moodgym ist Fitness für die Stimmung

Um ihre Muskeln zu trainieren gehen viele Menschen ins Gym. moodgym ist sozusagen ein virtuelles Fitnessstudio, in dem man seine Psyche aufbauen und trainieren kann.

Was ist moodgym und für wen ist es geeignet?

moodgym zählt zu den internetbasierten Selbstmanagementprogrammen. Es ist ein interaktives Trainingsprogramm, das eine ergänzende Hilfe zur Selbsthilfe bietet.

moodgym ist für Menschen mit leichter depressiver Symptomatik geeignet. Aber Menschen, die einer depressiven Erkrankung vorbeugen möchten, können ebenfalls davon profitieren.

Das Programm behandelt Themen wie den Zusammenhang von Gedanken und Gefühlen, Beziehungsprobleme, Stressbewältigung und vermittelt Entspannungstechniken. Zudem gibt zahlreiche Übungen und Selbsttests für das individuelle Training.

Für wen ist moodgym nicht geeignet?

moodgym bietet keinen Ansprechpartner auf persönlicher Ebene, wie es mit einem Therapeuten möglich ist. moodgym ist nicht zur Diagnostik von Depressionen geeignet, weist den Nutzer aber ab einer bestimmten Symptomschwere darauf hin, dass fachärztliche oder psychotherapeutische Beratung und Behandlung notwendig sein können.

Das Online-Programm ist explizit nicht zur Behandlung von klinischen Depressionen oder Angststörungen konzipiert und ersetzt keinen Arztbesuch. Die Behandlung der Krankheit Depression gehört immer in die Hände von Experten. moodgym kann aber ergänzend zu einer ärztlichen oder psychotherapeutischen Behandlung eingesetzt werden.

So funktioniert moodgym

moodgym beruht auf grundlegenden Methoden und Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie, einem anerkannten Verfahren für Depressionen. Dadurch erhalten Nutzer Hilfe zur Selbsthilfe sowie nützliche Tipps und Anregungen für einen besseren Umgang mit psychischen Belastungen.

Das Programm besteht aus 5 interaktiven Übungsblöcken, in denen die Wahrnehmung trainiert wird und ein neues Verhalten erlernt werden kann.

  1. Gefühle
  2. Gedanken
  3. Alternative Gedanken entwickeln
  4. Weg mit dem Stress
  5. Beziehungen

Besonders praktisch: Die Ergebnisse und Antworten in den interaktiven Fragebögen und zu den Wissensfragen kann man in einem persönlichen Arbeitsbuch speichern.

Ziel des Programms ist es, durch die Übungen negative Gedankenmuster zu erkennen und durch neue positive zu ersetzen, indem man sich selbständig durch das Programm arbeitet. Man kann die einzelnen Bausteine so lange und intensiv bearbeiten wie man möchte. Wichtig ist, dass man die Erkenntnisse und Übungen im Alltag auch ausprobiert und regelmäßig trainiert. Denn wie in der Muckibude ist es auch bei diesem Training: Nur das regelmäßige Training kann zum gewünschten Erfolg führen. Und: Veränderung braucht eben ihre Zeit!

Hintergrund zu moodgym

Das Programm wurde ursprünglich von australischen Wissenschaftlern entwickelt. moodgym ist gewissermaßen ein Fitnesstraining für die Stimmung. Inzwischen nutzen das Angebot mehr als 1 Mio. Nutzer weltweit! Von der Uni Leipzig wurde moodgym gemeinsam mit der AOK für den deutschen Raum angepasst.

Ist moodgym wissenschaftlich evaluiert?

Im Bereich der internetbasierten Selbstmanagementprogramme gehört moodgym international zu den bekanntesten und am meisten evaluierten Programmen.

Aktuell wurden auch die Ergebnisse einer randomisierten kontrollierten Studie, an der 647 Patienten aus 112 deutschen Hausarztpraxen in Mitteldeutschland teilnahmen, im Journal of Affective Disorders veröffentlicht: Patienten, die moodgym zusätzlich zur üblichen hausärztlichen Behandlung nutzen, hatten nach sechs Wochen sowie nach sechs Monaten einen stärkeren Rückgang depressiver Symptome gezeigt als Patienten der Kontrollgruppe ohne das Selbsthilfe-Tool.

Wie sicher ist das Programm was kostet es?

Das Programm unterliegt den strengen Datenschutzregelungen der EU. Die Nutzung ist anonym. Zur Registrierung ist lediglich ein selbstgewählter Nickname und ein Passwort notwendig. Klarnamen oder E-Mail-Adressen werden nicht benötigt.

moodgym steht kostenfrei zur Verfügung und ist zeitlich unbegrenzt nutzbar. Die AOK ermöglicht durch finazielle Unterstützung die deutsche Version. Den australischen Wissenschaftlern, das Tool ursprünglich entwickelt haben, liegt es besonders am Herzen, dass jeder Mensch das Programm für sich frei verwenden kann.

