Hörkontaktlinse: Weltneuheit kommt 2021

Unser Gehör ermöglicht es uns, unser Umfeld wahrzunehmen, uns zu orientieren und mit anderen zu kommunizieren. Ein beeinträchtigtes Hörvermögen hat deshalb folgenreiche Auswirkungen auf unser alltägliches miteinander. Glücklicherweise gibt es Technologien, die helfen, die Schwierigkeiten eines Hörverlustes zu überwinden. Die Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor, über die ich bereits 2018 hier berichtet habe, ist in diesem Bereich wegweisend. Daher freut es mich, dass das Projekt weiter voranschreitet. Ein super Anlass, um Euch über die neusten Fortschritte zu informieren.

Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor: Nächste Projektphase startet

Die vom Mannheimer Start-Up Vibrosonic und seinen Forschungspartnern Fraunhofer-Institut, TU Berlin, Uniklinik Tübingen und auric entwickelte Hörkontaktlinse geht in Kürze in die nächste Projektphase. Es startet die klinische Studie zur Zulassung des Systems mit 20 hörgeschädigten Probanden, denen das Miniaturhörgerät durch einen Arzt auf das Trommelfell gesetzt wird. Verläuft die Testphase positiv, bekommt die Hörkontaktlinse die für Medizinprodukte in Deutschland vorgeschriebene CE-Kennzeichnung. Ein entscheidender Schritt für die 2021 geplante Markteinführung. Das System kommt anfangs nur auf den deutschen Markt. Nach einer Etablierungsphase werden weitere europäische Länder folgen.  

Aktuell ist ein Pilotversuch mit 5 normalhörenden Probanden erfolgreich abgeschlossen worden. Hier wurden Höreindruck und Schallleistung vermessen. Dies kann auch bei normalhörenden Menschen durchgeführt werden, da es sich um objektive Messdaten wie Lautheit, Bandbreite und Anregungsfrequenzen handelt.

Hörkontaktlinse: 85 Prozent aller Schwerhörigen profitieren 

Geeignet ist die weltweit einzigartige Hörhilfe für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust. Das sind rund 85 Prozent aller Schwerhörigen. Sie profitieren vor allem davon, dass die Hörkontaktlinse einen sehr breiten Frequenzbereich abdecken kann. Ein gesunder Mensch hört für gewöhnlich Töne im Frequenzbereich von 20 bis 20 000 Hertz. Bei einsetzender Schwerhörigkeit, auch Hypakusis genannt, nimmt der Mensch zunächst höhere Töne nicht mehr wahr. Genau hier liegt die Stärke des Vibrosonic-Aktor. Durch die Platzierung auf dem Trommelfell kann er Frequenzen bis zu 16.000 Hertz übertragen – also auch sehr hohe Töne. Gerade diese Töne sind für das Richtungshören, das Sprachverstehen im Allgemeinen sowie das Erfassen komplexer Hörsituationen wichtig. Konventionelle Hörgeräte können lediglich den Bereich zwischen 200 und 8000 Hertz abbilden.

Mikrosystemtechnik: Hörgerät der Zukunft

Die Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor ist das erste Hörgerät, das mittels Mikrosystemtechnik gefertigt wird. Das Minihörgerät bietet trotz kleinster Abmessung ein überragendes Hörergebnis. Einzelne Strukturen sind tausendmal kleiner als die Dicke eines menschlichen Haare. Mikrofon, Klangprozessor und eine aufladbare Mikrobatterie sind direkt in die Hörkontaktlinse integriert. Das Hörgerät bleibt immer im Ohr, ein Batteriewechsel ist nicht erforderlich. 

