Können Kinder Schwachsichtigkeit spielend selbst behandeln?

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Die Caterna Sehschulung soll eine Unterstützung zur Okklusionstherapie bei Schwachsichtigkeit (Amblyopie) darstellen, unter der viele Kinder leiden. Während die kleinen Patienten*innen sich zu Hause mit Online-Spielen beschäftigen, stimulieren Wellenmuster im Hintergrund das Gehirn und aktivieren so ihr schwaches Auge.

Was ist Schwachsichtigkeit?

Amblyopie oder auch Schwachsichtigkeit ist eine Verminderung der Sehschärfe, die bei ungefähr fünf Prozent der Kinder in Deutschland auftritt. Sie entsteht durch gestörte Verarbeitungsprozesse im Gehirn: Die Sehzellen eines Auges werden weniger stark stimuliert als die des anderen. In der Folge entwickelt sich die Sehleistung des schwächeren Auges nicht normal. Die häufigsten Ursachen für das „Ausschalten“ eines Auges sind Schielen sowie Kurz-, Weit- und Stabsichtigkeit.

Wie wird Schwachsichtigkeit behandelt?

Nachdem Augenärzte*innen bzw. Orthoptist*innen eine Schwachsichtigkeit diagnostiziert haben, findet neben einer Brillenkorrektur in der Regel ein Okklusionstherapie statt: Durch stundenweises Abkleben des stärkeren Auges wird das schwachsichtige Auge trainiert. Für Kinder und deren Eltern ist die Augenpflastertherapie oft schwer konsequent durchzuhalten. Belastungen wie das schlechtere Sehen mit dem schwächeren Auge oder auch die Scham bei Fragen anderer Kinder zum Pflaster können zu einer nachlässigen Behandlung der Schwachsichtigkeit führen.

Caterna als Ergänzungstherapie bei Amblyopie

Für viele Kinder mit Schwachsichtigkeit, bei denen das bewährte Abkleben des starken Auges nicht zum Ausgleich der Sehschwäche ausreicht, scheint das Unternehmen Caterna mit seiner Sehschulung eine wirksame Online-Therapie zur Ergänzung der Okklusion parat zu haben.

Mit einem an der TU Dresden entwickelten Stimulationsverfahren soll die neuronale Übersetzung optischer Reize positiv beeinflusst werden – während sich das an Schwachsichtigkeit leidende Kind mit unterhaltsamen Online-Spielen beschäftigt.

Beim Spielen sorgt ein spezielles schmalbandiges Wellenmuster im Bildschirmhintergrund dafür, dass die Neuronen geschult und Neubahnungen des gestörten Informationskanals unterstützt werden.

Täglich beschäftigt sich das Kind 30 bis 45 Minuten mit einer Auswahl an zehn verschiedenen Spielen, die selbst keinen Therapieeffekt haben, sondern der Aufmerksamkeitsbindung dienen.

Klappt das? Und wie ist der Ablauf?

Neben vielen positiven Erfahrungsberichten von Eltern1 und Ärzten*innen2 wird der Erfolg der additiven Behandlung von Schwachsichtigkeit durch die Caterna Sehschulung anhand von Studien bestätigt: Im Vergleich zu einer alleinigen Okklusion ist die Therapieergänzung durch die Wellenstimulation doppelt so effektiv.3, 4

Deshalb übernehmen viele Krankenkassen die Kosten von 380 Euro, nachdem die Sehschule von einem Augenarzt*in verschrieben wurde. Diese*r kann, genauso wie die Eltern, während der mindestens dreimonatigen Therapie den Fortschritt des Kindes online einsehen, sodass der Behandlungsablauf angepasst werden kann.

Mein Fazit

Eine Therapie, die anstelle einer lästigen Behandlung unbemerkt bei spaßigen Spielen stattfindet: Das sorgt sicher für eine hohe Adhärenz – bei Kindern keine Selbstverständlichkeit. Allein schon deshalb hört sich das Konzept von Caterna, die eigentliche Wellenstimulation für das Kind fast unbemerkt im Hintergrund laufen zu lassen, vielversprechend an.

Für Kinder bei denen eine Okklusionstherapie allein nicht ausreicht, scheinen die Studiendaten den Therapieerfolg zu bestätigen. Nachdem auch die Kosten von vielen Krankenkassen übernommen werden, ist die Caterna Sehschule bestimmt bei vielen Kindern mit Schwachsichtigkeit einen Versuch wert.


Weitere Beiträge zum Thema: Interaktive Brille gegen Schwachsichtigkeit  / Onlinetherapie bei Kindern


1 https://caterna.de/erfahrungsberichte/

2 https://caterna.de/augenaerzte-behandler/

3 Strabismus: Long-Term Application of Compute Based Pleoptics in Home Therapy: Selected Results of a Prospective Multicenter Study. 2008 https://caterna.de/wp-content/uploads/2019/09/Strabismus-2008-Long-Term-Application-of-Computer-Based-Pleoptics-in-Hom-eTherapy.pdf

4 Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde: Unterstützende Amblyopiebehandlung durch Computerspiele mit Hintergrundstimulation: Eine placebokontrollierte Studie, 2001 https://caterna.de/wp-content/uploads/2019/09/Klinische-Monatsbl%C3%A4tter-f%C3%BCr-Augenheilkunde-2001-Unterst%C3%BCtzende-Amblyopiebehanlung-durch-Computerspiele-mit-Hintergrundstimulation.pdf

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trackle – dem erfüllten Kinderwunsch näher kommen dank Zyklus-App

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Manchmal braucht es beim Kinderwunsch mehr, als einfach die Verhütung wegzulassen. Das Bonner Start-up trackle will mit seinem gleichnamigen Femtech-Produkt helfen: Mittels einem über Nacht vaginal eingeführten Thermometer wird die Körperkerntemperatur während des Schlafes gemessen. Die Daten werden am Morgen an eine App übermittelt, in der die Nutzerinnen weitere Angaben, vor allem über ihren Zervixschleim, ergänzen. Entsprechend der symptothermalen Methode werden so Körpersignale erfasst und ausgewertet, die auf fruchtbare Tage hinweisen.