Mein Fazit

moodgym ist aus meiner Sicht ein sehr interessantes niedrigschwelliges Angebot, weil es einfach und jederzeit einsetzbar ist. Das Programm ist dadurch in der haus- wie fachärztlichen Versorgung eine hilfreiche Ergänzung.

moodgym kann aber auch dabei helfen, die nach wie vor sehr langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz zu überbrücken. Denn laut einem Flyer der AOK ist moodgym auch sicher, weil das Programm die Nutzer ab einer bestimmten Symptomschwere auffordert, eine fachärztliche oder psychotherapeutische Beratung aufzusuchen. Zudem weist moodgym auf weitere Experten für seelische Gesundheit im deutschen Versorgungssystem sowie auf akute Hilfsangebote bei Suizidalität hin.

Ebefalls interessant mein Beitrag über Selfapy, ein anderes von Psychologen begleitetes Online-Selbsthilfeprogramm.

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Robotergestützte Therapie nach Schlaganfall – das Exoskelett

Roboterhand, Exosuit, Smarter Handschuh Rapael. Darüber haben wir in diesem Blog bereits berichtet. Die Links zu den Artikeln gibt es am Ende des Beitrags. Jetzt also wieder etwas Neues: ein mobiles Exoskelett, das speziell der robotergestützten Therapie des Oberkörpers nach Schlaganfall dienen soll. Schauen wir es uns einmal an.

Wer hat´s erfunden?

Wissenschaftler des Robotics Innovation Center des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Das DFKI entwickelt mobile Robotersysteme, die komplexe Aufgaben lösen können. Nicht nur für die Rehabilitation. Aber eben auch. Das Design der Systeme orientiert sich an Vorbildern aus der Natur. Die Projekte sind öffentlich gefördert oder im konkreten Auftrag der Industrie. Wie dieses Exoskelett. Das wurde in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen rehaworks entwickelt. Und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit knapp drei Millionen Euro gefördert.

Zum Exoskelett

Das hier vorgestellte Exoskelett dient der äußeren Unterstützung des menschlichen Bewegungsapparates. Der Patient oder eine dritte Person können zwischen drei verschiedenen Steuerungsmodi wählen.

  1. Durch die Bewegung des einen Armes bewegt sich der andere mit, d.h. er führt die exakt gleiche Bewegung aus wie der „gesunde“ Arm
  2. Ein Therapeut trainiert eine Bewegung durch Führung ein, das System führt sie danach selbstständig aus.
  3. Der Patient steuert das Exoskelett durch Rest-Muskelaktivität. Das Gerät misst dazu Elektromyograie-Signale. Daraus leitet es die Bewegungsabsicht ab und unterstützt den Patienten in seiner Bewegung intuitiv.

Ein Bild – in diesem Fall ein  Video – sagt mehr als tausend Worte. Deshalb fasse ich mich kurz und empfehle das nachfolgende Video:

Presseinformation des DFKI

Mein Fazit

Robotergesteuerte Unterstützungssysteme gewinnen in der Rehabilitation – wie man auch an den zahlreichen Berichten hier auf HealthcareHeidi sieht – immer mehr an Bedeutung. Im März habe ich an der Stelle auch über die Aufnahme eines solchen Exoskeletts in das Hilfsmittelverzeichnis berichtet (s. unten). Ich bin ganz ehrlich: ich finde es wichtig und richtig, dass es robotergestützte Systeme in der Therapie und Rehabilitation von Schlaganfall, inkompletter und kompletter Querschnittlähmung gibt. Und ich glaube auch daran, dass sie mittel- bis langfristig Erfolg bringen. Ob man seinen Alltag mit einem solchen System „gestaltet“ kann nur ein Betroffener wirklich beurteilen.


Exosuit verbessert Gangbild           Smarter Handschuh Rapael             Roboterhand für Gelähmte

Exoskelett in Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen

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Ungestört Schlafen bei obstruktiver Schlafapnoe (OSA)

Das Schlaftherapiesystem iNAP One soll Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe mit innovativer Technik bei einem ungestörten Schlaf unterstützen.

Zunächst: Was ist eine obstruktive Schlafapnoe?

Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist eine schlafbezogene Atmungsstörung, bei der es während des Schlafes wiederholt zu einem Kollaps des Rachenraumes kommt. Dies kann bis zu 100 Mal pro Nacht geschehen. Durch die Blockade der oberen Atemwege kommt es zu Atemaussetzern und einer Sauerstoffunterversorgung lebenswichtiger Organe. Die Folge: Das Atemzentrum im Gehirn löst einen – lebensrettenden – Weckreiz aus. Betroffene wachen kurz auf, meist ohne es zu merken.