© Hörkontaktlinse Vibrosonic GmbH

Der Vibrosonic-Aktor auf einen Blick:

  • Mikrohörgerät direkt auf dem Trommelfell, von außen praktisch nicht sichtbar
  • Für den Träger kaum zu spüren
  • Kabelloses laden über einen Induktionskopfhörer
  • Deckt breiten Frequenzbereich ab und kommt einem natürlichen Hörerlebnis sehr nahe
  • Geeignet für 85 Prozent aller Schwerhörigen
  • Markteintritt in Deutschland für 2021 erwartet

 

Mein Fazit

Die Hörkontaktlinse ist ein technischer Meilenstein. Nicht umsonst erhielt die Vibrosonic GmbH den Mannheimer Existenzgründungspreis „Mexi“ für besonders erfolgversprechende Start-Ups. Die Entwicklung der Hörkontaktlinse unterstreicht für mich die Wichtigkeit des Forschungsstandorts Deutschland und seine Rolle in der Mikrosystemtechnik. Die Vorteile des Systems liegen klar auf der Hand und es kann die Hörgeräteversorgung der Zukunft maßgeblich mitgestalten. Daher drücke ich dem Entwicklungsteam für 2021 ganz fest beide Daumen.

Weitere Impressionen zum Projekt und dem „Mexi“ gibts hier.

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Vivy – Die digitale Gesundheitsassistentin

Wer kennt es nicht? Man geht zum Arzt und es fehlen wichtige Dokumente, z.B. die von einem Spezialisten. Oder der Facharzt verschreibt ein Medikament, das sich nicht mit der Medikation des Hausarztes verträgt. Mit diesen und ähnlichen Problem soll jetzt für rund 13,5 Mio. Versicherte dank einer digitalen Gesundheitsassistentin Schluss sein.

Seit dem 17. September steht die App Vivy u.a. den Versicherten der DAK-Gesundheit und Allianz kostenfrei zur Verfügung. Sie ist nicht nur die erste kassenübergreifende, elektronische Gesundheitsakte (eGA). Vielmehr wird sie von Ihren Schöpfern als „persönliche Gesundheitsassistentin“ gesehen. Mit einem Team aus Gesundheits-, Datensicherheits-, Design- und Usability-Experten haben Christian Rebernik (CEO) und Rowanto Rowanto (CTO) mit der Vivy GmbH die gleichnamige App entwickelt. Dieses digitale, kassenübergreifende Projekt könnte in Deutschland zum Vorreiter im Healthcare-Sektor werden. Doch welche Vorteile bietet die App Ärzten und Patienten? Und wie steht es um den Schutz der äußerst sensiblen Daten?

Vivy - Die digitale Gesundheitsassistentin-HealthcareHeidi-02
In der App lassen sich unter anderem Notfalldaten wie Alter, Gewicht, Blutgruppe oder Allergien festhalten. Die Daten können von Einsatzkräften im Ernstfall sofort über einen QR-Code ausgelesen werden. ©Vivy GmbH

Was Vivy leisten kann:

Die Einsatzmöglichkeiten sind schon jetzt vielfältig: die App kann nicht nur Dokumente wie z.B. Impfpässe, Medikationspläne, Laborwerte oder Röntgenbilder speichern und teilen. Es können auch Befunde direkt von behandelnden Ärzten angefordert werden. Zudem erinnert Vivy an Arzttermine oder warnt vor möglichen Wechselwirkungen bei der Medikamenteneinnahme. Wer technik- und fitnessaffin ist, kann die App auch mit seinem Fitnesstracker vernetzen und so die eigenen Vitaldaten aufzeichnen. Ebenfalls integriert ist ein Notfallpass. Dabei handelt es sich um einen QR-Code, der von Rettungskräften im Notfall sofort ausgelesen werden kann. Hier sind überlebenswichtige Daten wie z.B. Blutgruppe, Vorerkrankungen oder Notfallkontakte gespeichert, die vom Nutzer jederzeit aktualisiert werden können. Derzeit können rund 13,5 Mio. Versicherte aus 16 Krankenkassen die beschriebenen Features kostenlos nutzen.

