Remote Monitoring als Herzensangelegenheit

Menschen mit Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, die einen Herzschrittmacher oder einen implantierbaren Kardioverter Defibrillator (kurz: ICD) tragen, müssen in bestimmten Abständen persönlich zu ihrem Kardiologen zur Kontrolle zu kommen. Ob Remote Monitoring, also die Fernüberwachung von solchen Patienten, die Betroffenen selbst sowie das Praxispersonal entlasten kann, hat nun aktuell eine Studie untersucht. Die Ergebnisse wurden am ESC-Kongress in München präsentiert.

Hintergrund zu Home Monitoring

Das in Berlin ansässige Unternehmen BIOTRONIK hat sich auf die Herstellung kardiologischer Medizintechnik spezialisiert. Dazu zählen innovative Produkte wie Herzschrittmacher und implantierbare Defibrillatoren sowie telemedizinische Dienstleistungen.

Durch den Einsatz des BIOTRONIK Home Monitoring® Services können Implantatpatienten weltweit und zu jedem beliebigen Zeitpunkt von ihrem Arzt fernbetreut werden.

Das Implantat sendet über eine kleine Antenne täglich und automatisch Informationen über den Zustand des Herzens und des Implantats an ein Patientengerät, den sogenannten CardioMessenger.

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CardioMessenger Smart ©BIOTRONIK

Der CardioMessenger leitet die Daten über das Mobilfunknetzwerk an das Home Monitoring Service Center (HMSC) weiter, das die Daten analysiert, filtert und dem Arzt über eine geschützte Internetseite zur Verfügung stellt. Neben einer sicheren Kontrolle der kardialen Funktionen des Patienten kann der Arzt auch Daten zu relevanten Änderungen des Patientenzustandes und dessen Implantatstatus einsehen. Home Monitoring ermöglicht somit eine kontinuierliche Überwachung des Gesundheitszustandes des Patienten und des Implantats.

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Home Monitoring, Weg der Daten ©BIOTRONIK

Spanische Mediziner haben nun untersucht, ob mithilfe der Fernüberwachung Arztbesuche und damit sowohl Patienten als auch Praxispersonal entlastet werden können, ohne dass die Sicherheit des Patienten darunter leidet.

Die Studie zu Home Monitoring

Die 2-jährige RM-ALONE Studie war eine randomisierte Nichtunterlegenheitsstudie, an der 445 Implantatpatienten aus 16 kardiologischen Zentren in Spanien teilnahmen. Darunter waren Patienten mit implantierbaren Defibrillatoren und Schrittmachern.

Alle Patienten nutzten die Home Monitoring-Funktion für die Überwachung der Implantate. Das Studienprotokoll verlangte in der Kontrollgruppe zusätzlich, dass die Patienten innerhalb des Studienzeitraums dreimal persönlich bei ihrem Kardiologen erscheinen.

Die Ergebnisse

Die Rate der Patienten, bei denen schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (sog. MACE) auftraten, betrug in der Gruppe mit ausschließlichem Home Monitoring 20,5 %.  In der Gruppe mit zusätzlichen routinemäßigen Arztbesuchen waren es 19 %. Somit waren die Anforderungen im Hinblick auf Nichtunterlegenheit erfüllt. Implantatassoziierte Eingriffe waren nicht häufiger und auch bei der Sterblichkeit verhielten sich die Gruppen in etwa gleich. Damit war das alleinige Home Monitoring in puncto Sicherheit der Strategie mit zusätzlichen, routinemäßigen Arztbesuchen nicht unterlegen.

Die nur fernüberwachten Patienten benötigten im 2-jährigen Untersuchungszeitraum 2,3 Arztbesuche weniger als die Kontrollpatienten. Die Arbeitsbelastung wurde sowohl von Ärzten als auch von Praxisangestellten als geringer bewertet.

Das Besondere an BIOTRONIK Home Monitoring

BIOTRONIK Home Monitoring ist übrigens das einzige System, das durch FDA und TÜV speziell für die Früherkennung medizinischer und technischer Komplikationen sowie einen sicheren Ersatz von Implantkontrollen in der Klinik durch Fernabfragen zugelassen ist. Somit bietet Home Monitoring eine zuverlässige und sichere Alternative für Präsenznachsorgen.

Mein Fazit

Alles, was den heute häufig überlasteten Praxen Arbeit abnimmt, ist höchst willkommen. Die Fernüberwachung von Patienten mit kardialen Implantaten mittels Home Monitoring leistet hier einen wertvollen Beitrag für Ärzte und Praxispersonal. Aber auch Patienten profitieren am Ende von der Telekardiolgie, weil sie seltener zum Arzt müssen.

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