Risiko und Folgen

Das Problem: Der Schlafrhythmus ist unterbrochen, das Herz beginnt schneller zu schlagen, der Blutdruck steigt. Tritt dies in einer Nacht wiederholt auf, verhindert es, in den Tiefschlaf zu fallen, der die Nachtruhe erst

Obstruktive Schlafapnoe (OSA)-HealthcareHeidi-02

erholsam macht. Dies wiederum führt zu Schläfrigkeit und Abgeschlagenheit am Tag, Konzentrationsstörungen und Leistungsabfall bis hin zu Vergesslichkeit und Depression. Außerdem ist die obstruktive Schlafapnoe ein erheblicher kardiovaskulärer Risikofaktor. Das Herzinfarkt-Risiko steigt auf das 3-Fache, das Schlaganfall-Risiko auf das 4-Fache. Bei einer unbehandelten obstruktiven Schlafapnoe verkürzt sich die Lebenserwartung geschätzt um etwa 10 Jahre.

Etwa 2 bis 4% der Erwachsenen leiden unter einer obstruktiven Schlafapnoe. Was bedeutet, dass sie u.a. mit Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes zu den häufigsten Volkskrankheiten zählt.

Preisgekrönter Schlafhelfer
Obstruktive Schlafapnoe (OSA)-HealthcareHeidi-03
©Sominc Inc

Auf der diesjährigen Medicare Taiwan stellte das Unternehmen Somnics nun sein Schlaftherapiesystem iNAP One vor. Für dieses haben die Taiwanesen bereits 2016 beim Kongress der European Respiratory Society (ERS) den „Product of Outstanding Interest Award“ erhalten. Das Gerät erzeugt im Mundraum ein leichtes Vakuum. Auf diese Weise stabilisiert es die Zunge und legt die Atemwege frei. Und führt so zu einem ungestörten und damit erholsamen Schlaf.

Der Vorteil

Das iNAP Schlaftherapiesystem kommt ohne Gesichtsmaske aus und ist mit einem kleinen, elastischen Mundstück sowie einer Konsole im Taschenformat ausgestattet. Es ist diskret und leise, batteriebetrieben und auch Reise tauglich. Und es erlaubt Betroffenen, natürlich durch die Nase zu atmen.

Mein Fazit

Klingt so einfach. Im Netz selbst findet man allerdings wenig aussagekräftiges über das iNAP One. Leider lande ich bei meinen Recherchen immer wieder bei Somincs Inc. selbst. Eine von eben diesem Unternehmen in Auftrag gegebene Studie wurde im März dieses Jahres mangels ausreichender Ergebnisse beendet.

Eine weitere Seite schreibt zum Thema Orale Drucktherapie: „… Die Ergebnisse der ersten Machbarkeitsstudie (Redwood City, USA) an OSA-Patienten zeigen eine Reduktion des AHI (Zahl der Atmungsstörungen pro Stunde Schlaf) auf < 10/h bei 38% der Patienten. Die Analyse der Einzelverläufe ergab aber, dass nicht bei jedem der Patienten ein Therapieeffekt erzielt werden konnte. Es gab auch Patienten, bei denen es zu einer Zunahme des AHI unter Therapie kam. Die Schlafanalyse zeigte ebenso ein uneinheitliches Bild. Zwar wurde unter Therapie die Anzahl der Weckreaktionen signifikant … gesenkt, es kam aber zu einer Zunahme der Wachphasen nach Schlafbeginn, sowie zu einer Abnahme der Gesamtschlafzeit. … Ob diese Behandlungsmethode für einen Teil der OSA Patienten eine Behandlungsalternative darstellt, muss erst anhand der Langzeitergebnisse beurteilt werden. … Abzuwarten bleibt, ob das Verfahren als weniger störend empfunden wird als die CPAP-Behandlung. …“.

Wenn ich mir das Anwendungsvideo anschaue frage ich mich, wie man sicherstellt, dass der Mund zu bleibt?

Angeblich soll das iNAP One Ende des Jahres in Europa auf den Markt kommen. Im Auge behalten ist meine aktuelle Empfehlung.


Pilot Study of Negative Pressure Sleep Therapy System to Treat Obstructive Sleep Apnea

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Kalmeda – erste komplette Tinnitus Therapie als mobile App

Es sind ja bereits Tinnitus-Apps auf dem Markt, die allerdings nicht unumstritten sind. Daher waren wir neugierig, was das Start-up mynoise GmbH bei der Entwicklung von Kalmeda anders gemacht hat.

