Telemedizin-Projekt „MS bewegt!“

Bewegung und Sport haben erwiesenermaßen zahlreiche positive Effekte auf Körper und Psyche. Auch an Multiple Sklerose Erkrankte profitieren von körperlicher Aktivität in punkto Funktionsfähigkeit und Lebensqualität, das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Ziel eines noch ganz jungen Projekts namens „MS bewegt!“ ist es, Menschen mit MS mithilfe eines individuellen Online-Trainings in Bewegung zu bringen.

Das Projekt „MS bewegt!“

Bei „MS bewegt!“ handelt es sich um ein Projekt, das die Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. (AMSEL), die Techniker Krankenkasse in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen (ZTM) und dem Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, gestartet haben.

So funktioniert „MS bewegt!“

Infografik "MS bewegt!"
© ZTM Bad Kissingen

Aktuell wird dafür eine spezielle und individuell betreute Online-Plattform entwickelt. Die Probanden werden mit einer handelsüblichen intelligenten Uhr (Smartwatch) ausgestattet. Die darin enthaltenden Sensoren erfassen die Bewegungsdaten der Patienten, die anschließend auf der Plattform mithilfe einges entwickelter Algorithmen ausgewertet werden.

Über eine App, die sich derzeit allerdings auch noch in der Entwicklung befindet, können später qualifizierte Bewegungstherapeuten den Nutzern eine auf den jeweiligen Bedarf abgestimmte Empfehlung zu Art und Umfang der geeigneten Aktivitäten abgeben. Das ermöglicht erstmals ein ganz individuelles bedürfnisorientiertes Training.

Sowohl für die Patienten-App als auch für die Algorithmen zur Mobilitätsanalyse ist das ZKM zuständig.

Finanziell unterstützt wird das Projekt mit Mitteln aus der Selbsthilfeförderung.

Fazit zu „MS bewegt!“

Die MS-bedingten körperlichen Einschränkungen sind individuell sehr unterschiedlich. Das Besondere an diesem Telemedizin-Projekt ist: Es berücksichtigt erstmals diese Unterschiede in einem Trainingsprogramm für MS-Patienten.

Aktuell befindet sich das Projekt noch am Anfang. Aber nach Beendigung der dreijährigen Projektphase – also voraussichtlich ab Ende 2020 – steht „MS-bewegt!“ zusammen mit den erforderlichen Anbindungen MS-Patienten zur Verfügung.

Weitere Informationen erhalten Interessierte aber schon jetzt bei der AMSEL oder der DMSG.

Dass Telemedizin in Deutschland eindeutig auf dem Vormarsch ist, hat sich nicht zuletzt bei der MEDICA gezeigt.

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Herzklappen aus dem Drucker – hört sich nach Scifi an?

Herzklappen aus dem 3D-Drucker – klingt verrückt, ist aber so!

Vier Verbundpartner arbeiten gemeinsam an einem vom  BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Forschungsprojekt und entwickeln die Herzklappen der Zukunft. Diese kommen nämlich irgendwann aus einem 3D-Drucker.

Das wichtigste Werkzeug eines Herzchirurgs sind seine Hände.  Das Fingerspitzengefühl der Chirurgen rettet vielen Menschen täglich das Leben. Ärzte tasten, fühle, schneiden, nähen, spritzen und das alles mit ihren Händen. Wie cool wäre es dann erst für Chirurgen, wenn sie vor der OP, die Herzklappen ihrer Patienten als 3D-Modell anfassen können, um sich damit auf den Eingriff vorzubereiten?

Herzklappen der Zukunft.

Die Herzklappen der Zukunft sollen aus 3D-Druckern hergestellt werden und zwar in Form von haptischen Kunststoff-Modellen. Um diese Zukunftsvision in die Realität umsetzten zu können, arbeitet seit 2016 ein interdisziplinäres Team zusammen:

Gemeinsam arbeiten die oben genannten Unternehmen und universitären Einrichtungen an der Vision der 3D-Herzklappe. Diese soll relativ schnell „ausgedruckt“ werden können. So erhält man ein Planungsmodell, mit dem sich der Chirurg ideal auf die Durchführung der bevorstehenden Operation vorbereiten kann. Des Weiteren erwartete sich das Team auch bessere Therapieergebnisse durch die neuartige Herstellung der Herzklappen.

