Im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen

Das Forscherteam rund um Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Experte für nachhaltige Chemie und Ressourcen der Leuphana Universität Lüneburg, entwickelte auf der Basis von Ciprofloxacin einen Wirkstoff, der nach seiner medizinischen Verwendung zerfällt, um so der Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen entgegenzuwirken. 

Seit rund fünf Jahren arbeiten die Forscher nun an einem neuen Wirkstoff – mit Erfolg. Das Forscherteam konnte einen Wirkstoff entwickeln, der durch natürliche Zerfallsprozesse nach der medizinischen Anwendung und Ausscheidung unwirksam ist. Damit der Wirkstoff zerfällt, mussten laut Angaben der Forscher chemische Bindungen so destabilisiert werden, dass sie beim Durchwandern des Körpers im Blut ausreichend stabil sind, um noch zu wirken, danach aber in der Umwelt zerfallen. Keine leichte Aufgabe. Die Forscher mussten zunächst Voruntersuchungen zur Abbaubarkeit vornehmen und die bestehende Wirksubstanz analysieren. Mit Hilfe von Rechenmodellen konnten verschiedene Varianten auf verbesserte biologische Abbaubarkeit und gleichzeitig auf die Abwesenheit unerwünschter toxikologischer Effekte sowie weiterer wichtiger Eigenschaften geprüft werden. Die Moleküle wurden beispielsweise an der aktiven Grundstruktur aber auch an den Seitenketten verändert. Die aussichtsreichsten Varianten wurden im Labor chemisch-synthetisch hergestellt und im Reagenzglas getestet. Nach Angaben der Wissenschaftler funktioniert der daraus entstandene Wirkstoff im Reagenzglas und ist besonders für Arzneimittelhersteller eine Chance, daraus ein Medikament zu entwickeln und so die Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen vorzubeugen.

Immer wieder ist der Einsatz von Antibiotika scharf in der Kritik. Dabei wird besonders die Häufigkeit des Einsatzes von Antibiotika in Frage gestellt und die daraus resultierende Entwicklung resistenter Keime. Ciprofloxacin ist solch ein Antibiotikum, welches häufig bei bakteriellen Infektionen wie beispielsweise einer Blasenentzündung verschrieben wird. Laut Angaben des Forscherteams werden von Ciprofloxacin beachtliche 33 Tonnen pro Jahr allein in Deutschland in der Human- und Tiermedizin eingesetzt. Hat das Antibiotikum seine Wirkung erfüllt, wird es ausgeschieden und gelangt weitgehend unverändert in die Umwelt.

Die Folgen sind fatal. So haben bereits kleine Konzentrationen einen erheblichen Einfluss auf das Ökosystem und können zur Selektion resistenter Bakterien beitragen. Glänzt Ciprofloxacin einerseits durch eine breite Wirkung, ist es andererseits besonders schwer abbaubar. So gelangt es beispielsweise in das Abwasser von Krankenhäusern sowie durch die Einnahme Zuhause auch in das häusliche Abwasser. Über die Landwirtschaft dringt es in die Böden ein und kann von dort in das Oberflächen- und Grundwasser geraten. Für das Forscherteam Grund genug einen entscheidenden Schritt in Richtung grüne Pharmazie zu gehen, denn der Bedarf an abbaubaren Arzneimittelwirkstoffen ist laut Angaben der Wissenschaftler groß. So entstand das Konzept „benign by design“, was so viel heißt wie: „gutartig per design“.

Das Forschungsprojekt wurde seit 2014 mit rund einer halben Millionen Euro durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Mein Fazit

Das Forscherteam hat einen mutigen und richtigen Schritt gewagt – dafür vorneweg ein großes Kompliment. Der Einsatz von Antibiotikum ist manchmal unerlässlich und kann Leben retten, dass steht außer Frage. Ob und wann der Einsatz von Antibiotikum gerechtfertigt ist, können nur Experten richtig beurteilen. Und trotzdem hat Antibiotikum in der Häufigkeit seiner Anwendung auch einen erheblichen und leider negativen Einfluss auf unsere Umwelt. Deshalb finde ich es gut und gerechtfertigt, dass sich das Forscherteam diesem herausfordernden Thema gestellt und gleichzeitig gezeigt hat, dass es grundsätzlich möglich ist, einen Wirkstoff herzustellen, welcher nach seiner Anwendung im menschlichen Organismus zerfällt und somit auch keinen weiteren Einfluss auf die Umwelt hat. Ob und wie sich dieser Wirkstoff auf dem großen Arzneimittelmarkt in Zukunft behaupten kann und ob noch weitere Wirkstoffe dieser Art hinzukommen lässt sich heute schwer abschätzen. Der erste Schritt in die richtige Richtung ist aber getan.

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PAUL – Unterstützungsplattform für Senioren

Ein selbstbestimmtes Leben bis ins hohe Alter in den eigenen vier Wänden ist der Wunsch vieler Senioren. Daher werden innovative Lösungen zur Unterstützung im häuslichen Umfeld wie PAUL immer wichtiger.

