Vagusstimulation gegen Rheumaschmerzen

*Werbung – unbezahlt – wegen Namensnennung / Verlinkung*  Die Effekte einer gezielten Aktivierung des Vagusnervs sind Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte. Positive Wirkungen erhofft man sich bei unterschiedlichsten Erkrankungen wie zum Beispiel Depression, Epilepsie und Migräne. Ein aktueller Forschungstrend untersucht, ob die Stimulation des Vagusnervs auch chronische Schmerzen bei Menschen mit einer rheumatischen Arthritis lindern kann. Das Start-up Nēsos aus San Francisco hat dazu ein spezielles Device entwickelt, das über das Ohr elektrische Impulse an den Vagusnerv sendet. So soll die Vagusstimulation gegen Rheumaschmerzen helfen.


Bei der Rheumatoiden Arthritis (RA) handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die ausgelöst wird, wenn das Immunsystem fälschlicherweise gesundes Körpergewebe angreift. Typisch für diese Krankheit sind Schwellungen und Steifheit in den entzündeten Gelenken, die auch mit starken Schmerzen einhergehen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören einerseits symptomatische entzündungshemmende Wirkstoffe. Zum anderen werden Medikamente, die ins körpereigene Immunsystem eingreifen und darüber den Krankheitsverlauf beeinflussen, die sog. krankheitsmodifizierenden Antirheumatika, eingesetzt.

Was hat der Vagusnerv damit zu tun?

Der Vagusnerv ist der 10. und längste unserer insgesamt zwölf Hirnnerven. Als Teil des sogenannten Parasympathikus ist er an der Funktion fast jedes inneren Organs beteiligt. Dabei ist er – vereinfacht gesagt – für alles zuständig, was in unserem Körper mit Erholung, Ruhe und Verdauung zu tun hat. Früher glaubten Wissenschaftler, dass das Gehirn und das Immunsystem völlig getrennte Einheiten sind. Neuere Forschungen haben offenbar ergeben, dass die beiden Systeme in ständiger Kommunikation miteinander stehen. Demnach soll das Gehirn das Immunsystem durch spezifische neuronale Netzwerke beeinflussen können.

Mit Vagusstimulation gegen Rheumaschmerzen

Auf Basis dieser Erkenntnisse hat Nēsos ein spezielles Device entwickelt, das auf den ersten Blick wie ein Ohrhörer aussieht. Mit dem Gerät hört man aber nichts, sondern es sendet durch das Innenohr elektrische Impulse an den Vagusnerv und zielt so auf einen Pfad im Gehirn, der die Entzündung kontrolliert.

Anders als beispielsweise bei einem implantierten Herzschrittmacher hat das Device den großen Vorteil, dass die elektrischen Impulse von außerhalb an den Nerv gegeben werden können. Damit wäre dieses Gerät die erste tragbare, nicht-invasive Behandlungsmöglichkeit für eine Störung des Immunsystems. Aber funktioniert die Vagusstimulation gegen Rheumaschmerzen auch?

Pilotstudie zur Vagusstimulation gegen Rheumaschmerzen

Das Device wurde in einer kleinen Pilotstudie getestet, die in der Fachzeitschrift Lancet Rheumatology veröffentlicht wurde. An dieser prospektiven, multizentrischen, offenen, einarmigen Proof-of-Concept-Studie nahmen 30 Patienten im Alter von 18-80 Jahren mit aktiver rheumatoider Arthritis teil, die unzureichend auf konventionelle synthetische krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) und auf bis zu einem biologischen DMARD (sog. Biologikum) angesprochen hatten. Das Biologikum wurde mindestens 4 Wochen vor Studienbeginn abgesetzt und durfte während der Studie auch nicht verabreicht werden. Alle Teilnehmer wurden für die Verwendung des Geräts für bis zu 30 Minuten pro Tag eingeteilt, das Impulse von 20 kHz abgab. Die Nachuntersuchungen erfolgten in Woche 1, Woche 2, Woche 4, Woche 8 und Woche 12 nach der Basisuntersuchung. Die Patienten hatten am Ende der Studie eine klinisch bedeutsame Verringerung des DAS28-CRP und erreichten damit den primären Endpunkt.

Mein Fazit

Diese ersten Ergebnisse finde ich schon interessant, weil sie zeigen, dass die nicht-invasive Vagusstimulation gegen Rheumaschmerzen grundsätzlich funktioniert. Allerdings müssen diese Effekte noch in größeren klinischen Studien validiert werden. Erst dann wird sich zeigen, ob dieser technologische Ansatz eine ernstzunehmende weitere Behandlungsoption bei rheumatoider Arthritis sein kann.

Unabhängig von diesem speziellen Gerät zur Vagusstimulation gegen Rheumaschmerzen finde ich die Entwicklungen im Bereich der bioelektronischen Medizin superspannend. Dass diese auch als „Elektrozeutika“ bezeichneten Therapien allerdings Medikamente komplett ablösen, daran glaube ich derzeit nicht. Aber sie erweitern definitiv das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten.

Übrigens: Meine Kollegin Elke hat sich in einem ihrer Beiträge der Thematik „Vagusstimulation“ im Kontext der Migränebehandlung auch schon einmal angenommen. Zum Beitrag

 

 

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Erste Psychoonkologie Plattform Sanaso

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„Es war, als würde mir der Boden unter den Füßen weggezogen.“ So beschreiben viele die Situation, als sie die Diagnose Krebs erhalten haben. So etwas ändert mit einem Schlag ein ganzes Leben. Meist steht die Frage „Wie geht es jetzt weiter?“ im Raum. Um die medizinischen Behandlungsschritte kümmern sich die Ärzte. Zeit für persönliche Gespräche und Fragen, die über die Krebstherapie hinausgehen, bleibt dabei oft nicht. Hier setzt die erste Psychoonkologie Plattform Sanaso an.


Seit geraumer Zeit ist es für viele von uns ganz alltäglich, sich nur noch virtuell zu treffen und dabei über wichtige und weniger wichtige Dinge zu sprechen. Eine Krebserkrankung ist etwas sehr Persönliches. Es ist nachvollziehbar, wenn Betroffene am liebsten auch persönlich mit einem Ansprechpartner über alle Sorgen und Nöte sprechen möchten. Aber es gibt gute Gründe, die für eine qualifizierte Online-Beratung sprechen.

