die erhebliche Morbidität bei Hochrisiko-Patienten zu reduzieren. Bleibt zu hoffen, dass IQWiG und GBA dies genauso sehen und eine rasche Kostenerstattung ermöglichen.

Fußulzera_HealthcareHeidi_02


*Frykberg et.al, Feasibility and Efficacy of a Smart Mat Technology to Predict Development of Diabetic Plantar Ulcers; Diabetes Care 2017 Jul; 40(7): 973-980

www.podimetrics.com/

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Sturzprävention per App

Rund 17 Mio. Menschen in Deutschland sind älter als 65. Über 30 Prozent davon stürzen mindestens ein Mal im Jahr, bei den über 80-Jährigen sogar jeder zweite. In 11.702 Fällen enden die Stürze zudem tödlich. Dagegen will das Berliner Startup Lindera mit der SturzApp etwas unternehmen.

Ein folgenschwerer Sturz, wenn er im häuslichen Umfeld passiert, ist in erster Linie für die Betroffenen und deren Angehörige ein dramatisches Ereignis. Sturzprävention ist aber auch für Fachkräfte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen ein höchst relevantes Thema. Und nicht zuletzt haben natürlich auch Krankenkassen an der Prävention von Stürzen ein sehr hohes Interesse, da Stürze jährlich Behandlungskosten in Höhe von rund 2 Mrd. Euro verursachen. Da aufgrund der demografischen Entwicklung Deutschland mehr und mehr zu einem „Land der Alten“ wird, ist davon auszugehen, dass sowohl die Zahl der Stürze als auch die Behandlungskosten künftig weiter steigen werden.

Diesem Trend möchte ein junges Start-Up aus Berlin entgegenwirken. Lindera hat in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité eine App zur Sturzprävention entwickelt.

Icon Sturzanalyse
© Lindera GmbH

Die SturzApp ist ein Mobilitätstest, der wie folgt funktioniert: Mithilfe einer weiteren Person muss zunächst ein kurzes Video aufgenommen werden, das den Nutzer beim Aufstehen von einem Stuhl sowie beim Laufen zeigt. Im Anschluss muss noch ein Fragebogen zur Wohnsituation, der aktuellen Medikation, zur Persönlichkeit und Wahrnehmung ausgefüllt werden. Anhand dieser Daten errechnet ein Algorithmus das jeweilige Sturzrisiko. Und die App schlägt dem Nutzer individuell auf sein Risikoprofil angepasste Maßnahmen zur Sturzprävention vor. Das können zum Beispiel das Anbringen von Haltegriffen und bewegungsgesteuerter Beleuchtung in der Wohnung sein, genauso wie Übungen, die helfen sollen, Stürze besser auffangen zu können. Außerdem ist es möglich, das Ergebnis des Mobilitätstests direkt mit dem Arzt oder der Pflegkraft zu teilen.

 

Wie einfach der Mobilitätstest durchzuführen ist, zeigt dieses Video:

Die SturzApp war bereits bei der AOK Nordost im Einsatz, wo sie erfolgreich im (Pflege-)Alltag erprobt und weiterentwickelt wurde. Auch für weitere Pilotprojekte sei man offen, so Lindera Gründerin und CEO Diana Heinrichs. Man wolle sich schließlich in Deutschland auf dem Healthcaremarkt etablieren. Ihr Motto dabei:

Prävention heißt vom Stuhl aufstehen und loslaufen – so wie es die Geriatrie seit Jahrzehnten erprobt hat.“, so Diana Heinrichs, Gründerin und CEO von Lindera.

Mein Fazit:

Zwar steht die SturzApp noch am Anfang, dennoch verspricht sie schon jetzt zahlreiche Vorteile sowohl für Patienten, Ärzte und Pfleger als auch für die Krankenkassen. Im besten Fall senkt sie nicht nur das Sturzrisiko, sondern auch den Pflegeaufwand und folgend auch die Behandlungskosten. Wie wirksam die App tatsächlich ist, wird sich in Studien zeigen. Falls sie hält, was sie verspricht, ist dem Lindera Team der Erfolg sicher. Wir drücken auf alle Fälle die Daumen.

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