Der Demografische Wandel ist in aller Munde, und dass unsere Gesellschaft immer älter wird, wissen wir jetzt auch alle. Doch wie gehen wir damit um? Viele ältere Menschen wollen so lange es geht in den eigenen vier Wänden bleiben und dort alt werden. Pflege- und Altersheime sehen sie eher als „wir werden abgeschoben“ an. Auch irgendwie verständlich, wenn man sein ganzes Leben im eigenen Zuhause wohnt und sich im Alter noch einmal umstellen soll, fällt das sicherlich sehr schwer. Trotz allem spielen in diesem individuellen Prozess sicherlich viele Faktoren eine Rolle, die man abwägen muss.

Mir als junger Hüpfer fällt es leicht darüber zu schreiben. Während meines Studiums haben wir uns oft mit diesem Thema auseinandergesetzt und versucht uns in die Menschen hineinzuversetzen. Um so spannender war es für mich auf das NetzWerk GesundAktiv (NWGA) in Hamburg zu stoßen. Das Netzwerk unterstützt ältere Menschen dabei bis ins hohe Alter unabhängig, selbstständig und aktiv zu sein.

Noch viel spannender finde ich das in diesem Projektrahmen vom NWGA angebotene technische Unterstützungsystem PAUL.

Wer oder was ist PAUL?

PAUL steht für Persönlicher Asisstent für unterstützes Leben. Dahinter steckt eine Unterstützungs- und Kommunikationsplattform, die ganz einfach über ein Touchdisplay via eines speziellen Tablets bedienbar ist.

Senior sitzt zuhause vor Tablet und nutzt PAUL
PAUL in der Häuslichkeit © Albertinen-Haus

Die Konzeption und Umsetzung der Bedienoberfläche wurde mit der Methode des User Experience Desings erstellt, wobei die Nutzergruppen bei der Entwicklung so früh wie möglich miteinbezogen werden.

Das Ergebniss: eine übersichtliche, leicht verständliche und gut lesbare Menü- und Bedienoberfläche. Es lässt sich alles einfach und intuitiv über das Touchdisplay steuern.

Was genau bietet PAUL?

Inhalte dieser Plattform, die auch kontinuierlich weiterentwickelt wird, sind eine Vielzahl von Multimedia- und Kommunikationsfunktionen.

Aktuell stehen folgende Funktionen zur Verfügung:

Mit PAUL können die Teilnehmer beispielsweise E-Mails senden und empfangen oder mit ihren Angehörigen, Bekannten oder anderen Nutzern über Videotelefonie kommunizieren. Außerdem können haushaltsnahe Dienstleistungen, wie die Lieferung von Lebensmitteln oder Fahrdiensten, bestellt werden. Zudem kann PAUL genutzt werden, um Bücher oder Zeitungen online zu lesen, ausgewählte Gesundheitsinformationen abzurufen, Internet-Radio zu hören sowie Termine in einem Kalender zu verwalten oder Notizen zu speichern. Eine Wecker-Funktion und die Möglichkeit, Bilder, Videos oder Musik in einer persönlichen Galerie anzulegen gehören ebenfalls zu den Grundfunktionen von PAUL.

Für die NWGA-Teilnehmer findet in regelmäßigen Abständen ein Treffen im Café PAUL zum gemeinsamen Beisammensein und Erfahrungsaustausch statt. Außerdem geben Experten Tipps zur Bedienung und stehen für alle Fragen und Anliegen rund um PAUL zur Verfügung.

Café PAUL ©Albertinen-Haus

Für die Zukunft ist u. a. eine Online-Videosprechstunde mit Ärzten sowie ein „Schwarzes Brett“ mit Veranstaltungshinweisen geplant.

Mein Fazit

Das NetzWerk GesundAktiv (NWGA) ist ein tolles Projekt mit Zukunftscharakter! Ich finde es klasse, dass es solche Projekte gibt, davon sollte es noch viel mehr geben. Denn meiner Meinung nach können und wollen ältere Menschen genau so gerne mit digitalen Geräten wie Tablets und Smartphones umgehen, wenn man sie lässt. Das beste Beispiel ist meine fast 80-jährige Oma, die mir regelmäßig in WhatsApp schreibt und sich über Bilder freut, um zu sehen was in meinem Leben gerade so passiert.

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Smarte Hautkrebsfrüherkennung mit der App SkinVision

Smarte Hautkrebsfrüherkennung mit der App SkinVision

Die App SkinVision gibt mittels eines klinisch getesteten Algorithmus schnell und einfach Auskunft über ein niedriges, mittleres oder hohes Hautkrebs-Risiko.

Die Drogeriemärkte sind voll: Bodylotionen, Cremes, Masken oder Peelings füllen in Reih und Glied die Regale. Die Auswahl für den Verbraucher ist groß. Unsere Haut wird als größtes Organ sprichwörtlich gehegt und gepflegt. Den Muttermalen wird dabei oft viel zu wenig bis gar keine Beachtung geschenkt. „Hautkrebs? Das trifft mich schon nicht“, mag so manch einer denken. Doch dabei gehört Hautkrebs zu den häufigsten Tumorerkrankungen. Jährlich erkranken allein in Deutschland schätzungsweise rund 200.000 Menschen an Hautkrebs. Das tückische: Hautkrebs ist meist beschwerdelos. Die eigene Haut gut zu kennen und zu beobachten ist deshalb das A und O. Denn es gilt: Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Smarte Unterstützung kann dabei die App SkinVision leisten.