Über Tinnitus

Geräusche im Ohr sind das Hauptsymtom bei Tinnitus. Das Spektrum der Ohrgeräusche reicht dabei von einem einzelnen Ton bis hin zu Mischgeräuschen wie Rauschen, Surren, Brummen oder Knacken. Die Ohrgeräusche können sich in der Lautstärke verändern und sind auch nicht bei jedem ununterbrochen vorhanden. Manchmal kann es auch richtig still im Ohr werden.

Wie Menschen „ihren“ Tinnitus wahrnehmen, ist individuell sehr unterschiedlich: Die einen tolerieren ihn als ein harmloses, nicht weiter lästiges Ohrgeräusch. Für manche Menschen stellt die ungewollte Beschallung eine erhebliche Belastung dar. Dann sind auch weitere Beschwerden wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Verspannungen und depressive Verstimmungen als Folge möglich.

Es handelt sich also um ein vielschichtiges Krankheitsbild. Daher ist auch die Behandlung des Tinnitus komplex. Es gibt auch nicht die eine Behandlung, weil auch die Bedürfnisse der Patienten im Umgang mit der Erkrankung sehr unterschiedlich sind. Daher ist die Therapie idealerweise immer eine ganz individuelle und fußt auch auf mehreren Säulen. Und genau da setzt die App Kalmeda an.

Was ist das Besondere an Kalmeda?

Im Gegensatz zu anderen Tinnitus-Apps bietet Kalmeda erstmals eine komplette, individuelle Tinnitus-Therapie entsprechend der wissenschafltichen Leitlinien mit dem Schwerpunkt auf einer strukturierten, kognitiven Verhaltenstherapie nach dem Zürcher Ressourcenmodell und der Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Diese wird kombiniert mit einer seriösen medizinischen Wissensvermittlung, Naturgeräuschen zur Ablenkung und Entspannungsanleitungen.

Screenshot der Benutzeroberfläche der Kalmeda-App zur Tinnitus Therapie
© mynoise GmbH

Die Idee zu Kalmeda stammt von Dr. Uso Walter, HNO-Arzt in Duisburg, der die App gemeinsam mit Psychologen in den letzten 3 Jahren entwickelt hat.

Foto vom Kalmeda-Team
Das Kalmeda Team rund um mynoise Geschäftsführer Dr. Uso Walter © mynoise GmbH

Kalmeda ist auch schon als Medizinprodukt zugelassen und befindet sich aktuell in der Zertifizierung durch die Stiftung Gesundheit. Zudem erfüllt die App auch die höchsten Ansprüche an den Datenschutz.

Portrait von Dr. Uso Walter, HNO-Arzt in Duisburg
Portrait von Dr. Uso Walter, HNO-Arzt in Duisburg © mynoise GmbH

Patienten mit chronischem Tinnitus sind in Deutschland immer noch schlecht oder gar nicht versorgt. Die Kalmeda Tinnitus-App schließt diese Versorgungslücke, weshalb sich mit der BIGdirekt auch eine gesetzliche Krankenkasse an der Entwicklung beteiligt hat. Kalmeda ersetzt dabei nicht den Arzt, sondern ergänzt dessen Behandlung und fängt da an, wo dessen Behandlung endet.“, so Dr. Uso Walter.

Wie ist die Kalmeda Tinnitus App aufgebaut und was bietet sie?

Im kostenlosen Einführungsteil „Kalmeda Start“ erhalten die Patienten Informationen zur Tinnitus-Therapie, es wird eine Anamnese erhoben und man erhält Tipps für die Behandlung von Begleitbeschwerden wie Schlafstörungen, Hyperakusis (eine krankhafte akustische Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen), Kiefergelenksprobleme und Hörminderung.

Der kostenpflichtige Hauptteil „Kalmeda Go“ besteht dann aus einem strukturierten, mehrmonatigen Übungsprogramm, das sich in 5 Level mit je 9 Etappen gliedert. Die Schwerpunkte der Etappen sind:

Level1: Tinnitusbewältigung

Level2: Entspannung

Level3: Achtsamkeit

Level4: Akzeptanz

Level 5: Selbstwirksamkeit

Am Anfang erstellt die App anhand der Angaben des Nutzers einen persönlichen Therapieplan.

Im Laufe der Zeit lernen Patienten, mehr Entspannung in ihren Alltag zu integrierten. Und sie üben sich in Achtsamkeit, um Schritt für Schritt negative und schädliche Einstellungen gegenüber dem Tinnitus zu erkennen und durch förderliche zu ersetzen. So kann man sich Hilfen, ja ein ganzes Helfernetzwerk aufbauen, das zur Erreichung der selbstgesetzten Ziele benötigt wird.

 

Was kostet die Therapie mit Kalmeda?