Gute Gründe für Sanaso

Die Versorgung von geschwächten Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie ist eine besondere Herausforderung. Gerade bei Krebserkrankungen ist die Gefahr und auch die Angst vor Ansteckung  groß. Das Immunsystem von Menschen mit einer Krebserkrankung ist häufig beeinträchtigt. Damit steigen die Sorgen vor Ansteckungen jeglicher Art. Mit der Möglichkeit einer Online-Beratung können diese Gefahren minimiert werden.

Ein weiterer Vorteil ist die örtliche Unabhängigkeit des Angebots. Insbesondere in ländlichen Gebieten ist die ambulante Versorgung mit Psychoonkolog*innen nicht immer gegeben. Zusätzlich ist die Mobilität von Patienten häufig eingeschränkt. Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel ist gerade jetzt keine gute Option. Die Videosprechstunde ermöglicht es, die Gespräche im sicheren Zuhause durchzuführen.

Was bietet die Psychoonkologie Plattform Sanaso?

Für Ratsuchende vermittelt Sanaso qualifizierte psychoonkologische Beratungen durch erfahrene Psychoonkolog*innen, die alle eine Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft haben. Sie sind die kompetenten Ansprechpartner für seelische und auch soziale Fragestellungen. Sie hören zu, sie geben Unterstützung und Orientierung für die nächste Zeit und die anstehenden nächsten Schritte.

Innerhalb von nur sieben Tagen wird über die Videosprechstunde ein Ersttermin möglich.

Die Erstberatung ist kostenlos. Die Kosten für die Folgeberatungen betragen 40,– € für eine 60 minütige Einheit.

Unterstützung auch für Angehörige

Von einer Krebserkrankung sind alle im Umfeld der Erkrankten mitbetroffen. Oft sind die Angehörigen mit der Situation überfordert. Sie wollen helfen, wissen aber nicht, wie. Auch sie finden bei den Psychoonkolog*innen auf Sanaso eine professionelle Beratung.

Bei welchen Themen kann Sanaso unterstützen?

  1. Umgang mit dem Schock der Diagnose
  2. Operationen, Chemo- & Strahlentherapie
  3. Rückkehr in den Alltag nach der Reha
  4. Nachsorge: Ängste vor Rückkehr & Leben mit der Erfahrung nach Krebs
  5. Krebsrückkehr/Rezidiv und/oder Metastasen
  6. Krebs in der Familie: Hilfe für Angehörige

„Wir verstehen Sanaso als Ergänzung zu bestehenden Angeboten“, so die Projektleiterin Irene Schwarz.

Die Psychoonkologie Plattform Sanaso ist einfach und sicher zu nutzen

Die Nutzung der Plattform erfordert keinen Programm-Download und funktioniert auf allen gängigen Geräten mit Bildschirm-Funktion.

Die Gespräche bleiben selbstverständlich vertraulich, denn die Online-Videosprechstunde wird über eine sichere, verschlüsselte Verbindung abgewickelt und die eingesetzte Software erfüllt alle Bestimmungen zum Datenschutz und zur Informationssicherheit.

Mein Fazit

Sanaso ermöglicht Ratsuchenden innerhalb kürzester Zeit (maximal 7 Tage) und unabhängig vom Wohnort, einen persönlichen Termin bei zertifizierten Psychoonkolog*innen wahrzunehmen. Wie in einer „stationären“ Krebsberatungsstelle steht auch hier ein Gruppe von Psychoonkolog*innen zur Auswahl, so dass für jeden Bedarf der /die passende Expert*in ausgewählt werden kann.

Vermutlich ist das Online-Angebot für viele Ratsuchenden attraktiv, aber einige wünschen sich vielleicht doch lieber eine persönliche Beratung vor Ort. Doch auch da hilft die Plattform weiter, weil sie die Ratsuchenden mit weiterführenden Informationen versorgt. So erfaärt man wie bzw. auf welchen Plattformen man niedergelassene Psychoonkolog*innen finden kann.

Wir finden: Die Zeit ist mehr als reif für dieses Angebot. Nicht zuletzt wegen Corona, sondern weil eine ausreichende Abdeckung mit Psychoonkolog*innen nicht überall gegeben ist. Und die wertvolle Unterstützung die Ratsuchenden dadurch zuteilwerden kann, ist einfach großartig! Eine Krebserkrankung bringt oftmals auch finanzielle Belastungen mit sich, die die Möglichkeiten der Betroffenen übersteigen. Daher sind die Kosten für die Nutzung der Plattform ein kleiner Wermutstropfen, mit anderen Worten wünschen wir der Plattform noch viele weitere Supporter. So kann dieses wertvolle Angebot vielleicht irgendwann ganz kostenlos angeboten werden.

Und hier noch eine Lese-Tipp zu einem Beitrag meiner Blogger-Kollegin Elke über eine interessante App, die auch ein wertvoller Helfer für Menschen sein kann, um Unterstützung für das Leben Krebs zu bekommen.

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sinCephalea – befreit von Migräne durch personalisierte Ernährung

Viele Menschen, die an Migräne leiden, kennen das: Es gibt Lebensmittel, die einen Migräneanfall triggern können. Beim einen ist es ein Glas Rotwein, bei der anderen Schokolade oder bestimmte Käsesorten. Das ist individuell ganz unterschiedlich. Aber warum ist das so? Perfood beschäftigt sich schon einige Jahre intensiv mit dem Thema personalisierte Ernährung. Das Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, digitale Therapien für eine ganze Reihe von Erkrankungen zu entwickeln, die eben diesen Kernaspekt der personalisierten Ernährung miteinbeziehen. Den Anfang macht die Migräne App sinCepahela, die wir heute hier vorstellen.


Hintergrund zu dieser besonderen Migräne App sinCephalea

Es gibt Menschen, die sich jeden Morgen ein gehaltvolles Müsli gönnen. Die einen sättigt das einen halben Tag lang. Bei anderen knurrt schon nach einer Stunde wieder der Magen und sie haben Hunger oder sogar Heißhunger. Der Grund dafür ist, dass ein und dasselbe Nahrungsmittel bei jedem Menschen sehr unterschiedliche Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel haben kann. Das führt dann auch dazu, dass manche Menschen in der Annahme sich „gesund“ zu ernähren, trotzdem immer mit ihrem Gewicht kämpfen, und andere eben nicht.