So funktioniert SkinVision

Schnell das Smartphone gezückt, ein Foto vom Muttermal gemacht und in die App hochgeladen, erhält der Nutzer innerhalb von 30 Sekunden eine Einschätzung für niedriges, mittleres oder hohes Hautkrebs-Risiko. Wie das geht? Mittels eines klinisch getesteten Algorithmus kann die App Anzeichen von Hautkrebs in Muttermalen und dem umgebenden Hautgewebe berechnen und eine Bewertung vornehmen. Der Algorithmus berechnet dabei die fraktale Dimension von Muttermalen und dem umgebenden Hautgewebe und erstellt eine strukturelle Karte, die die unterschiedlichen Wachstumsmuster der beteiligten Gewebe aufzeigt. Dabei werden die vom Nutzer gemachten Fotos durch die Software mit rund 3,5 Millionen Bildern einer Datenbank verglichen, die zuvor von Dermatologen klassifiziert wurden. Die Muttermale werden auf Unregelmäßigkeiten in Farbe, Struktur und Form überprüft.

Doch mit dieser ersten Einschätzung lässt SkinVision den Nutzer nicht allein. Denn im Gegensatz zu anderen Apps, mit denen man lediglich Hautveränderungen fotografisch festhalten und dokumentieren kann, zeigt diese App innerhalb von 30 Sekunden eine Indikation für niedriges, mittleres oder hohes Risiko an und gibt zusätzlich Ratschläge, welche Hautflecken von einem Arzt überprüft werden sollten. Bei einem Muttermal mit hohem Risiko, wird der Nutzer innerhalb von 48 Stunden von einem Dermatologen kontaktiert und beraten, welche nächsten Schritte zu tätigen sind. Dafür verfügt SkinVision über ein Team an professionellen und erfahrenen Dermatologen.

Ob wenige oder viele Muttermale, ob jung oder alt – SkinVision ist für jeden zugänglich. Und das Beste: die erste Risikoeinschätzung ist sogar kostenlos. Eine einzelne weitere Bewertung kostet 4,49 Euro. Wer die App unbegrenzt nutzen möchte zahlt für ein ganzes Jahr 24,99.

Die App im Selbsttest

Die App kann kinderleicht im Appstore heruntergeladen werden. Nachdem man sich registriert und sein persönliches Profil angelegt hat, kann es auch schon losgehen. Vorneweg der Hinweis, man kann eigentlich nichts falsch machen. Die App führt einen Schritt für Schritt zur Bewertung der ersten Muttermale. Hat man der App die Erlaubnis erteilt auf die Kamera des Smartphones zuzugreifen, muss man die Kamera nur noch öffnen. Natürlich sollte man noch ein Muttermal auswählen, was vielleicht besonders groß ist, komisch aussieht oder man ohnehin schon immer mal untersuchen lassen wollte. In meinem Fall fiel die Wahl auf ein Muttermal am Arm. Ich habe die Kamera geöffnet und sofort ist ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte erschienen. Dieser Punkt muss in der Anwendung auf das Muttermal zeigen. Damit die Kamera ein möglichst aussagekräftiges Foto erstellen kann, sollte man das Smartphone rund 20 cm vom Muttermal entfernt halten. Sobald für die App alle nötigen Voraussetzungen erfüllt sind, bilden sich mehrere blaue Kreise nacheinander. Dabei sollte man das Smartphone möglichst stillhalten. Bevor die App eine Bewertung vornimmt werden noch Symptome abgefragt. Hier kann man beispielsweise auswählen zwischen keine Beschwerden, sich ändernd, blutend oder entzündet. Dann wird es ganz kurz spannend bevor die Bewertung erscheint. In meinem Fall war die Einschätzung für das Hautkrebsrisiko niedrig. Zusammen mit der Einschätzung erhält man zudem noch Ratschläge, welche nächsten Schritt zu tun sind. Hier wird einem unter anderem geraten, den Hautfleck regelmäßig zu überprüfen. Das Foto kann in der App gespeichert werden. Neben der Risikoeinschätzung der Hautflecken kann mittels der App zusätzlich der eigene Hauttyp erstellt werden.

Wer steckt hinter der App?

SkinVision ist ein Start-Up-Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden, wurde 2012 ins Leben gerufen und verfolgt das Ziel, Menschen bei der Früherkennung von Hautkrebs zu unterstützen. Dabei basiert SkinVision auf umfangreichen klinische Studien, die in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) erstellt wurden. Rund 1,2 Millionen Menschen nutzen die Technologie bereits.

Mein Fazit

Mit SkinVision können Anwender die eigene Haut besser kennenlernen und bekommen ein Gespür für mögliche bösartige Veränderungen. Nicht zuletzt sensibilisiert die App für Hautkrebs und der Anwender nimmt selbst eine aktive Rolle ein. Für die Beobachtung und die erste Bewertung von Muttermalen und Leberflecken ist diese App sicherlich eine gute, einfache und bequeme Möglichkeit. Den persönlichen Besuch bei einem Hautarzt, ob bei Unsicherheiten oder zur finalen Diagnosestellung ersetzt diese App aber wohl nicht.

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Remote Monitoring als Herzensangelegenheit

Menschen mit Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, die einen Herzschrittmacher oder einen implantierbaren Kardioverter Defibrillator (kurz: ICD) tragen, müssen in bestimmten Abständen persönlich zu ihrem Kardiologen zur Kontrolle zu kommen. Ob Remote Monitoring, also die Fernüberwachung von solchen Patienten, die Betroffenen selbst sowie das Praxispersonal entlasten kann, hat nun aktuell eine Studie untersucht. Die Ergebnisse wurden am ESC-Kongress in München präsentiert.