Wie es um die Datensicherheit steht:

Grundsätzlich gilt für Vivy: allein der Nutzer hat Zugriff auf seine Daten, es sei denn er teilt sie. Er kann die Daten jederzeit an seine Ärzte, Krankenkasse oder Familie weiterleiten. Da das Nutzerkonto von Vivy an die Telefonnummer des Nutzers sowie sein selbst festgelegtes Passwort geknüpft ist, haben Fremde keinen Zugriff auf die sensiblen Daten, sollte das Smartphone in die falschen Hände gelangen. Zudem werden die Daten nicht lokal, also auf dem Smartphone gespeichert, sondern sind auf ISO-zertifizierten Servern in Deutschland untergebracht. Auch von offizieller Seite gilt Vivy als äußerst sichere App. Sie ist CE-zertifiziert und wurde vom TÜV Rheinland als „sichere mobile Applikation“ ausgezeichnet.

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Das macht der Wettbewerb:

Die Konkurrenz schläft nicht. So bieten auch andere Krankenkassen bereits Apps für verschiedene Bereiche an. Die 10,2 Mio. Versicherten der Techniker Krankenkasse beispielsweise können die TK-App nutzen, hinter der sich hauptsächlich Informationen und Services rund um die Krankenkasse und ihre Leistungen verbergen. Die Barmer hingegen bietet gleich mehrere Apps mit unterschiedlichen Funktionen wie Services, Hörtests oder das „Arzt-Navi“ an. Jedoch ist jede Funktion nur in der dazugehörigen App nutzbar. Dadurch ist der Umgang mit den Services aufwändiger und komplizierter als mit der persönlichen Gesundheitsassistentin.

Achtung Verwechslungsgefahr:

Auch wenn sie ähnliche Bezeichnungen tragen, so muss doch klar zwischen der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) und der, vom Gesetzgeber geplanten, elektronischen Patientenakte (ePA) unterschieden werden.

In Zukunft soll es möglich sein, die ePA auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) einzurichten. Dort sollen künftig wichtige medizinische Daten abgelegt werden. Der Patient soll hier, wie bei der eGA, ebenfalls selbst darüber bestimmen können, welche Daten gespeichert werden und welche nicht. Aktuell stellt sich der zuständigen gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) die Frage wann und von wem welche Daten unter welchen Bedingungen ausgelesen werden können.

Bei der eGA handelt es sich um die Anwendung eines Drittanbieters, deren Nutzung durch Versicherte von den Krankenkassen finanziell gefördert werden kann. Voraussetzung hierfür ist u.a., dass die eGA Erhebung, Verarbeitung und Nutzung medizinischer Daten wie Befunde, Diagnosen, Therapien u.v.m. für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation über den Patienten unterstützt.

Mein Fazit:

Illustration eines zufriedenen Arztes
©Pixabay

Vivy ist eine praktische Anwendung für Versicherte, um alle Gesundheitsdaten zu bündeln und jederzeit zur Hand zu haben. Wer mit den zahlreichen Features richtig umzugehen weiß, hat eine vielfältige „digitale Gesundheitsassistentin“ in der Hosentasche. Auch der Notfallpass kann in Ausnahmesituationen hilfreich zur Lebensrettung sein, sofern die Retter wissen, worum es sich beim entsprechenden QR-Code handelt. Nicht nur Rettungskräfte sondern auch Ärzte und andere medizinische Fachkräfte müssen sich erst einmal mit der Bedienung und dem Umgang mit Vivy auseinandersetzen, bevor eine Verwendung wie vorgesehen möglich ist.

Im Gegensatz zur ePA hat Vivy den Vorteil, interaktiv zu sein. Der Patient kann selbstständig vielfältiges Material in der App speichern, abrufen und versenden. In der ePA können hingegen nur ausgewählte Daten von Fachpersonal gespeichert und ausgelesen werden. Es handelt sich dabei um einen reinen Datenspeicher ohne weitere Funktionen zur Interaktion. Auch im Vergleich zu anderen Health-Apps besticht Vivy vor allem durch die Vielseitigkeit der Anwendungsmöglichkeiten.