Kohlenhydrate sind der Key

Diese Feststellung hat die im Jahr 2017 gegründete Perfood GmbH dazu bewogen, der Sache auf den Grund zu gehen: Kohlenhydrate sind Bestandteil unserer Ernährung. Nach dem Essen lassen sie den Blutzuckerspiegel ansteigen. Verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass dieser Anstieg bei jedem Menschen anders ausfällt und daher auch jeder Mensch anders auf ein und dieselbe Nahrung reagiert. Beim einen steigt der Blutzuckerspiegel stark an, beim anderen bleibt er weitgehend stabil. Verantwortlich dafür ist das Mikrobiom, also die individuelle Zusammensetzung der Darmbakterien. Denn sie tragen bei der Verdauung von Lebensmitteln maßgeblich dazu bei, wie unser Körper auf Nahrungsmittel reagiert. Diese Erkenntnisse waren für Perfood die Basis, zunächst ein Programm für personalisierte Ernährung zu entwickeln. Dabei kann man in einem 2-wöchigen Programm mittels eines Blutzuckersensors testen, wie man auf seine typische Alltagsmahlzeiten reagiert.

Was hat das alles mit Migräne zu tun und wie hilft die App sinCephalea?

Es ist erwiesen, dass Schwankungen des Blutzuckers Migräneattacken auslösen können. Daher sollte der Blutzucker möglichst stabil sein. Wenn man also durch kleine Veränderungen die eigene Ernährung optimiert, kann man dadurch auch Migräneattacken reduzieren. sinCephalea nutzt diesen Zusammenhang zur Prophylaxe von Migräneanfällen und personalisiert die Ernährungsempfehlungen. Klingt total logisch, oder? Soweit die Theorie.

Das wollte ich genauer wissen, weil ich selbst von Migräne geplagt bin. Im Rahmen einer Studie konnte ich sinCephalea testen. In der zweiwöchigen Testphase habe ich verschiedene Testmahlzeiten – so genannte Challenges – gegessen und mit einem Sensor am Oberarm gecheckt, welchen Einfluss bestimmte Lebensmittel auf meinen Blutzucker haben. So konnte ich sehen, dass ich zum Beispiel auf Kartoffeln mit einem enormen Blutzuckeranstieg reagierte. Wohingegen Nudeln und Reis zu geringeren Anstiegen führten.

Parallel dazu habe ich meine Migränesymptome im Migränetagebuch dokumentiert, und auch meine Aktivitäten, meinen Sport, meinen Schlaf und all so was. Zwischendurch habe ich immer wieder Fragebögen beantwortet und über Lektionen Interessantes über Migräne gelernt.

Am Ende habe ich einen Report bekommen mit meinen ganz persönlichen Ernährungsempfehlungen.

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Mein Fazit

Die Migräne App hat mir gezeigt, dass es möglich ist über eine personalisierte Ernährung Einfluss auf eine Krankheit zu nehmen. Mir lieferte die Teilnahme an der Studie den sehr überraschenden Erkenntnisgewinn, dass für mich und meinen Blutzucker wirklich nur kleine Anpassungen an meinem bisherigen Essverhalten notwendig sind. Mit dem neuen Wissen kann ich jetzt meine Ernährung ganz leicht und vor allem auch dauerhaft selbst optimieren. Mir hat sinCephalea geholfen, nicht nur die Auswirkungen von Essen auf meinen Körper besser zu verstehen, sondern ich habe auch tatsächlich seit den kleinen Anpassungen in meinem Speiseplan keine schwere Migräneattacke mehr gehabt. Für mich extrem hilfreich, weil ich ohne „Notfallmedikament“ in der Tasche nicht mehr aus dem Haus konnte.

Ausblick

sinCephalea ist inzwischen als Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) zur Prophylaxe von Migräneanfällen beim BfArM gelistet. Das Produkt kann damit in Kürze vom Arzt per Rezept verordnet und die Kosten von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden.

Wie ich von Dominik Burziwoda, einem der Gründer, erfahren habe, hat Perfood noch weitere Erkrankungen im Blick, bei denen eine Reduktion der postprandialen Blutzuckervariabilität durch personalisierte Ernährungsempfehlungen sinnvoll erscheint. Aktuell läuft eine Studie zu Diabetes Typ-2. Wir sind gespannt!

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voize – mehr Zeit für Zwischenmenschliches in der Pflege

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Die ordnungsgemäße Dokumentation von Leistungen ist ganz zweiffellos ein zentrales und unerlässliches Arbeitsmittel der professionellen Altenflege. Dafür verbringen Pflegekräfte sehr viel Zeit am PC. Wertvolle Zeit, die viele von ihnen viel lieber für das persönliche Gespräch mit den Heimbewohnern nutzen würden. Der digitale Pflegeassistent von voize, einem schwäbischen Start-up, will das ändern.


Viele machen sich die Spracherkennung im Alltag wie zum Beispiel beim Navi im Auto oder beim Verfassen von Kurznachrichten am Handy bereits zunutze.

Die Anforderungen an einen digitalen Sprachassistenten, der in der Pflegedokumentation zum Einsatz kommt, sind allerdings speziell: Er benötigt zwar keinen allzu großen Wortschatz, aber dafür muss er medizinische Fachbegriffe zuverlässig erkennen können. Auch der Datenschutz spielt bei der Nutzung eine große Rolle. Dazu kommt, dass in vielen Einrichtungen das WLAN nicht immer überall optimal funktioniert. Und genau für dieses spezielle Setting haben drei junge Gründer voize entwickelt.

Das Gründerteam: Marcel Schmidberger, Erik Ziegler, Fabio Schmidberger © voize GmbH

Was macht voize so besonders?

Offenbar ist es gelungen, Spracheingabe und Textanalyse komplett offline nur auf dem Endgerät auszuführen. Dadurch profitieren auch Heime ohne flächendeckendes WLAN von the voize.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Pflegeperson die Dokumentation während der Pflege direkt ins Smartphone sprechen kann. Das hilft Fehler zu reduzieren und erhöht am Ende die Qualität der Pflegedokumentation.

Die künstliche Intelligenz (KI) von voize analysiert die Spracheingabe und wandelt das Gesprochene automatisch in einen strukturierten Dokumentationseintrag um.

© voize GmBH
© voize GmbH

Dann erstellt die App noch die richtigen Einträge über Schnittstellen im bestehenden Dokumentationssystem des jeweiligen Heimes. Fertig!