Hintergrund zu Home Monitoring

Das in Berlin ansässige Unternehmen BIOTRONIK hat sich auf die Herstellung kardiologischer Medizintechnik spezialisiert. Dazu zählen innovative Produkte wie Herzschrittmacher und implantierbare Defibrillatoren sowie telemedizinische Dienstleistungen.

Durch den Einsatz des BIOTRONIK Home Monitoring® Services können Implantatpatienten weltweit und zu jedem beliebigen Zeitpunkt von ihrem Arzt fernbetreut werden.

Das Implantat sendet über eine kleine Antenne täglich und automatisch Informationen über den Zustand des Herzens und des Implantats an ein Patientengerät, den sogenannten CardioMessenger.

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CardioMessenger Smart ©BIOTRONIK

Der CardioMessenger leitet die Daten über das Mobilfunknetzwerk an das Home Monitoring Service Center (HMSC) weiter, das die Daten analysiert, filtert und dem Arzt über eine geschützte Internetseite zur Verfügung stellt. Neben einer sicheren Kontrolle der kardialen Funktionen des Patienten kann der Arzt auch Daten zu relevanten Änderungen des Patientenzustandes und dessen Implantatstatus einsehen. Home Monitoring ermöglicht somit eine kontinuierliche Überwachung des Gesundheitszustandes des Patienten und des Implantats.

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Home Monitoring, Weg der Daten ©BIOTRONIK

Spanische Mediziner haben nun untersucht, ob mithilfe der Fernüberwachung Arztbesuche und damit sowohl Patienten als auch Praxispersonal entlastet werden können, ohne dass die Sicherheit des Patienten darunter leidet.

Die Studie zu Home Monitoring

Die 2-jährige RM-ALONE Studie war eine randomisierte Nichtunterlegenheitsstudie, an der 445 Implantatpatienten aus 16 kardiologischen Zentren in Spanien teilnahmen. Darunter waren Patienten mit implantierbaren Defibrillatoren und Schrittmachern.

Alle Patienten nutzten die Home Monitoring-Funktion für die Überwachung der Implantate. Das Studienprotokoll verlangte in der Kontrollgruppe zusätzlich, dass die Patienten innerhalb des Studienzeitraums dreimal persönlich bei ihrem Kardiologen erscheinen.

Die Ergebnisse

Die Rate der Patienten, bei denen schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse (sog. MACE) auftraten, betrug in der Gruppe mit ausschließlichem Home Monitoring 20,5 %.  In der Gruppe mit zusätzlichen routinemäßigen Arztbesuchen waren es 19 %. Somit waren die Anforderungen im Hinblick auf Nichtunterlegenheit erfüllt. Implantatassoziierte Eingriffe waren nicht häufiger und auch bei der Sterblichkeit verhielten sich die Gruppen in etwa gleich. Damit war das alleinige Home Monitoring in puncto Sicherheit der Strategie mit zusätzlichen, routinemäßigen Arztbesuchen nicht unterlegen.

Die nur fernüberwachten Patienten benötigten im 2-jährigen Untersuchungszeitraum 2,3 Arztbesuche weniger als die Kontrollpatienten. Die Arbeitsbelastung wurde sowohl von Ärzten als auch von Praxisangestellten als geringer bewertet.

Das Besondere an BIOTRONIK Home Monitoring

BIOTRONIK Home Monitoring ist übrigens das einzige System, das durch FDA und TÜV speziell für die Früherkennung medizinischer und technischer Komplikationen sowie einen sicheren Ersatz von Implantkontrollen in der Klinik durch Fernabfragen zugelassen ist. Somit bietet Home Monitoring eine zuverlässige und sichere Alternative für Präsenznachsorgen.

Mein Fazit

Alles, was den heute häufig überlasteten Praxen Arbeit abnimmt, ist höchst willkommen. Die Fernüberwachung von Patienten mit kardialen Implantaten mittels Home Monitoring leistet hier einen wertvollen Beitrag für Ärzte und Praxispersonal. Aber auch Patienten profitieren am Ende von der Telekardiolgie, weil sie seltener zum Arzt müssen.

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Unyvero – Innovatives Diagnostiksystem bei Krankenhauskeimen

Das innovative und umfassende Diagnostiksystem Unyvero ermöglicht es, schwere Infektionserkrankungen bei hospitalisierten Patienten in nur 4 bis 5 Stunden zu diagnostizieren.

Gefahr Krankenhauskeime

Ins Krankenhaus kommen Patienten üblicherweise mit der Hoffnung wieder gesund zu werden. Mitunter passiert jedoch genau das Gegenteil: Sie stecken sich in der Klinik mit Keimen an. In Europa passiert das laut Schätzungen des Fachblattes „Plos Medicine“ 2,6 Millionen Mal pro Jahr. Rund 91.000 Menschen sterben sogar an den Folgen der sogenannten nosokomialen Infektionen. Vor allem Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden, haben aufgrund ihrer Grunderkrankung und der häufigen Verwendung von Kathetern und Beatmungsgeräten ein besonders hohes Infektionsrisiko.