Im ersten Jahr kostet die Behandlung 38,99 Euro monatlich mit monatlicher Kündigungsfrist.

Nach einem Jahr und dem Durchlaufen des Übungsprogramms kann man die App als „Kalmeda Plus“ für 9,99 Euro vollumfänglich weiternutzen und jederzeit auf die Hilfen und Helfer zurückgreifen sowie die Entspannungsübungen und Meditationen, die Hintergrund-Sounds und die Wissensbibliothek nutzen.

Mein Fazit

Die App kombiniert erstmals vier therapeutische Ansätze zur Tinnitus-Behandlung: Wissensvermittlung, akustische Maßnahmen, Entspannungsmaßnahmen und Verhaltenstherapie. Da Patienten oft eine halbe Ewigkeit auf einen Termin beim Facharzt und vor allem auch auf einen Psychotherapieplatz warten müssen, kann die App die Kombination dieser Bausteine direkt und ohne Wartezeiten an den Patienten bringen. Wie effektiv die Therapie mittels der Kalmeda App wirklich ist, wird ihr Einsatz in der Praxis zeigen.

Wer sich weiter mit dem Thema Tinnitus befassen möchte, bekommt bei der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) zahlreiche Informationen. Die DTL ist eine gemeinnützige Selbsthilfeorganisation gegen Tinnitus, Hörsturz und Morbus Menière. Auf der Website ist auch der Artikel „Smartphone-Apps und Tinnitus-Behandlung“ zu finden, der auf therapiebezogene Tinnitus-Apps eingeht. Kalmeda wurde darin aber noch nicht berücksichtigt, da die App ja erst diese Woche als Androidversion im Playstore von Google und in ca. 3 Wochen im Appstore von Apple erscheinen wird.

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Tschakka! Kata bringt Bewegung in den Markt der Gesundheits-Apps

Mit der App Kata befindet sich eine völlig neuartige Gesundheits-App für Patienten mit pneumologischen Krankheiten in der Entwicklung. Mit ihr soll die Therapie von chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma und COPD effektiver und die Adhärenz gesteigert werden. Dabei sticht die App in ihrer Programmierung technologisch absolut aus dem Wust an Gesundheits-Apps heraus.

Das Münchener Start-up VisionHealth entwickelt mit Kata eine Gesundheits-App, die den Anspruch hat, die Behandlung von Patienten mit einer chronischen Krankheit um ein Vielfaches effektiver zu machen und die Therapietreue zu steigern. So weit so gut, das wollen ja im Grunde viele Gesundheits-Apps. Aber Kata ist eine echte Innovation!

Hintergrund für den Bedarf der Gesundheits-App Kata

  1. In den letzten Jahren haben fast alle Lungenerkrankungen weiter zugenommen. Die Entwicklung ist bei der COPD (eine Kranheit mit chronisch engen Atemwegen, auch chronische Bronchitis genannt) dabei besonders dramatisch. Experten gehen davon aus, dass von den über 40-Jährigen in Deutschland etwa zehn bis zwölf Prozent von COPD betroffen sind. Tendenz steigend! Man schätzt, dass die Erkrankung bis zum Jahr 2020 weltweit den dritten Platz unter den häufigsten zum Tode führenden Krankheiten einnehmen wird.
  2. Bei der medikamentösen Behandlung von COPD ist es entscheidend, dass die Wirkstoffe auch genau da ankommen, wo sie gebraucht werden, nämlich in den verengten Atemwegen. Daher werden in der Therapie dieser Erkrankung die Wirkstoffe bevorzugt mit Hilfe von Inhalatoren eingeatmet. Doch was so einfach klingt, erweist sich in der Praxis als eklatantes Problem. Es gibt nämlich viele verschiedene Geräte zum Inhalieren, die sich in ihrer Handhabung teils erheblich unterscheiden. Patienten müssen für jedes Gerät individuell und aufwändig geschult werden. Aber auch dann ist die korrekte Anwendung durch den Patienten nicht immer gewährleistet. Im Alltag treten einer Studie zufolge Anwendungsfehler bei bis zu 50 Prozent der Patienten auf – und das unabhängig vom Inhalationssystem. Und genau dafür bietet Kata künftig eine absolut innovative Lösung.
Leger gekleidete Frau mit Inhaltionsgerät vor weißem Hintergrund
© VisionHealth GmbH

Was ist das Besondere an Kata?

Kata ist die erste Lösung, die Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung wie COPD oder auch Asthma ein kontinuierliches App-basierten Inhalationstraining bietet. Die App leitet den Nutzer an, misst die aufgenommene Menge des Wirkstoffs, erinnert an Anwendungen, analysiert den Gebrauch und gibt Rückmeldung, um Inhalationstechnik und Adhärenz zu verbessern.