Noch zwei wichtige Punkte, die voize von anderen Sprachassistenten unterscheiden:

Die Sprachdaten verlassen durch Offline-Machine-Learning nie das Smartphone. Alle Dokumentationseinträge werden so ohne Zwischenstelle direkt vom Gerät in das jeweilige Dokumentationssystem des Heimes gesendet. Dadurch ist voize hinsichtlich Datenschutz wohl völlig unbedenklich.

Pflegekräfte mit Schwierigkeiten bei Rechtschreibung und Grammatik werden durch die Spracheingabe besonders unterstützt, weil die App sogar Grammatikfehler korrigieren kann. Auch mit Dialekten kann das System mittlerweile schon ganz gut umgehen.

© voize GmbH

Mein Fazit

Der Pflegenotstand – aktuell fehlen laut einem Gutachten der Uni Bremen zufolge an die 100.000 Pfleger*innen in deutschen Altenheimen – ist schon jetzt enorm. Und er wird in Anbetracht der Alterspyramide in Zukunft noch weiter steigen. Die Altenpfleger*innen stehen unter großem Druck. Neben ihrer eigentlichen pflegerischen Tätigkeit müssen sie alles ordnungsgemäß dokumentieren. Das zwischenmenschliche Gespräch, das für die zu Pflegenden von großer Bedeutung ist, bleibt da oft auf der Strecke. Innovative Lösungen wie voize setzen also direkt an einem wunden Punkt an. Mich hat die Idee begeistert und ich wünsche „The voize of Ländle“, wie ich diese Innovation mal augenzwinkernd nennen möchte, viel Erfolg!!

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stuul: stylisch, gesund, nachhaltig – auch auf dem stillen Örtchen

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Zugegeben, es gibt Themen, über die man lieber spricht und schreibt als über die Defäkation. Dennoch ist der Stuhlgang ein Vorgang, der uns alle angeht, nicht zuletzt deshalb, weil er nicht immer bei allen einwandfrei funktioniert. Um die Darmentleerung zu erleichtern, sind in letzter Zeit Toilettenhocker in Mode gekommen. Das Münchener Start-up JUUCE hat ein Modell namens „stuul“ entwickelt, das sich durch ein außergewöhnliches Design auszeichnet.


Es gibt viele Hinweise dafür, dass unsere Körperhaltung eine entscheidende Rolle spielt, wie leicht uns die Defäkation fällt. In unseren Breiten sind heutzutage Toiletten üblich, auf denen man wie auf einem Stuhl sitzt. Die Beine bilden dabei zum Oberkörper einen 90°-Winkel. In manchen Kulturen hingegen ist eine Hockposition üblich. Dabei verkleinert sich der Winkel zwischen Beinen und Oberkörper. Entscheidend ist, dass der in dieser Position spitzere Winkel zwischen Darm und After dafür sorgt, dass sich der Enddarm begradigt und so der Stuhl leichter herausgleiten kann. Um dieser physiologisch sinnvollen Hockhaltung auf dem heimischen Klo so nahe wie möglich zu kommen, stellt man seine Füße am besten auf etwas, das ca. 20 bis 30 cm hoch ist.

stuul verbindet erstmals das Nützliche mit ästhetischen Aspekten.

Ob das ein Stapel Zeitungen ist, ein hölzerner Fußschemel oder ein extra dafür entwickelter Toilettenhocker aus Kunststoff, das ist natürlich jedem selbst überlassen. Ihren Zweck erfüllen sie alle. Wer allerdings Wert auf ein schönes Bad legt, will es vermutlich nicht mit einem Plastikhocker verunstalten. Denn der erinnert doch sehr an ein Hilfsmittel im Seniorenheim. Steht so ein Ungetüm aus Plastik vor dem WC im ansonsten so schmucken Eigenheim, dann versieht er zugleich noch seine Besitzer mit dem Stigma eines Hämorrhoidalleidens oder etwas ähnlich Unangenehmen. Das will doch wirklich keiner, oder? Und genau deswegen hat JUUCE den stuul entwickelt.

Was ist das Besondere an stuul?

Stuul unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von herkömmlichen Toilettenhockern. Er ist der erste dieser Produktkategorie, der sich aufgrund seines innovativen Designs perfekt in moderne, hochwertige Bad-Interieurs einfügt. Er ist also nicht nur nützlich, sondern sieht auch noch verdammt gut aus.

stuul besteht aus zwei identischen Hockern. Steckt man sie ineinander, entsteht ein ästhetisches Objekt. Auf den ersten Blick ist sein eigentlicher Zweck überhaupt nicht zu erkennen. Und genau das war den Entwicklern wichtig.

stuul gibt es aktuell in 5 verschiendenen Farben: charcoal, basalt, indigo, beetroot und rust. Und in Kürze – so viel darf ich schon verraten – kommt noch ein ganz besonderes Modell auf den Markt.

Die Vorteile von stuul auf einen Blick

  • DURCHDACHT: stuul besteht aus zwei identischen Hockern, die ineinander gesteckt werden können. Das zweiteilige Design schafft Platz im Bad und hält sich dezent zurück.
  • AUSGEZEICHNET: stuul ist Preisträger des Universal Design Consumer Award 2019, des GOOD DESIGN Award 2019 sowie des International Design Award (IDA) 2019.
  • ERGONOMISCH: stuul wurde konzipiert, um eine medizinisch ideale und gleichzeitig angenehme Hockposition zu ermöglichen.
  • NACHHALTIG: stuul ist zu 100% stofflich recyclebar, wird klimaneutral in Deutschland produziert und auf dem kürzesten Weg direkt vom Hersteller versandt.
  • LANGLEBIG: stuul besteht aus einem hochdichten Partikelschaum. Dieses Hightech-Material ist hautfreundlich, robust, energiesparend herstellbar, extrem leicht und resistent gegen die allermeisten Chemikalien.

Die Wissenschaft dahinter

Es gibt bislang eine Studie [1] aus den USA, die den Einsatz einer „Vorrichtung zur Haltungsänderung während der Defäkation“ und dessen Auswirkungen auf den Stuhlgang bei 52 gesunden Probanden untersucht hat. Dabei zeigte sich ein positiver Einfluss auf die Dauer des Stuhlgangs, die Belastung sowie die vollständige Entleerung des Darms. Die Wissenschaftler kamen daher zu dem Schluss, dass eine solche Vorrichtung für Menschen, die unter unzureichender Darmentleerung oder erhöhter Darmbelastung leiden, eine nicht-medikamentöse Option darstellt.