Kinderwunsch erfüllen in der Theorie

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©trackle GmbH

Ob zum Kennenlernen der eigenen Körperabläufe oder zur natürlichen Familienplanung – viele Frauen nutzen die symptothermale Methode. Wie der Name vermuten lässt, beruht sie auf zyklusbedingten Veränderungen der Körpertemperatur sowie der Beschaffenheit des Schleims in der Vagina, dem so gennannten Zervixschleim. Richtig ausgewertet, lässt sie die Phase der fünf bis sieben fruchtbaren Tage während des weiblichen Zyklus erkennen.

Zunächst bildet der Zustand des Zervixschleims einen wichtigen Indikator. Dieser befindet sich am Scheideneingang und verhindert an den unfruchtbaren Tagen mithilfe einer zähen Konsistenz, dass Spermien zur Gebärmutter gelangen. Reifen vor dem Eisprung Eibläschen, entsteht Östrogen. Das Hormon lässt den Zervixschleim dünnflüssiger und klarer werden. Das macht ihn zu einem guten Hinweisgeber für kommende fruchtbare Tage und unterstützt bei der Erfüllung eines Kinderwunsches.

Die Eibläschen machen auch die Körpertemperatur einer Frau zum wichtigen Fruchtbarkeits-Indikator: Platzt das am besten entwickelte Eibläschen, wandert seine Eizelle durch den Eileiter. Die Überreste des Eibläschens werden zum Gelbkörper und produzieren das Hormon Progesteron. Es ist für einen Anstieg der Körpertemperatur um ca. 0,5 Grad zuständig. Sie bleibt erhöht, bis ein neuer Zyklus einsetzt. Der Sinn dahinter? Der Temperaturanstieg bereitet die Gebärmutter auf das Einnisten des befruchteten Eis vor.

Bei der symptothermalen Methode bestimmen die beiden Faktoren Körpertemperatur und Schleimbeschaffenheit also den Start und Endpunkt der fruchtbaren Phase, wenn auch nicht exakt. Immerhin: Der Zeitraum kann auf 12 bis 14 Tagen begrenzt werden* – eine wichtige Information, wenn ein Kinderwunsch besteht. Soweit die medizinische Theorie.

Kinderwunsch erfüllen in der Praxis

In der Praxis möchten viele Frauen gerne schwanger werden. Den Weg zum erfüllten Kinderwunsch kann eine gute Planung unter Zuhilfenahme der symptothermalen Methode erleichtern. Apps, die bei der Erfassung der relevanten Daten und deren Auswertung helfen, gibt es en masse. Sie bergen allerdings einige Stolpersteine für die Nutzerinnen. Einer ist die Erfahrung: Um verlässliche Daten zu erfassen, braucht es Übung. Ein anderer ist die Messung der Körpertemperatur kurz nach dem Aufwachen am Morgen. Denn die punktuelle Messung findet oft nicht unter gleichen Bedingungen statt. Außerdem beeinflussen unter anderem Alkohol, schlechter Schlaf, Stress und Erkrankungen die Körpertemperatur.

Was kann trackle besser als andere Zyklus-Apps?

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©trackle GmbH

trackle möchte durch die Langzeitmessung aus dem Körperinneren für verlässliche Temperaturwerte sorgen: Über einen tampongroßen Sensor, der über Nacht in die Vagina eingeführt wird, misst das Femtech-Tool die Körperkerntemperatur. Am Morgen werden die gespeicherten Daten auf die trackle-App übermittelt. So umgeht man am Morgen Fehler beim Eintragen in die App.

Die weiteren Daten, wie der Zustand des Zervixschleims, die zur Bestimmung der fruchtbaren Tage benötigt werden, muss die Nutzerin allerdings selbst erfassen.

Mein Fazit

Für eine exakte Bestimmung des Einsprungs reichen die vom Femtech-Produkt erfassten Daten leider nicht aus. Es ist bestimmt dennoch eine Bereicherung auf dem Markt für digitale Zykluserfassung. Denn das Start-up trackle unterstützt Frauen bzw. Paare mit Kinderwunsch, indem es eine stressfreie und – dank der angeblich verlässlichen Messung der Körpertemperatur – eine Alternative zu anderen Zyklus-Apps- und Tools bietet. Gleichzeitig unterstützt das Unternehmen dabei, den eigenen Körper besser kennenzulernen und seine Vorgänge nachzuvollziehen zu können. Dabei werden auf der Homepage keine realitätsfremden Versprechungen gemacht. Stattdessen bekommt man reichlich Infos, die dabei helfen, den weiblichen Zyklus besser zu verstehen und den Vorteil von trackle zu erkennen.

*https://www.familienplanung.de/verhuetung/verhuetungsmethoden/natuerliche-methoden/symptothermale-methode/)

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