© VisionHealth GmbH
© VisionHealth GmbH

Das Besondere an Kata ist, dass diese App in technologischer Hinsicht etwas ermöglicht, das derzeit keine andere Gesundheits-App bietet.

Mithilfe von Augmented Reality (AR), einer visuell erweiterten Realität, soll dem Nutzer ein Feedback zur korrekten Handhabung beim Inhalieren gegeben werden, indem das eigene Kamerabild durch virtuelle Elemente ergänzt wird. Sie werden in die tatsächliche Welt des Anwenders projiziert, was es der App ermöglicht, konkrete und auf den Nutzer angepasste Hinweise zur Optimierung des Inhalationsvorgangs zu geben.

Dank künstlicher Intelligenz (KI bzw. AI für Artrifical Intelligence) kann das Verhalten der App-Nutzer interpretiert werden, ohne dass ein medizinischer Experte dabei vor Ort oder per Ferndiagnose unterstützen muss.

Neben der Technik des Maschinenlernen (Machine Learning), wodurch die App mit Hilfe von Algorithmen Muster im Inhalationsverhalten der App-Nutzer erkennen und interpretieren kann, beherrscht Kata auch maschinelles Sehen (Computer Vision). Dies ermöglicht Objekterkennung (z. B. für Inhalatoren) sowie Wahrnehmung und Interpretation von Bewegungen (z. B. für das Schütteln des Inhalators). Dies und viele weitere Parameter werden von Kata erfasst und fließen in verschiedene Funktionen der App ein.

Inhalationstraining und Adhärenz-Management

Als erstes wird der Inhalationstrainier für sogenannte Dosieraerosole entwickelt. Über die Zeit werden dann immer mehr Trainings für weitere Geräte in der App verfügbar sein.

Zusätzlich steht neben einer ganzen Sammlung an Informationen rund ums Thema Inhalationstherapie und einem Schulungsvorgang zur korrekten Inhalation auch ein Inhalations-Tagebuch zur Verfügung. Darin werden durch aktuelle Werte und Statistiken über mehrere Tage bzw. Wochen wertvolle Verlaufsinformationen festgehalten. Wenn gewünscht, können die eigenen Werte mit Angehörigen geteilt werden.  Oder man nutzt die Erinnerungsfunktion, damit zum Beispiel auf dem Weg in den Urlaub das Notfallspray nicht vergessen wird.

Langfristig wird Kata sogar in der Lage sein, die Anzeichen von Exazerbationen zu erkennen. Das ist klinisch höchst relevant, da eine Exazerbation (eine akute massive Verschlechterung) häufig eine stationäre Behandlung erforderlich macht, für den weiteren Krankheitsverlauf sehr ungünstig und u. U. sogar lebensbedrohlich ist. Durch eine frühzeitige Intervention kann das Risiko für Exazerbationen reduziert werden.

Wann wird es Kata im App-Store geben?

Ende Juli wird in Zusammenarbeit mit einer Patientenorganisation dazu der aktuelle Prototyp durch bis zu 10 Patienten getestet. Danach wird die App weiter optimiert. Die VisionHealth GmbH plant, Kata noch in diesem Jahr zu veröffentlichen.

Kleiner Exkurs – was bedeutet Kata eigentlich?

Kata bezeichnet in der Programmierung eine kleine, abgeschlossene Übung. Der Name rührt aus den japanischen Kampfkünsten und betont die Bedeutung von Praxis und häufiger Wiederholung für das Lernen. Eine Kata hat nicht nur eine Lösung des gestellten Problems, sondern soll auf verschiedene Arten und mit unterschiedlichen Techniken implementiert werden. Somit vereinheitlicht die App Kata das Thema Programmierung mit Therapie und Schulung als App-Lösung mit integrativen Lösungsansätzen, sie wird also eine persönliche Therapie-Assistentin für Patienten sein.

Mein Fazit

Diese App ist für mich ein absoluter Vorreiter in Sachen Gesundheits-Apps. Durch die Kombination der beschriebenen technologischen Funktionen, trifft Kata nicht nur zu 100 Prozent den Zeitgeist des Gesundheitsmarktes sondern auch den der App-Entwicklung generell.

Aber was für Ärzte und Patienten das Wichtigste ist:

Kata hat das Potenzial, die Effektivität der Behandlung chronischer Krankheiten wie Asthma und COPD zu steigern. Denn auch der beste Wirkstoff kann nicht wirken, wenn das Inhalationsgerät nicht richtig angewendet wird. Wenn Kata dann auch noch eine Art „Frühwarnsystem“ für Exazerbationen, die lebensbedrohlich sein können und den weiteren Verlauf der Erkrankung maßgeblich mitbestimmen, beinhaltet, wäre das ein echter Gewinn für alle Beteiligten.