Antibiotikaresistenzen nehmen zu

Gerade in Deutschland ist das Sepsisrisiko besonders hoch. Dabei könnten viele Infektionen verhindert werden, wenn sich die Kliniken an die konsequente Umsetzung von Hygienestandards, strikte Isolierung von Risikopatienten und Weiterverfolgung besiedelter Patienten auch außerhalb der Kliniken halten würden. Durch diese Versäumnisse hat die Keimzahl bei uns in den letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen. Viele  Keime sind mittlerweile multiresistent und somit gegen Antibiotika immun. Diese durch Antibiotikaresistenzen ausgelösten Infektionserkrankungen sind zu einer erheblichen Krankheitslast geworden, die zu einer der Haupttodesursachen zählt.

Der erfolgreiche Kampf gegen solche Infektionserkrankungen erfordert daher ein sektorübergreifendes Handlungskonzept, wie es sich bereits in den Niederlanden bewährt hat, sowie eine schnellere und umfassendere Diagnostik. Gerade unter dem Aspekt, dass die herkömmliche Analyse einer nativen Probe mindestens 2 Tage dauert und die Klinikärzte meist schon vorher mit der Antibiose beginnen, ohne die exakten Ergebnisse und Resistenzen zu kennen. Damit gehen sie das Risiko einer Fehlbehandlung ein.

So geht moderne Diagnostik mit Unyvero

Die von der Firma Curetis aus Holzgerlingen bei Stuttgart entwickelte Plattform „Unyvero“ schafft hier Abhilfe. Es handelt sich um ein schnelles und umfassendes Diagnostiksystem für schwere Infektionserkrankungen bei hospitalisierten Patienten, welches innerhalb von 4-5 Stunden valide Ergebnisse liefert.

Das Unyvero-System besteht aus dem Unyvero L4 Lysator, dem Unyvero A50 Analyzer sowie dem Unyvero C8 Cockpit. Eine spezielle Betriebssoftware, entsprechendes Zubehör sowie aktuelle unterschiedliche Einwegkartuschen für die Detektion von Infektionskrankheiten runden das System ab. Zudem kann das System aufgrund seiner einfachen Bedienung ohne qualifiziertes Laborpersonal direkt am „Point of Need“, z.B. auf der Intensivstation, in der Mikrobiologie bzw. im Zentrallabor eingesetzt werden.

© Curetis GmbH, Unyvero-System

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Schnelle, einfache und umfassende Diagnostik bei schweren Infektionserkrankungen
  • Von der nativen Probe zu klinisch relevanten Antworten in nur wenigen Stunden
  • Deutlich frühere und gezielte Therapieentscheidungen möglich
  • Bessere medizinische Ergebnisse für die Patienten
  • Einsparpotenziale für die Krankenhäuser (Healthcare-Factor)

 

Mein Fazit:

Die in Deutschland unverhältnismäßig hohe Sepsissterblichkeit unterstreicht die Notwendigkeit, neue Strategien zur Vermeidung und Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Sepsis zu entwickeln und bereits bestehendes Know-How konsequent zu nutzen. Curetis schafft mit seinem Unyvero-System für alle am Gesundheitssystem Beteiligten einen klaren Mehrwert. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Nutzen zukünftig übergreifend anerkannt wird und solche Innovationen flächendeckend als Standard eingesetzt werden.

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OneWorldDoctors – virtuelle Ärzte ohne Grenzen

Ärztliches Fachwissen online in Gegenden bringen, in denen es kaum medizinische Hilfe gibt, das ist die Idee des eHealth Startups OneWorldDoctors.

Hintergrund zu OneWorldDoctors

Fachärzte sind zwar auch bei uns in Deutschland rar, aber es gibt Länder, in denen ein massiver Mangel an Spezialisten herrscht. So entstand die Idee, dass Ärzte ihre Expertise Kollegen in der Ferne online zur Verfügung stellen, die nicht mal eben den Kollegen nebenan fragen oder ein Konsil veranlassen können. Möglich macht das die Initiative OneWorldDoctors, über die sich Ärzte ganz einfach unabhängig von Zeit und Ort zu medizinischen Fragestellungen austauschen können.

Was ist OneWorldDoctors?

OneWorldDoctors ist eine Plattform zur Vernetzung von medizinischem Fachpersonal. Sie liefert medizinische Expertise überall in die Welt, speziell in Entwicklungsländer. Die Plattform übernimmt dabei die Rolle des neutralen Vermittlers, der den Kontakt zum benötigten Spezialisten herstellt.

Foto der Gründer von OneWorldDoctors
Das Team von OneWorldDoctors: Tom Bley, Dr. Alexander Baltz und Dr. Janko Brand (v. l. n. r.) ©OneWorldDoctors

Wie funktioniert OneWorldDoctors?

Wenn zum Beispiel ein Arzt in einer medizinisch unterversorgten Region wie zum Beispiel Bangladesch einen schwer zu interpretierenden radiologischen Befund hat, kann er diesen per Mail an OneWorld Doctors schicken.

Sobald der Fall bei OneWorldDoctors reinkommt, wird ein akkreditierter Radiologe benachrichtigt. Wenn der dann zustimmt, dass er den Fall annehmen will, bekommt er die anonymisierten Daten zugeschickt.