Wer hat stuul erfunden und warum?

Daniel Thomas Kövary (links) und Ralph Chrisitan Bremenkamp

DANIEL THOMAS KÖVARY, CEO. Erfahrener Digital Entrepreneur mit einem Hintergrund in Beratung und Verkauf. Im Unternehmen verantwortlich für betriebswirtschaftliche Themen und Marketing.

RALPH CHRISTIAN BREMENKAMP, CDO. Ehemaliger Principal Design Director bei frog design und Creative Director bei BMW Designworks; Industriedesigner mit über 18 Jahren Erfahrung in preisgekröntem Produktdesign für Fortune-500-Unternehmen. Im Unternehmen verantwortlich für das Produkt- und Markendesign.

„Wir Menschen neigen dazu, uns goldene Käfige zu bauen, die uns auf lange Sicht nicht gut tun und aus denen es ganz schwer ist wieder auszubrechen. Dazu gehören hohe Sitztoiletten genauso wie Fastfood und Smartphones. Der einzige Weg aus diesen Käfigen wieder zu entkommen ist es, seine Gewohnheiten ganz bewusst zu hinterfragen und dann möglichst viele schlechte durch gute zu ersetzen. Unser stuul soll dazu einfach ein Hilfsmittel sein, das sich dezent im Hintergrund hält.“

Daniel Kövary, CEO & Co-Founder

Mein Fazit

Mich hat total fasziniert, wie man einem so delikaten Thema so viel Ästhetik verleihen kann! Als ich stuul das erste Mal sah, fragte ich mich, ob das neue Bluetooth Lautsprecher sind. Auf den ersten Blick ist nämlich wirklich nicht klar, worum es sich bei diesem ansprechenden „Objekt“ handelt. Auch das Material wirkt sehr hochwertig und fühlt sich einfach gut an.

Wer Probleme bei der Darmentleerung hat, sollte das natürlich immer zuerst einmal ärztlich abklären lassen, damit sich keine behandlungsbedürftige Erkrankung wie z. B. Diabetes dahinter verbirgt. Ist das ausgeschlossen, stimmt die Ernährung sowie das Maß an Bewegung, aber die Probleme bestehen immer noch? Dann ist es meines Erachtens durchaus sinnvoll, sich die Vorteile der Hockposition zunutze zu machen. Unterstützen können dabei grundsätzlich alle Toilettenhocker. Aber für Ästheten gibt es derzeit nur eine Lösung. Und die heißt stuul.


Übrigens habe ich mich vor einiger Zeit schon einmal mit einem gastrointestinalen Thema beschäftigt. Vielleicht interessiert dich ja dieser Beitrag über das GastroDigitalShirt, ein speziell entwickeltes T-Shirt, das über einen längeren Zeitraum mittels Sensoren Geräusche im Bauch erfasst und kategorisiert.


[1] Modi R et al. Implementation of a Defecation Posture Modification Device. Impact on Bowel Movement Patterns in Healthy Subjects. J Clin Gastroenterol. 2019 Mar; 53(3): 216–219.

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Cleanbrace – ein ziemlich cooles Gadget zur Händedesinfektion

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Der Haltegriff in der U-Bahn, Türgriffe, der Touchscreen am Geldautomaten, die Tastatur bei der Kartenzahlung, der Einkaufswagen, der derzeit in vielen Lebensmittelgeschäften Pflicht ist. Alles Dinge, die von unzählig vielen Menschen tagtäglich angefasst werden. Da kann einen schon mal der dringende Wunsch überkommen, sich danach die Hände zu desinfizieren. Da aber nicht überall und jederzeit Desinfektionsstationen zur Verfügung stehen, hat ein Mindener Start-up dafür eine mobile Lösung entwickelt: das Desinfektionsarmband Cleanbrace.


Es gibt viele Kontaktpunkte, die wir im Alltag alle ganz selbstverständlich mit anderen Menschen teilen, weil es anders gar nicht geht. Wer nicht gerade unter einem Waschzwang leidet, mag damit zwar klar kommen. Aber mal ganz ehrlich, es ist einfach nicht angenehm, wenn man einen Touchscreen bedienen muss, auf dem ganz offensichtlich schon ganz viele andere Fingerabdrücke drauf zu sehen sind. Jedenfalls mich befällt dabei immer ein gewisses Unbehagen oder sogar ein leichtes Ekelgefühl. Und in Zeiten, in denen eine Virus-Pandemie die Welt in Atem hält, machen sich vermutlich noch weitaus mehr Menschen über Handhygiene Gedanken. Und genau dafür gibt es jetzt eine sehr coole Lösung: Das Cleanbrace.

Was ist Cleanbrace und wie wird es benutzt?

Cleanbrace ist eine mobile Lösung zur Händedesinfektion. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Fitness-Armband. Es ist aus Silikon und hat einen kleinen Tank mit Desinfektionsmittel. Bewegt man den Unterarm so, als wollte man auf die Uhr sehen, kann man mit dem Daumen der anderen Hand auf den Tank drücken. Dann gibt dieser durch einen kleinen Auslass unterhalb eines eingelassenen Pipettenkopfes direkt in die Hand einen Spritzer Desinfektionsmittel ab, welcher dann in beiden Händen verrieben werden kann.

Eine Tankfüllung reicht für ca. 5 bis 6 Anwendungen. Jedem Cleanbrace liegt ein Refiller bei, mit dem man den Tank in nur 6 Sekunden wieder befüllen kann.

Was ist das Besondere an Cleanbrace?

Wir wollten von Till-Jonas Uphoff, einem der Gründer des jungen Start-ups aus Minden, wissen, was denn der Mehrwert von Cleanbrace gegenüber herkömmlichen Hygiene-Reinigungstüchern ist. Schließlich bekommt man die für kleines Geld in jedem Drogeriemarkt auch in Reisegrößen für unterwegs.