Für einen sinnvollen und sicheren Umgang mit der App ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Funktionen und Sicherheitsfeatures von Vivy Pflicht. Wenn Versicherte (und Mediziner) sich intensiv mit den Möglichkeiten und Risiken der Nutzung auseinandergesetzt haben, können gut 13,5 Mio. Versicherte die praktische digitale Gesundheitsassistentin nutzen. Dennoch sollte sich jeder Nutzer darüber im Klaren sein, welche sensiblen Daten er in die App eingeben und eventuell auch teilen möchte.

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Unyvero – Innovatives Diagnostiksystem bei Krankenhauskeimen

Das innovative und umfassende Diagnostiksystem Unyvero ermöglicht es, schwere Infektionserkrankungen bei hospitalisierten Patienten in nur 4 bis 5 Stunden zu diagnostizieren.

Gefahr Krankenhauskeime

Ins Krankenhaus kommen Patienten üblicherweise mit der Hoffnung wieder gesund zu werden. Mitunter passiert jedoch genau das Gegenteil: Sie stecken sich in der Klinik mit Keimen an. In Europa passiert das laut Schätzungen des Fachblattes „Plos Medicine“ 2,6 Millionen Mal pro Jahr. Rund 91.000 Menschen sterben sogar an den Folgen der sogenannten nosokomialen Infektionen. Vor allem Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden, haben aufgrund ihrer Grunderkrankung und der häufigen Verwendung von Kathetern und Beatmungsgeräten ein besonders hohes Infektionsrisiko.

Antibiotikaresistenzen nehmen zu

Gerade in Deutschland ist das Sepsisrisiko besonders hoch. Dabei könnten viele Infektionen verhindert werden, wenn sich die Kliniken an die konsequente Umsetzung von Hygienestandards, strikte Isolierung von Risikopatienten und Weiterverfolgung besiedelter Patienten auch außerhalb der Kliniken halten würden. Durch diese Versäumnisse hat die Keimzahl bei uns in den letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen. Viele  Keime sind mittlerweile multiresistent und somit gegen Antibiotika immun. Diese durch Antibiotikaresistenzen ausgelösten Infektionserkrankungen sind zu einer erheblichen Krankheitslast geworden, die zu einer der Haupttodesursachen zählt.

Der erfolgreiche Kampf gegen solche Infektionserkrankungen erfordert daher ein sektorübergreifendes Handlungskonzept, wie es sich bereits in den Niederlanden bewährt hat, sowie eine schnellere und umfassendere Diagnostik. Gerade unter dem Aspekt, dass die herkömmliche Analyse einer nativen Probe mindestens 2 Tage dauert und die Klinikärzte meist schon vorher mit der Antibiose beginnen, ohne die exakten Ergebnisse und Resistenzen zu kennen. Damit gehen sie das Risiko einer Fehlbehandlung ein.

So geht moderne Diagnostik mit Unyvero

Die von der Firma Curetis aus Holzgerlingen bei Stuttgart entwickelte Plattform „Unyvero“ schafft hier Abhilfe. Es handelt sich um ein schnelles und umfassendes Diagnostiksystem für schwere Infektionserkrankungen bei hospitalisierten Patienten, welches innerhalb von 4-5 Stunden valide Ergebnisse liefert.

Das Unyvero-System besteht aus dem Unyvero L4 Lysator, dem Unyvero A50 Analyzer sowie dem Unyvero C8 Cockpit. Eine spezielle Betriebssoftware, entsprechendes Zubehör sowie aktuelle unterschiedliche Einwegkartuschen für die Detektion von Infektionskrankheiten runden das System ab. Zudem kann das System aufgrund seiner einfachen Bedienung ohne qualifiziertes Laborpersonal direkt am „Point of Need“, z.B. auf der Intensivstation, in der Mikrobiologie bzw. im Zentrallabor eingesetzt werden.