So einfach funktioniert die Plattform OneWorldDoctors ©OneWorldDoctors

„Im Moment funktioniert das alles noch händisch und per E-Mail. Aber iMedVison arbeitet gerade an einer Service-Plattform, die den Austauschprozess künftig professionalisieren wird. Und natürlich denken wir auch darüber nach, eines Tages KI zu integrieren“, so Dr. Janko Brand, einer der Gründer von OneWorldDoctors.

So kann ein globales Netzwerk aus akkreditierten Ärzten mit seinem Experten-Wissen Befunde aus der ganzen Welt bewerten. Mit ihrem Rat unterstützen sie ratsuchende Kollegen dabei, die richtige Diagnose zu stellen. Damit ist OneWorldDoctors eine Art Ärzte ohne Grenzen von Zuhause aus.

Wie kann man Teil der Community werden?

Das geht ganz unkompliziert: Interessierte Ärzte schreiben einfach eine formlose E-Mail an hello@oneworlddoctors.org und teilen darin mit, in welcher Art und Weise und mit welchem Fachwissen sie sich engagieren wollen. OneWorldDoctors geht dann mit dem „Bewerber“ in einen Dialog, denn die Expertise des Arztes muss selbstverständlich zuerst verifiziert werden. Diese Verifizierung erfolgt mittels etablierter Identifikationssysteme. In Deutschland ist das beispielsweise die Lebenslange Arztnummer (LANR).

Wer haftet für eventuelle Behandlungsfehler?

Das ist natürlich eine Frage, die interessierte Ärzte ganz sicher bewegt, bevor sie ihre Expertise dem Netzwerk zur Verfügung stellen. Sie ist aber ganz leicht zu beantworten. Am Ende ist immer der Arzt, der seinen Patienten tatsächlich behandelt, für sein ärztliches Handeln selbst verantwortlich.

Unser Fazit

Wir haben mit unserer Ärztin Heidi Funk, die früher selbst in einem Krankenhaus in einer sehr entlegenen Region im südlichen Afrika gearbeitet hat, über die Plattform diskutiert. Heidi ist von der Initiative begeistert und meint: „Natürlich hatten wir auch nicht immer einen Spezialisten für jede Abteilung vor Ort. Oft kam nur einmal im Monat ein Facharzt vorbei. Wenn es damals schon so einen Service gegeben hätte, hätte das unsere Arbeit sicher erheblich verbessert und auch vereinfacht. Daher wünsche ich OneWorldDoctors auch weiterhin viel Erfolg.“

Die Initiative OneWorldDoctors ist übrigens für den Aspirin Social Innovation Award nominiert. Dafür drücken wir ganz ganz feste die Daumen!

Und wer OneWorldDoctors mit einer Spende unterstützen möchte, kann das auf der Website tun. Denn nur durch eine entsprechende finanzielle Unterstützung kann dieser wertvolle Service Ärzten auf der ganzen Welt auf Dauer kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

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VR und KI im Einsatz für Menschen mit Demenz

Wir haben uns hier schon mehrfach mit Demenz beschäftigt. Heute berichten wir über zwei innovative „Spezialbrillen“ und wie sie Menschen, die an Demenz erkrankt sind, mittels VR und KI helfen können.

Zu Beginn der Erkrankung lässt vor allem das Kurzzeitgedächtnis auffallend nach. Je mehr das Kurzzeitgedächtnis schwindet umso wichtiger wird es für Menschen mit Demenz, sich mit vertrauten altbekannten Dingen zu umgeben und in Erinnerungen zu schwelgen. Aus diesem Grund hat sich im Rahmen der sogenannten Erinnerungsarbeit auch der Einsatz alter Fotoalben, Musik aus der Jugendzeit und historischer Filme bewährt. Das Erinnern gibt Sicherheit, schafft Vertrauen und kann vor allem zu Beginn der Erkrankung manchmal noch eine Brücke zur Gegenwart schlagen.

Erinnerungspflege mit VR

In einem gemeinsamen Projekt haben Mediziner und Spieleentwickler ganz besondere VR-Brillen entwickelt. Damit können sich Demenz-Patienten auf eine Zeitreise in die Welt der 50er und 60er Jahre begeben.

VR-Visualisierung einer historischen Straße in Krefeld hilft an Demenz Erkrankten sich zu erinnern.
© Weltenweber

Die Bürger der Stadt Krefeld haben das Projekt großartig unterstützt. Sie haben nämlich zahlreiche historische Fotos beigesteuert. Daraus konnte eine virtuelle 360-Grad-Version einer bekannten Straßenkreuzung in Krefeld entwickelt werden. So entstand eine virtuelle Welt wie sie in den Wirtschaftswunder-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ausgesehen hat. Mit der Virtual-Reality-Brille können sich die Patienten dort umsehen und sich in der vertrauten Umgebung auch bewegen.