Mehr über Kata.

Kata ist übrigens nicht zu verwechseln mit Kaia, eine App die zwar auch KI beeinhaltet aber gegen Rückenschmerzen eingesetzt wird, und über die wir auch schon berichtet haben.

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Telemedizin-Projekt „MS bewegt!“

Bewegung und Sport haben erwiesenermaßen zahlreiche positive Effekte auf Körper und Psyche. Auch an Multiple Sklerose Erkrankte profitieren von körperlicher Aktivität in punkto Funktionsfähigkeit und Lebensqualität, das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Ziel eines noch ganz jungen Projekts namens „MS bewegt!“ ist es, Menschen mit MS mithilfe eines individuellen Online-Trainings in Bewegung zu bringen.

Das Projekt „MS bewegt!“

Bei „MS bewegt!“ handelt es sich um ein Projekt, das die Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. (AMSEL), die Techniker Krankenkasse in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen (ZTM) und dem Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, gestartet haben.

So funktioniert „MS bewegt!“

Infografik "MS bewegt!"
© ZTM Bad Kissingen

Aktuell wird dafür eine spezielle und individuell betreute Online-Plattform entwickelt. Die Probanden werden mit einer handelsüblichen intelligenten Uhr (Smartwatch) ausgestattet. Die darin enthaltenden Sensoren erfassen die Bewegungsdaten der Patienten, die anschließend auf der Plattform mithilfe einges entwickelter Algorithmen ausgewertet werden.

Über eine App, die sich derzeit allerdings auch noch in der Entwicklung befindet, können später qualifizierte Bewegungstherapeuten den Nutzern eine auf den jeweiligen Bedarf abgestimmte Empfehlung zu Art und Umfang der geeigneten Aktivitäten abgeben. Das ermöglicht erstmals ein ganz individuelles bedürfnisorientiertes Training.

Sowohl für die Patienten-App als auch für die Algorithmen zur Mobilitätsanalyse ist das ZKM zuständig.

Finanziell unterstützt wird das Projekt mit Mitteln aus der Selbsthilfeförderung.

Fazit zu „MS bewegt!“

Die MS-bedingten körperlichen Einschränkungen sind individuell sehr unterschiedlich. Das Besondere an diesem Telemedizin-Projekt ist: Es berücksichtigt erstmals diese Unterschiede in einem Trainingsprogramm für MS-Patienten.

Aktuell befindet sich das Projekt noch am Anfang. Aber nach Beendigung der dreijährigen Projektphase – also voraussichtlich ab Ende 2020 – steht „MS-bewegt!“ zusammen mit den erforderlichen Anbindungen MS-Patienten zur Verfügung.

Weitere Informationen erhalten Interessierte aber schon jetzt bei der AMSEL oder der DMSG.

Dass Telemedizin in Deutschland eindeutig auf dem Vormarsch ist, hat sich nicht zuletzt bei der MEDICA gezeigt.

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Herzklappen aus dem Drucker – hört sich nach Scifi an?

Herzklappen aus dem 3D-Drucker – klingt verrückt, ist aber so!

Vier Verbundpartner arbeiten gemeinsam an einem vom  BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) geförderten Forschungsprojekt und entwickeln die Herzklappen der Zukunft. Diese kommen nämlich irgendwann aus einem 3D-Drucker.

Das wichtigste Werkzeug eines Herzchirurgs sind seine Hände.  Das Fingerspitzengefühl der Chirurgen rettet vielen Menschen täglich das Leben. Ärzte tasten, fühle, schneiden, nähen, spritzen und das alles mit ihren Händen. Wie cool wäre es dann erst für Chirurgen, wenn sie vor der OP, die Herzklappen ihrer Patienten als 3D-Modell anfassen können, um sich damit auf den Eingriff vorzubereiten?

Herzklappen der Zukunft.

Die Herzklappen der Zukunft sollen aus 3D-Druckern hergestellt werden und zwar in Form von haptischen Kunststoff-Modellen. Um diese Zukunftsvision in die Realität umsetzten zu können, arbeitet seit 2016 ein interdisziplinäres Team zusammen:

Gemeinsam arbeiten die oben genannten Unternehmen und universitären Einrichtungen an der Vision der 3D-Herzklappe. Diese soll relativ schnell „ausgedruckt“ werden können. So erhält man ein Planungsmodell, mit dem sich der Chirurg ideal auf die Durchführung der bevorstehenden Operation vorbereiten kann. Des Weiteren erwartete sich das Team auch bessere Therapieergebnisse durch die neuartige Herstellung der Herzklappen.