© Curetis GmbH, Unyvero-System

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Schnelle, einfache und umfassende Diagnostik bei schweren Infektionserkrankungen
  • Von der nativen Probe zu klinisch relevanten Antworten in nur wenigen Stunden
  • Deutlich frühere und gezielte Therapieentscheidungen möglich
  • Bessere medizinische Ergebnisse für die Patienten
  • Einsparpotenziale für die Krankenhäuser (Healthcare-Factor)

 

Mein Fazit:

Die in Deutschland unverhältnismäßig hohe Sepsissterblichkeit unterstreicht die Notwendigkeit, neue Strategien zur Vermeidung und Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Sepsis zu entwickeln und bereits bestehendes Know-How konsequent zu nutzen. Curetis schafft mit seinem Unyvero-System für alle am Gesundheitssystem Beteiligten einen klaren Mehrwert. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Nutzen zukünftig übergreifend anerkannt wird und solche Innovationen flächendeckend als Standard eingesetzt werden.

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Digitaler Urintest für Zuhause

Urin enthält eine Vielzahl von gesundheitsrelevanten Informationen. Durch einen Urintest können beispielsweise ernste Erkrankungen frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Durchschnittlich gehen wir bis zu sechs Mal pro Tag auf die Toilette und spülen dabei Unmengen dieser wertvollen Informationen den Lokus hinunter. Da drängt sich schnell die Frage auf, warum wir eine so wichtige Ressource nicht für uns nutzen.

Tägliche Routine für die Gesundheit

Genau das haben sich auch die Medipee-Gründer Thomas Prokopp, Frank Willems und Paul Bandi gedacht und einen automatisierten Urintest für die heimische Toilette entwickelt, der sich ohne großen Aufwand installieren und in die tägliche Routine integrieren lässt wie das regelmäßige Zähneputzen.

Gadget analysiert Urin und überträgt die Werte an das Smartphone

Das etwa faustgroße Medipee-Messgerät passt in alle Tiefspültoiletten und wird wie ein WC-Duftstein am Toilettenrand angebracht. Tiefspültoiletten gehören zu den gängigsten Toilettentypen in der westlichen Welt. Man kann das Messgerät somit einfach und schnell ohne größeren Aufwand in den meisten Haushalten installieren. Und hygienisch ist das Ganze natürlich auch. Medipee besteht aus einem beschichteten Kunststoff, an dem Flüssigkeiten abperlen. Darüber hinaus kann das Gerät durch die Bestrahlung mit UV-Licht komplett desinfiziert werden.

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Medipee-Messgerät, © Medipee GmbH

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So funktioniert der Urintest

Nach der physischen Installation wird das Gerät per Bluetooth mit dem Smartphone und der dazugehörigen App gekoppelt und durch einen Tastendruck aktiviert. Sobald Medipee den Urinfluss erkennt, erfolgt die automatisierte Messung. Dazu senkt sich während des Wasserlassens ein dünner Sensorarm mit einem Testblättchen aus dem Gerät in den Urin herab. Nach ein paar Sekunden fährt der Arm wieder ein und die Sensorik beginnt die Auswertung. Die so gewonnen Messwerte werden anschließend per Bluetooth auf das Smartphone übertragen. Sinnvoll ist eine Messung an zwei Tagen pro Woche. Durch die Speicherung der Daten in der App können neben den einmaligen Stichprobenwerten auch Verläufe dokumentiert werden. Verändern sich die Werte im Verlauf, können so eventuelle Einflussfaktoren isoliert werden. Die Analyseparameter reichen dabei von klassischen Urintests (Blut, Ketone, Glucose, Eiweiß, pH, Schwangerschaft und Ovulation) bis hin zu speziellen Markern wie bestimmte Drogen.

Einen Haken hat die Sache. Bis Medipee Einzug in unsere heimischen Badezimmer hält, dauert es noch. Der der Markteintritt ist erst für 2019 geplant. Dann ist das Gerät für rund 250 Euro inkl. einem Jahr Garantie im Online-Shop, bei Amazon und in Apotheken erhältlich.