Reise in die Vergangenheit weckt die Aufmerksamkeit der Demenz Patienten

„Die Patienten sind durch die Anwendung sehr neugierig, aufmerksam und teils gesprächig geworden.“, berichtet mir Beate Sucrow, Co-Founderin des Virtual Reality Studios Weltenweber aus Krefeld. Sie ist Game Designerin und arbeitet mit ihrem Team bevorzugt im Bereich Medizin/Therapie.  Die Motivation für diese spezielle Lösung war allerdings eine sehr persönliche, nämlich die Demenzerkrankung ihres Vaters. Dann erfahre ich noch: „Mein Vater hat die Anwendung auch schon getestet. Er hat die Kulisse wiedererkannt und auch die Zeit konnte er richtig einordnen. Das hat uns natürlich sehr gefreut.“

Sicherlich ist eine digitale 3D-Brille nicht für jeden Patienten geeignet. Manch einen mag der Wechsel zwischen den Welten vielleicht auch verwirren oder ängstigen. Aber die ersten Erfahrungen des Helios-Cäcilien-Hospitals Hüls in Krefeld zeigen, dass diese innovative Technologie eine wertvolle Unterstützung bei der Erinnerungsarbeit sein kann.

Menschen mit Demenz  erkennen ihre Angehörige wieder mittels KI

Im Verlauf einer Demenz kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem die Erkrankten ihre eigenen Kinder oder den langjährigen Partner nicht mehr erkennen. Das stellt vor allem für das Umfeld der Patienten eine enorme psychische Belastung dar.

AI-unterstützte Gesichts- und Stimmerkennung in einer AR-Brille macht es möglich, nahestehende Personen und sogar Haustiere (wieder) zu erkennen.

Wie das funktioniert zeigt dieses Video „Know you again“ von Baidu.

Ob es diese Brille bereits gibt, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Der Spot wurde jedenfalls der Jury des internationalen Kreativawards „One Show“ in New York gezeigt.

Ganz ähnlich funktioniert übrigens die MyEye von OrCam, eine Brille, die für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen entwickelt wurde.

Fazit

Die Beispiele zeigen, dass innovative Technologien nicht nur in „nerdigen Gadgtes“ Verwendung finden. Sie können auch einen echten Mehrwert für Patienten liefern. Wäre toll, wenn Lösungen wie die VR-Brille schon bald Eingang in den Therapiealltag finden würden. Im Rahmen des Aufmerksamkeitstrainings kann ich mir das als sehr sinnvolle Ergänzung zu herkömmlichen Methoden vorstellen.

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ANDERS VR bringt die Natur ans Krankenbett

Kommt der Patient nicht zum Berg, kommt der Berg eben zum Patienten. So oder so ähnlich könnten die Gründer von ANDERS VR gedacht haben als sie ihr Produkt entwickelt haben. Denn mit dieser Lösung wird bettlägerigen Menschen ein virtueller Ausflug in die Natur ermöglicht.

Der Hintergrund

Jeder, der schon mal längere Zeit als Patient in einem Krankenhaus verbringen musste, weiß wie belastend das sein kann. Nirgends findet man wirklich Ruhe und die Zeit zwischen den Untersuchungen und Visiten zieht sich wie Kaugummi. Ablenkung bietet allenfalls der Fernseher am Krankenbett, wenn man dieses nicht verlassen kann.

Abhilfe bietet eine innovative Lösung von ANDERS VR, die herkömmliche Betreuungsangebote nachhaltig ergänzt, um die psychologischen und physiologischen Folgen langer Krankenhausaufenthalte aufzufangen.

ANDERS VR ermöglicht virtuelle Ausflüge

ANDERS VR ist ein Spin-off der Stuttgarter Universität Hohenheim, das zusammen mit Psychologen und Physiotherapeuten spezielle VR-Inhalte entwickelt. Dazu zählen exklusiv produzierte Entspannungs-, Bewegungs- und Atemübungen, Naturerlebnisse sowie individualisierte Erlebnisreisen. So können Patienten ihr Krankenzimmer für eine kurze Zeit virtuell verlassen und einen kleinen Ausflug in die Natur unternehmen.

Ärztin erklärt Patientin im Krankenbett die Benutzung der VR-Brille
© ANDERS VR 2018 www.anders.life

„Mit unserer VR-Brille bringen wir Wälder, Seen und Berge zum Menschen, erzählen ihnen kurze Geschichten oder lassen die Geräusche der Natur auf ihn wirken, um das Krankenzimmer für eine gewisse Zeit zu vergessen.“, so Manuel Döbele, Geschäftsführer von Anders VR.

Aber ANDERS VR ist weit mehr als eine reine Entertainment-Lösung. Von den Atemübungen erhofft man sich auch einen präventiven Nutzen bei der Vermeidung nosokomialer Pneumonien und die Entspannungsinhalte können zur Schmerzlinderung beitragen.

„Wir nehmen den Patienten an die Hand, versetzen ihn mithilfe von virtueller Realität in eine angenehme und beruhigende Umgebung. Dort begleiten wir ihn bei der Entspannung, der richtigen Atmung und bei leichten Bewegungsübungen – und zwar dann, wann der Patient es wünscht und benötigt.“, so Dr. Andreas Haas, Gründer und Geschäftsführer von Anders VR.

Was erwartet den Nutzer bei ANDERS VR?

Bei der Entwicklung der Inhalte wirken Physiotherapeuten, Psychologen und andere Experten beratend mit, damit das Angebot auch wirklich auf die Situation der Patienten zugeschnitten ist.

Verwendet werden ca. 7-minütige 360-Grad-Filme von realen Umgebungen. Da gibt es zum Beispiel eine Fahrt auf dem Bodensee oder einen Coach, der Bewegungsübungen auf einer grünen Wiese vorführt. Bei der Perspektive der Filme wird auch berücksichtigt, ob ein Patient im Krankenbett nur flach liegen oder auch aufrecht sitzen kann. Das sorgt für sofortige Vertrautheit beim User und verhindert die „motion sickness“, die beim Eintauchen in eine computergenerierte Umgebung mit einer VR-Brille auftreten kann.