„Der plastische 3D-Druck der Herzklappe hat etwas Magisches – ich schaue damit quasi in die Zukunft, indem ich die individuelle Herzklappe meines Patienten schon in der Hand halte, bevor ich mit der Operation beginne“, so der Herzchirurg Prof. Dr. Ralf Sodian. [1]

Herzklappen aus dem Drucker_Healthcare Heidi_01

Hand aufs Herz

Seien wir mal ehrlich. 3D-Drucke sind schon seit Jahren keine Science-Fiction mehr. In immer mehr Bereichen findet der 3D-Druck seine Anwendung. Wenn man auf Basis eines Ultraschallbildes in Zukunft 3D-Modelle drucken kann, mit denen sich Herzchirurgen auch haptisch besser auf die OP vorbereiten können, warum denn nicht? So lässt sich die Anatomie des Herzens viel leichter verstehen und veranschaulichen und wer weiß, vielleicht werden so in Zukunft noch viel mehr Menschenleben gerettet.

Mein Fazit

Da ich als kleines Mädchen schon immer den Traum hatte Ärztin zu werden, finde ich das 3D-Modell der Herzklappe eine richtig coole Sache! Ich bin gespannt wann es soweit ist, dass die Teile vor allen Herzklappen-OPs als Vorbereitungsmodell für die Ärzte erstellt werden.

 

[1] Schäfer, Kathrin: „Individuelle Herzklappenmodelle aus dem 3D-Drucker“, unter https://www.devicemed.de/individuelle-herzklappenmodelle-aus-dem-3d-drucker-a-604605/ (abgerufen am 18.04.2018)

Anmerkung: Foto Tomtec, [1]

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Miniroboter platziert gezielt Medikamente

Ein Miniroboter zum Schlucken, der gezielt Medikamente im menschlichen Körper platziert? Als ich diese Nachricht des Stuttgarter Max-Planck-Instituts gelesen habe dachte ich „Okay, das Teil erinnert mich irgendwie an ein Blutegel, aber spannend ist das“. Und wollte es genauer wissen.

Der Miniroboter  & seine Eigenschaften

Gerade mal 4mm groß, kabellos und extrem beweglich. Der magnetisch gesteuerte Miniroboter kann schwimmen, springen, rollen, laufen, im Kreis gehen und sich über Spalten hinwegbewegen. Seinen Fortbewegungsmodus kann er einfach ändern. Außerdem hebt er Lasten auf, transportiert sie und legt sie an anderer Stelle wieder ab. Und bringt so die Medikamente im menschlichen Körper genau da hin, wo sie gebraucht werden.

Max Planck Institute for Intelligent Systems

Weil er so klein ist, nennen ihn die Forscher des Max-Planck-Instituts übrigens auch Milliroboter oder – fast schon liebevoll – Millibot.

Die Optik

Im Ruhezustand ist der Roboter flach wie ein rechteckiges Blatt Papier. Das Material, aus dem er hergestellt wird, ist leicht und elastisch.

Gesteuert wird er  von außen über ein Magnetfeld. Denn in der Materialschicht sind magnetische Partikel eingebettet. Auf diese Weise kann von außen die Form verändert und der Roboter bewegt werden. So umgeht er dann Hindernisse, krabbelt durch dünne Röhren oder schwimmt durch Flüssigkeiten.

Inspiration holten sich die Forscher übrigens tatsächlich aus der Natur: Käferlarven und Raupen standen Modell. Mein erster Gedanke war also nicht ganz so abwegig.

Ausblick

Im ersten Schritt wird der  Miniroboter für Untersuchungen des Magens optimiert. Getestet wurde er bereits an künstlichen Mägen aus Silikon und echten Schweinemägen. Als nächstes soll er am Menschen getestet werden. Das Ziel ist, geringe Mengen an Medikamenten gezielt dosieren zu können – zum Beispiel bei Entzündungen im Magen und Darm oder bei einzelnen Tumoren. Damit müssten die Medikamente nicht erst durch den Verdauungstrakt, bevor sie dort wirken können, wo sie wirken sollen.

Mein Fazit

Die Miniroboter können helfen, sehr viel gezielter kleine Wirkstoffmengen direkt an Ort und Stelle frei zusetzen. Denkbar ist auch, dass sie im Körper verweilen, um eine Entzündung oder einen Tumor über längere Zeit zu behandeln. Das wäre ein echter Vorteil für chronisch oder schwer kranke Patienten und würde deren mentale Belastung sicher reduzieren.

Im Januar hatte ich übrigens bereits über die Schluckbare Pillenbox berichtet. Ein in gewisser Weise ähnlicher Therapieansatz für Menschen mit Multimedikation in Dauertherapie.


Max Planck Institute for Intelligent Systems

Fachartikel Nature International Journal of Science

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