Die Vorteile von Cleanbrace auf einen Blick

  • Schneller zur Hand. Schließlich will man ja nicht erst lange nach einem Tuch in der Tasche kramen und diese dabei auch noch kontaminieren.
  • Trocknet die Hände nicht aus. Der Grund dafür ist, ein eigens entwickeltes Desinfektionsmittel auf Wasserbasis. Das bietet im Gegensatz zu anderen Mitteln auf Alkoholbasis entscheidende Vorteile: Es ist biologisch abbaubar und schont eben die Haut.
  • Deutlich nachhaltiger. Das Cleanbrace ist im Gegensatz zu Tüchern kein Wegwerfprodukt. Ein praktischer Refiller ist immer dabei.

Wer hat’s erfunden?

V.l.n.r. Andre Maaß (29), Till-Jonas Uphoff (21), Lasse Tischer (21)

Andre Maaß ist Ingenieur und hat schon immer einen Faible für Tüfteleien gehabt. Bei Cleanbrace ist er für die Produktentwicklung zuständig.

Till-Jonas Uphoff ist gelernter Bankkaufmann. Bei Cleanbrace ist er verantwortlich für Kooperationen, Sales sowie die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

„Es hat in den letzten 20 Jahren in den verschiedensten Bereichen gravierende Innovationen gegeben. Grade während einer Pandemie, die unseren Alltag komplett durcheinander wirft, ist es wichtig unsere bekannten Strukturen zu hinterfragen. Wir versuchen mit unserem Armband die Initialzündung für den Hygiene-Bereich zu sein!“, so Till-Jonas Uphoff von Cleanbrace.

Lasse Tischer ist ebenfalls gelernter Bankkaufmann. Bei Cleanbrace ist er zuständig für den Einkauf und die gesamte Supply-Chain.

Was kostet Cleanbrace?

Die aktuellen Preise findest du im Shop.

Mein Fazit

Ganz offensichtlich hat sich in den letzten Monaten durch Corona das Bewusstsein für Handhygiene erheblich gesteigert. Man sieht immer mehr Menschen, die ein kleines Fläschchen aus der Tasche ziehen, um sich zwischendurch im Alltag immer mal wieder die Hände zu desinfizieren.

Jetzt ist die Zeit gekommen, in der viele Arbeitgeber ihre Mitarbeiter wieder ins Firmengebäude holen wollen. Wenn es also so langsam wieder heißt „Back to the office“, sind viele technische und organisatorische Maßnahmen erforderlich. Dazu hat das Bundesarbeitsministerium für Arbeit und Soziales eine nützliche Hilfestellung veröffentlicht, wie die betriebliche Tätigkeit schrittweise wieder aufgenommen werden kann. Trotz all dieser Maßnahmen kann es sein, das einzelne Mitarbeiter*innen möglicherweise ein gewisses Unbehagen beschleicht, wenn sie sich vorstellen, wieder mit anderen im Büro zu sein. Das bedeutet nämlich auch bei räumlich getrennten Schreibtischen, dass vieles wieder gemeinsam benutzt wird wie die Kaffeemaschine, der Wasserspender, die Türklinken, die Fernbedienung vom Beamer etc. Hier kann Cleanbrace einen wertvollen Beitrag leisten, damit sich Mitarbeiter*innen – neben allen anderen Maßnahmen – auch in der Firma wieder wohl und sicher fühlen.

Ausblick

Für die Zukunft haben die Mindener noch viel vor. Es ist schon ein Armband 2.0 in der Entwicklung, das mit ein paar weiteren Features ausgestattet sein wird, wie mir Till verraten hat. Details sind natürlich noch geheim. Aber wir sind gespannt und bleiben dran. Wir wünschen den Jungunternehmern viel Erfolg!


Übrigens habe ich mich vor einiger Zeit schon einmal mit dem Thema Händehygiene beschäftigt. Vielleicht interessiert dich ja dieser Beitrag über ein Monitoring-System zur Verbesserung der Krankenhaushygiene.

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Sanascope – ein intelligentes Stethoskop

Das Abhören der Herz- und Lungentöne mittels Stethoskop gehört zu den Standarduntersuchungen beim Arztbesuch. Das elektronische Stethoskop Sanascope möchte künftig medizinischen Laien ermöglichen, sich zu Hause ein Bild vom Gesundheitszustand zu machen, um abzuwägen, ob ein Arztbesuch notwendig ist.

Was ist Sanascope?

Sanascope ist ein elektronisches Stethoskop. Es wird an ein Smartphone angeschlossen und ermöglicht dabei eine hochqualitative Aufnahme der Herztöne- und Lungengeräusche.

Elektronisches Stethoskop Sanascope
Sanascope, das intelligente E-Stethoskop © 2019 Gesundheitssicherheit für Sie und Ihre Familie

Die Bedienung ist denkbar einfach. Die zugehörige App zeigt nämlich ganz genau an, an welchen Stellen auf dem Brustkorb das Stethoskop positioniert werden muss. Mithilfe von künstlicher Intelligenz erkennt und klassifiziert die Analyse App krankhafte Geräusche mit dem Smartphone. Erkennt es ein verdächtiges Geräusch, gibt es eine Empfehlung aus, wie dringend ein Arztbesuch ist. So kann sich jeder bequem von zu Hause ein Bild vom eigenen Gesundheitszustand zu machen.

Screenshot der Analyse App zeigt die Aufsatzpunkte des elektronischen Stethoskops Sanascope zum Abhören der Herztöne
Die App zeigt die Position zum Abhören der Herztöne© 2019 Gesundheitssicherheit für Sie und Ihre Familie
Screenshot der Analyse App zeigt die Aufsatzpunkte des elektronischen Stethoskops Sanascope zum Abhören der Lungengeräusche
Die App zeigt die Position zum Abhören der Lungengeräusche © 2019 Gesundheitssicherheit für Sie und Ihre Familie

Wie zuverlässig ist Sanascope?

Diese Frage können wir aktuell noch nicht beantworten, da wir hierzu noch keine Auskünfte vom Entwickler erhalten haben. Aber aktuell befindet sich das E-Stethoskop eh noch in der Entwicklung. Geplant ist aber, dass es in naher Zukunft auf den Markt kommt. Dann soll es in  Apotheken für ca. 50 Euro erhältlich sein. Die zugehörige Analyse-App soll es kostenlos dazu geben.

The story behind

Lukas Weick, Assistenzarzt der Inneren Medizin, Mitgründer von Sanascope und medizinischer Leiter des Projekts hat uns seine ganz persönliche Geschichte verraten, die ihn auf die eines intelligenten Stethoskops für den Hausgebrauch brachte.