Weitere Informationen zu Medipee gibts hier oder im folgenden Video.

Mein Fazit zum digitalen Urintest

Ein Urintest in der Arztpraxis liefert immer nur eine Momentaufnahme. Regelmäßiges Messen am heimischen WC hingegen ermöglicht auch die Beobachtung bestimmter Werte über einen längeren Zeitverlauf. Wenn zukünftig die zuhause gewonnen Informationen auch noch direkt an den Arzt übermittelt werden können, kann das bei bestimmten Patienten wie z. B. Diabetikern durchaus sinnvoll sein, um so eine mögliche Verschlechterung der Nierenfunktion frühzeitig zu erkennen. Damit ist Medipee aus unserer Sicht weit mehr als nur ein praktischer DIY-Gesundheitstest für zwischendurch.

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Vorhofflimmern mit Wearable entdecken

Ein Mini-EKG-Gerät in Form eines innovativen Pflasters, das einfach auf den Burstkorb aufgeklebt wird, zeichnet über zwei Wochen EKG-Signale auf. So kann auch nur sporadisch auftretendes Vorhofflimmern zuverlässig erkannt werden.

Hintergrund zum Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist für ein Drittel aller Schlaganfälle verantwortlich. Bei den meisten Patienten tritt es aber nur sporadisch auf. Daher wird es bei Routineuntersuchungen beim Arzt oftmals gar nicht oder allenfalls als Zufallsbefund entdeckt. Das ist riskant, denn bei jedem fünften Patienten wird die Diagnose erst nach dem ersten Schlaganfall gestellt.

Bei manchen Risikopatienten wird daher ein Langzeit-EKG veranlasst. Früher waren dafür nur sehr unhandliche Geräte im Einsatz, die der Patient rund um die Uhr mit sich führen musste. Die Miniaturisierung der Technik ist inzwischen zum Glück weit vorangeschritten. Zio ist eines dieser innovativen Mini-EKG-Geräte, die heute ein patientenfreundliches Langzeit-Monitoring ermöglichen. Es wurde von der iRhythm Technologies entwickelt und ist in den USA auch bereits zugelassen.

So geht zeitgemäßes Langzeit-EKG mit Zio

Zio ist ein Pflaster, in das ein kleiner Rekorder integriert ist. Zio wird auf den Burstkorb aufgeklebt und zeichnet über 2 Wochen kontinuierlich EKG-Signale auf.

 

Vorteil für Patienten:

Zio ermöglicht ein komfortables lückenloses EKG-Monitoring ohne Kabelgewirr. Man kann damit problemlos schlafen, Sport treiben und sogar duschen.

Vorteil für Ärzte:

Zio liefert nicht nur einen Report sondern auch gleich noch eine Interpretation der aufgezeichneten Werte mit dazu.

Die mSToPS-Studie („mHealth Screening To Prevent Strokes“)

Dieses Mini-EKG-Gerät wurde nun in einer randomisierten klinischen Studie getestet.

Ziel der Studie war es herauszufinden, wie gut Zio Vorhofflimmern entdecken kann und welche klinischen Konsequenzen sich daraus ergeben.

An der Studie nahmen 2.659 Personen teil. Das Durchschnittsalter betrug 72,4 Jahre.

Die Teilnehmer erhielten entweder sofort oder nach vier Monaten das Pflaster mit dem Rekorder, der die EKG-Signale über zwei Wochen aufzeichnete.

In der Gruppe, die das Pflaster zuerst erhielt, wurde in den ersten vier Monaten bei 3,9 % der Teilnehmer ein Vorhofflimmern neu diagnostiziert. In der Vergleichsgruppe wurde in der gleichen Zeit die Diagnose nur bei 0,9 % der Teilnehmer gestellt. Der Unterschied von 3,0 % war statistisch signifikant.