Die Anwendung ist ohne Internet- oder Mobilfunkverbindung, also vollkommen offline möglich. Somit kann das Produkt grundsätzlich zu jeder Zeit und an jedem Ort, sogar im OP-Saal zur Beruhigung des Patienten eingesetzt werden.

Für jeden Patienten kann der zuständige Therapeut das individuell optimale Programm – derzeit existieren schon an die 80 – zusammenstellen.

Einen ersten Eindruck vermittelt diese Video:

 

Was kostet der virtuelle Ausflug mit ANDERS VR?

ANDERS VR hat drei verschiedene Preismodelle. Dazu kommt eine einmalige Schulungsgebühr in Höhe von 400,00 €. In der Schulung erfährt man alles über die korrekte Anwendung und bekommt Empfehlungen zum hygienischen Umgang mit der Brille.

Wer sich vor dem Kauf erst einen Eindruck verschaffen möchte, kann eine Demo des Produkts buchen.

Fazit

VR im medizinisch-therapeutischen Umfeld ist aus unserer Sicht ein Mega-Thema. Und die Möglichkeiten sind noch längst nicht ausgeschöpft. Wir sind gespannt, was da noch alles kommt.

Der Einsatz der Lösung von ANDERS VR beschränkt sich natürlich nicht auf Krankenhäuser. Auch für Menschen, die in Alten- oder Pflegeheimen leben und in ihrer Mobilität eingeschränkt oder bettlägerig sind, kann sie eine sehr wertvolle Ergänzung zum klassischen Angebot sein.

Alter Mensch in Alternheim freut sich mit VR-Brille
© ANDERS VR 2018 www.anders.life

An anderer Stelle haben wir bereits über den Einsatz von VR bei Angststörungen berichtet:

VR-Brille gegen soziale Phobie

Phobien mit VR kurieren

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Bungee-Jumps für die Hirnforschung

Ob es querschnittgelähmten Menschen eines Tages möglich sein wird, allein mit Hilfe ihrer Willenskraft etwas bewegen zu können, beschäftigt die Hirnforschung schon lange. Bereits 1964 wurde von Wissenschaftlern das sogenannte „Bereitschaftspotential“ unter Laborbedingungen beschrieben. Bislang galt es allerdings als unmöglich, es in Alltagssituation zu messen. Wissenschaftler der Uni Tübingen ist dies nun sogar unter Extrembedingungen gelungen.

Was versteht man denn in der Hirnforschung unter dem Bereitschaftspotential ?

Das Bereitschaftspotential ist eine charakteristische elektrische Spannungsverschiebung im Gehirn, die eine bevorstehende willentliche Handlung anzeigt. Diese Spannungsverschiebung entsteht bereits, bevor sich der Handelnde überhaupt darüber bewusst wird, dass er gleich eine Bewegung ausführen wird. Bisher galten Messungen des Bereitschaftspotenzials nur im Labor als möglich, da die Spannungsverschiebung im Bereich von wenigen Millionstel-Volt liegt, wie es in der Mitteilung heißt.

Was war das Anliegen der Wissenschaftler? 

Vor allen Dingen wollten sie herausfinden, ob das Bereitschaftspotential auch in Alltagsumgebungen messbar ist. Das ist nämlich relevant für die Weiterentwicklung alltagstauglicher Gehirn-Maschine Schnittstellen, denn das wäre eine wichtige Grundlage dafür, dass Querschnittsgelähmte und Schlaganfallpatienten Maschinen mit ihren Hirnsignalen steuern können.

Ferner interessierte die Wissenschaftler, ob die für eine Handlung nötige Willenskraft Einfluss auf die Ausprägung des Bereitschaftspotentials hat.

®Pixabay 30 Mal stürzten sich die Probanden für die Hirnforschung in die Tiefe.

Nicht (nur) zum Vergnügen sondern für die Forschung erklärten sich zwei Klippenspringer bereit, ihre Hirnströme vor Bungee-Sprüngen von der 192-Meter hohen Europabrücke bei Innsbruck aufzeichnen zu lassen.
Für die Messung hat man die Probanden mit drahtlosen EEG-Messgeräten ausgestattet. Die Daten der Hirnaktivität wurden damit vor und während des Sprungs aufgezeichnet.

Das spannende Ergebnis dieses Experiments:
Nach nur wenigen Sprüngen gelang es den Forschern, das Bereitschaftspotential zweifelsfrei nachzuweisen.

Damit ist es Forschern erstmals gelungen, das sogenannte Bereitschaftspotential nicht nur außerhalb des Labors sondern sogar unter Extrembedingungen zu messen.

Die Ergebnisse der Studie werden im Frühjahr 2018 in einem internationalen Fachjournal veröffentlicht. Ein Abstract ist bereits online verfügbar.

Fazit

Im Bereich der Neurotechnologie tut sich enorm viel. Erst kürzlich haben wir hier über ein weiteres Projekt, das ebenfalls an der Uniklinik Tübingen durchgeführt wurde berichtet.
Bleibt nur zu hoffen, dass von der Neurotechnik schon bald Menschen mit Lähmungen profitieren können.

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