„Begonnen hat das Projekt damit, dass ich selbst eine Lungenentzündung hatte und diese leider mehrfach übersehen wurde. Da ich deswegen die richtige Therapie erst einige Tage später erhielt, war der Verlauf viel schwerwiegender als nötig. Ich erkannte, dass Auskultation nur etwas für erfahrene Ärzte ist, aber dass deswegen viele wichtige Hinweise zuhause übersehen wurden. Im Krankenbett baute ich mir eine eigenes elektronisches Stethoskop und begann meine Auskultation aufzuzeichnen. Ich wusste, dass künstliche Intelligenz sehr gute Ergebnisse in der Mustererkennung hatte und ich erkannte das Potenzial. Auf einem Start-Up-Event traf ich dann meine Informatiker-Kollegen und wir begannen gemeinsam die Auskultation zu demokratisieren um sie für alle und überall möglich zu machen.“

Mein Fazit

Die Anzahl chronisch kranker Menschen steigt kontinuierlich. In Anbetracht der Tatsache, dass es gerade in ländlichen Regionen immer weniger Ärzte gibt, sind derartige Lösungen wirklich wichtig. Man denke bspw. an Menschen mit COPD. Bei Ihnen ist es höchst relevant, Exazerbationen zu verhindern, weil sie den Krankheitsverlauf massiv verschlechtern. Um eine respiratorische Verschlechterung frühzeitig zu erkennen, könnte Sanascope eine ausgesprochen hilfreiche Lösung sein. Wir drücken dem Projekt die Daumen und sind gespannt auf die weitere Entwicklung.

Übrigens habe ich erst kürzlich einen Beitrag über ein intelligentes T-Shirt, das GastroDigitalShirt, geschrieben, mit dem man Geräusche im Bauch abhören kann.

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GastroDigitalShirt – ein T-Shirt hört Bauchgeräusche

Geräusche im Bauchraum können Hinweise auf bestimmte Erkrankungen geben. Bislang machen Ärzte mit einem Stethoskop und Ihren Ohren den „Soundcheck“. Ein speziell entwickeltes T-Shirt, das GastroDigitalShirt, soll künftig über einen längeren Zeitraum mittels Sensoren Geräusche erfassen und kategorisieren können.

Hintergrund

Das Abhören des Bauchraums mit dem Stethoskop, ist eine wichtige Untersuchungsmethode in der Gastroenterologie. Ärzte nennen das abdominelle Auskultation. Man unterscheidet verstärkte, klingende und verstummte Darmgeräusche. Es gibt auch so genannte Strömungsgeräusche. Ein lautes Zischen kann bespielsweise bei einer Verengung der Bauchschlagader zu hören sein. So kann man anhand von Darm- und Gefäßgeräuschen pathologische Veränderungen im Bauchraum aufspüren.

Die Idee zum GastroDigitalShirt

Das Problem bei der klassischen Methode mittels Stethoskop: Sie liefert immer nur eine Momentaufnahme. Das war der Anlass für Ärzte des Universitätsklinikums Erlangen gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Digital Health der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein mit Sensoren bestücktes T-Shirt zu entwickeln. Ein T-Shirt, das Bauchgeräusche über einen Zeitraum von mehreren Tagen bis Wochen kontinuierlich erfassen kann. Das GastroDigitalShirt ist auf der Bauchseite mit sechs bis acht digitalen Mini-Mikrofonen ausgestattet, die die Geräusche aufnehmen. Auf Basis von Algorithmen können die so aufgenommen Geräusche kategorisiert und auffällige Bauchgeräusche isoliert werden.

Das Ziel der Wissenschaftler mit dem GastroDigitalShirt

Die akustischen Daten werden zunächst über einen längeren Zeitraum gesammelt. In Kombination mit klinischen Parametern können sie ein besseres Verständnis für die Entstehung von Magen-Darm-Erkrankungen liefern. Risikofaktoren und Lebensstilaspekte spielen ebenfalls mit rein.

Derzeit werden Prototypen der alltagstauglichen und waschbaren T-Shirts an Patienten mit Darmerkrankungen und gesunden Probanden getestet.

Mein Fazit

Eine ausgezeichnete Idee! Und das findet auch die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), die das GastroDigitalShirt mit dem Innovationspreis „Digitale Gastroenterologie“ gewürdigt hat. Dieser Preis wurde in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Die DGVS möchte damit die Entwicklung digitaler Innovationen in ihrem Fachbereich fördern.

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Rescue Aid gegen Scheu vor Herzdruckmassage

Stell dir vor, du liegst mit einem Kreislaufstillstand bewusstlos am Boden und keiner hilft dir. Dabei zählt jetzt jede Minute. Aber aus Angst, etwas falsch zu machen, unternehmen viele Menschen einfach nichts. Eine neu entwickelte, mit Sensoren ausgestattete Trainingsmatte namens Rescue Aid soll unausgebildeten Ersthelfern die Durchführung der Herzdruckmassage als lebensrettende Maßnahme künftig erleichtern. Ein akuter Kreislaufstillstand ist ein echtes Schreckensszenario. Denn etwa 10.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich in Folge eines Herz-Kreislaufversagens. Und das, obwohl sie mit entsprechenden Sofortmaßnahmen gerettet werden könnten! Das Problem ist, dass viele Menschen schlichtweg Angst haben, Fehler zu machen. Oder sie wollen helfen, üben aber die potenziell lebensrettende Herzdruckmassage nicht richtig aus.

Eine neue Erfindung könnte Ersthelfern künftig die Scheu vor der Rettungsmaßnahme nehmen: Rescue Aid.

Ein Fraunhofer-Forscherteam hat das smarte Erste-Hilfe-Tool mit integrierter Sensorik gemeinsam mit Studierenden der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München entwickelt.

So funktioniert Rescue Aid

Rescue Aid ist eine smarte Matte, die dem menschlichen Torso nachempfunden ist, und die man auf den Oberkörper der bewusstlosen Person auflegt. Smart wir die Reanimationsmatte durch integrierte, sternförmig angebrachte Verformungssensoren aus Silikon, die  die Drucktiefe messen. Durch den Druck der Hand verformen sich die Sensoren, diese registrieren den Verlauf des Druckvorgangs. Die Sensoren sind per Kabel mit einer Elektronik und LEDs verbunden, die sich in einem Kästchen am oberen Mattenrand befinden und durch einen Lichtcode anzeigen, ob ausreichend gedrückt wird. Dies ist der Fall, wenn die grünen LEDs aufleuchten. Je stärker der Druck ausfällt, desto mehr Lampen leuchten auf. Verschiedene rote LEDs signalisieren, dass der Druck zu stark war. Die Elektronik steuert die LEDs. So kann der Helfer die Drucktiefe seiner Hände permanent überprüfen und gegebenenfalls korrigieren. Ein akustisches Signal gibt zudem den Rhythmus der Kompression vor. Der Tongenerator befindet sich ebenfalls in dem Kästchen.