„Der plastische 3D-Druck der Herzklappe hat etwas Magisches – ich schaue damit quasi in die Zukunft, indem ich die individuelle Herzklappe meines Patienten schon in der Hand halte, bevor ich mit der Operation beginne“, so der Herzchirurg Prof. Dr. Ralf Sodian. [1]

Herzklappen aus dem Drucker_Healthcare Heidi_01

Hand aufs Herz

Seien wir mal ehrlich. 3D-Drucke sind schon seit Jahren keine Science-Fiction mehr. In immer mehr Bereichen findet der 3D-Druck seine Anwendung. Wenn man auf Basis eines Ultraschallbildes in Zukunft 3D-Modelle drucken kann, mit denen sich Herzchirurgen auch haptisch besser auf die OP vorbereiten können, warum denn nicht? So lässt sich die Anatomie des Herzens viel leichter verstehen und veranschaulichen und wer weiß, vielleicht werden so in Zukunft noch viel mehr Menschenleben gerettet.

Mein Fazit

Da ich als kleines Mädchen schon immer den Traum hatte Ärztin zu werden, finde ich das 3D-Modell der Herzklappe eine richtig coole Sache! Ich bin gespannt wann es soweit ist, dass die Teile vor allen Herzklappen-OPs als Vorbereitungsmodell für die Ärzte erstellt werden.

 

[1] Schäfer, Kathrin: „Individuelle Herzklappenmodelle aus dem 3D-Drucker“, unter https://www.devicemed.de/individuelle-herzklappenmodelle-aus-dem-3d-drucker-a-604605/ (abgerufen am 18.04.2018)

Anmerkung: Foto Tomtec, [1]

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Miniroboter platziert gezielt Medikamente

Ein Miniroboter zum Schlucken, der gezielt Medikamente im menschlichen Körper platziert? Als ich diese Nachricht des Stuttgarter Max-Planck-Instituts gelesen habe dachte ich „Okay, das Teil erinnert mich irgendwie an ein Blutegel, aber spannend ist das“. Und wollte es genauer wissen.

Der Miniroboter  & seine Eigenschaften

Gerade mal 4mm groß, kabellos und extrem beweglich. Der magnetisch gesteuerte Miniroboter kann schwimmen, springen, rollen, laufen, im Kreis gehen und sich über Spalten hinwegbewegen. Seinen Fortbewegungsmodus kann er einfach ändern. Außerdem hebt er Lasten auf, transportiert sie und legt sie an anderer Stelle wieder ab. Und bringt so die Medikamente im menschlichen Körper genau da hin, wo sie gebraucht werden.

Max Planck Institute for Intelligent Systems

Weil er so klein ist, nennen ihn die Forscher des Max-Planck-Instituts übrigens auch Milliroboter oder – fast schon liebevoll – Millibot.

Die Optik

Im Ruhezustand ist der Roboter flach wie ein rechteckiges Blatt Papier. Das Material, aus dem er hergestellt wird, ist leicht und elastisch.

Gesteuert wird er  von außen über ein Magnetfeld. Denn in der Materialschicht sind magnetische Partikel eingebettet. Auf diese Weise kann von außen die Form verändert und der Roboter bewegt werden. So umgeht er dann Hindernisse, krabbelt durch dünne Röhren oder schwimmt durch Flüssigkeiten.

Inspiration holten sich die Forscher übrigens tatsächlich aus der Natur: Käferlarven und Raupen standen Modell. Mein erster Gedanke war also nicht ganz so abwegig.

Ausblick

Im ersten Schritt wird der  Miniroboter für Untersuchungen des Magens optimiert. Getestet wurde er bereits an künstlichen Mägen aus Silikon und echten Schweinemägen. Als nächstes soll er am Menschen getestet werden. Das Ziel ist, geringe Mengen an Medikamenten gezielt dosieren zu können – zum Beispiel bei Entzündungen im Magen und Darm oder bei einzelnen Tumoren. Damit müssten die Medikamente nicht erst durch den Verdauungstrakt, bevor sie dort wirken können, wo sie wirken sollen.

Mein Fazit

Die Miniroboter können helfen, sehr viel gezielter kleine Wirkstoffmengen direkt an Ort und Stelle frei zusetzen. Denkbar ist auch, dass sie im Körper verweilen, um eine Entzündung oder einen Tumor über längere Zeit zu behandeln. Das wäre ein echter Vorteil für chronisch oder schwer kranke Patienten und würde deren mentale Belastung sicher reduzieren.

Im Januar hatte ich übrigens bereits über die Schluckbare Pillenbox berichtet. Ein in gewisser Weise ähnlicher Therapieansatz für Menschen mit Multimedikation in Dauertherapie.


Max Planck Institute for Intelligent Systems

Fachartikel Nature International Journal of Science

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