In Tests mit einer Puppe, die man für Wiederbelebungstrainings verwendet, zeigte sich, Rescue Aid funktioniert. Die Matte liegt derzeit noch als Demonstrator vor. Sie soll aber optimiert und an unterschiedliche Personengrößen angepasst werden.

Welchen Nutzen bietet Rescue Aid?

  1. Kein direkter Körperkontakt erfoderlich. Man legt die Matte einfach auf den Oberkörper der bewusstlosen Person auf. Das kann eine mögliche Berührungsangst des Helfers mindern.
  2. Kaum Verletzungsgefahr für die Helfenden. Die Sensoren bestehen aus einer weichen Folie und können daher keine Verletzungen auslösen – ein Vorteil gegenüber den wenigen am Markt verfügbaren Produkten, die starr sind und bei der Reanimation Schmerzen in den Handballen verursachen.
  3. Kostengünstige Herstellung. Aufgrund des technologischen Ansatzes und der einfachen Elektronik lässt sich die Reanimationsmatte kostengünstig fertigen.

„Wir können uns gut vorstellen, dass Rescue Aid künftig fester Bestandteil eines Erste-Hilfe-Sets ist“, sagt Dr. Holger Böse, wissenschaftlich-technischer Leiter des Center Smart Materials am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg.

Mein Fazit

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es doch einige Überwindung kostet einen fremden Menschen bei einer Herzdruckmassage so zu berühren, dass es zielführend ist, weil man fester drücken muss, als man denkt. Der schmale Grad zwischen retten und Rippen brechen ist schwer einzuschätzen, vor allem wenn so etwas nur (hoffentlich) in seltenen Außnahmesituationen vorkommt. Rescue Aid ist eine innovative Lösung, Menschen die Durchführung der Herzdruckmassage wesentlich zu erleichtern. Momentan kennen wir noch keinen Preis. Aber wenn die Matte bezahlbar ist, dann sollte sie wirklich integraler Bestandteil aller Erste-Hilfe-Sets sein und ich hoffe, dass dann weniger Menschen „Angst“ vor Reanimationen haben.

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Δelta diagnostiziert Demenz mit KI

Die klassische neuropsychologische Testung erfordert umständliches Nachschlagen in Testmanualen und langwierige Dokumentationsprozesse. Eine App namens ∆elta – entwickelt von ki elements – digitalisiert neuropsychologische Testverfahren mithilfe künstlicher Intelligenz und will so den Prozess von Verdacht bis zur Diagnose einer Erkrankung im klinischen Alltag beschleunigen.

Hintergrund

Alzheimer verursacht in Europa jährlich Kosten von etwa 800 Milliarden Euro und ist damit eine der größten medizinischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit.

Aktuell kann man Alzheimer noch nicht heilen. Der Krankheitsverlauf kann allerdings verzögert werden. Vorausgesetzt, die Diagnosestellung der Erkrankung erfolgt möglichst frühzeitig und eine entsprechende Behandlung beginnt.

Die Idee

Das Unternehmen ki elements, ein Spin-off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, hat eine iPad-App entwickelt, die Mediziner bei der Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer unterstützen soll.

So funktioniert Δelta

Zur Datenerhebung zeichnen Ärzte oder Neuropsychologen die Patientengespräche einfach mit Delta (Δelta) auf. Die Eingabe der Daten kann über Sprache, Stift und Touch erfolgen.

© ki elements UG

KI-Werkzeuge sorgen für die Verarbeitung der Daten. Die Auswertung übernimmt eine multilinguale Sprachanalyse, die jederzeit manuell bearbeitet werden kann. So behält der Untersucher jederzeit die Kontrolle über den diagnostischen Prozess.

Auf Knopfdruck kompiliert die App die Testauswertungen in einen digitalen Bericht, der nach den Vorgaben der jeweiligen Klinik formatiert ist.

Screenshot der App
Screenshot der App © ki elements UG

ki elements hat schon eine ganze Reihe klassischer neuropsychologischer Testverfahren, die etabliert und wissenschaftlich validiert sind, in ∆elta implementiert. Künftig sollen weitere Tests folgen. ∆elta behält so die bewiesenen Grundsätze und validen Auswertungsverfahren herkömmlicher Testverfahren bei, ergänzt diese aber um digitale Aspekte.

© ki elements UG

Der Vorteil von ∆elta

Ein mit ∆elta durchgeführter neurokognitiver Test ist komplett aufgezeichnet und sicher gespeichert. Für sprach-basierte Verfahren speichert die App die originale Sprachaufnahme. Für stift-basierte Verfahren wird der kompletter Zeichenprozess mit einem digitalen Stift aufgenommen. Dies ermöglicht es die Performanz eines Patienten mit einem Kollegen zu besprechen und vermeidet Auswertungsfehler auf Grund von Zeitdruck.

Insgesamt betrachtet vereinfacht ∆elta den Untersuchungsablauf, reduziert die Dokumentationsarbeit und spart so Ärzten und Neuropsychologen wertvolle Zeit.

© ki elements UG

Und sonst?

∆elta gehört zu den zehn Projekten, die die Bundesregierung und der Bundesverband der Deutschen Industrie aktuell im Rahmen der gemeinsamen Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ von  als „Ausgezeichneten Orte“ prämiert haben. Zu diesem Erfolg gratulieren wir recht herzlich!!

Foto von der Preisverleihung
Prof. Dr Dieter Kempf, Julia Masloh (ki elements), Hubertus Heil, Dr. Duy Truong (ki elements), Nicklas Linz (ki elements), Karl von Rohr (v.l.n.r. ) © ki elements UG

Ebenfalls interessant im Zusammenhang mit dem Thema „Alzheimer-Früherkennung“ ist dieser Beitrag meiner Mit-Bloggerin Elke.

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