In einer zweiten Analyse wurde die Zahl der Diagnosen im Verlauf eines Jahres in beiden Screening-Gruppen mit einer Kontrollgruppe verglichen, die nicht am Screening teilgenommen hatte. Die Inzidenz war bei den gescreenten Personen mit 6,7 auf 100 Personenjahre deutlich höher als in der Kontrollgruppe, in der nur 2,6 Neudiagnosen auf 100 Personenjahre gestellt wurden. Die Differenz von 4,1 Personenjahren war ebenfalls signifikant.

Das aktive Monitoring hatte auch zur Folge, dass bei mehr Patienten als in der Vergleichsgruppe eine Behandlung mit oralen Antikoagulanzien (5,7 versus 3,7 pro 100 Personenjahre) initiiert wurde.

Fazit

Mit Hilfe dieses Wearables kann die Früherkennung des Vorhofflimmerns eindeutig verbessert werden. Ob das Screening und die daraus resultierenden therapeutischen Konsequenzen wie z. B. der Einsatz von NOAKs allerdings helfen werden, Schlaganfälle künftig zu verhindern, müssen weitere Studien erst noch klären.

Das internationale Expertengremium AF-Screen ist jedenfalls der Ansicht, dass ein flächendeckendes Screening auf Vorhofflimmern weltweit hundert­tausende Schlaganfälle verhindern könnte. AF steht übrigens für atrial fibrillation, die englische Bezeichnung für Vorhofflimmern. AF-Screen ist ein Verbund, in dem sich inzwischen immerhin 147 Kardiologen, Neurologen, Hausärzte, Gesund­heitsökonomen, Pfleger, Apotheker und Vertreter von Patientenorganisationen aus 37 Ländern zusammengeschlossen haben. In einer Publikation in Circulation schreibt AF-Screen auch, dass für die Bestätigung der Diagnose Vorhofflimmern ein EKG erforderlich ist. Damit sollten zum Screening von Vorhofflimmern nach Ansicht von AF-Screen Devices, die ein zuverlässiges EKG liefern gegenüber Puls-basierten Devices bevorzugt werden.

Über eine pulsbasierte Lösung zum Vorhofflimmern-Screening, die ein deutsches Unternehmen entwickelt hat haben wir bereits berichtet. Mit der Preventicus Heartbeat App können Patienten selbst ihren Herzrhythmus mit dem Smartphone ohne weiteres Zubehör erfassen und dokumentieren.

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Bakterien-Pille erkennt gastrointestinale Blutungen

Forscher haben einen Biosensor in Form einer Pille entwickelt, der mithilfe von gentechnisch veränderten Bakterien Darmblutungen diagnostizieren kann. Hierfür haben sie Bakterien so verändert, dass sie quasi die Aufgabe von Messgeräten übernehmen. Dabei wurde das Erbgut von E. coli Nissle 1917 so modifiziert, dass die Bakterien aufleuchten, wenn sie Hämoglobin (ein Marker für gastrointestinale Blutungen) in ihrer Umgebung haben. 

Wie findet die Pille gastrointestinale Blutungen?

Die Bakterien befinden sich in 4 kleinen Tanks. Die Tanks haben auf der einen Seite eine Membran. Diese Membran ist aber nur für Hämoglobin nicht aber für Bakterien durchlässig. Auf dem Boden der Tanks befinden sich Lichtdetektoren. Sie erzeugen ein Signal, das an einen WLAN-Sender weitergeleitet wird. Der gesamte Sensor inklusive Bakterientanks, Mikroelektronik und einer 2,7-Volt-Batterie hat Platz in einer 1,5 Zoll langen Pille, die nur dort kleine Öffnungen hat, wo die 4 Bakterientanks mit der Membran abgedeckt sind.

Wer ganz genau wissen will, wie das funktioniert, kann das in dieser Publikation nachlesen.

Hintergrund gastrointestinale Blutungen

Als Gastrointestinale Blutung (GI) bezeichnet man einen Blutverlust aus dem Verdauungstrakt, d. h. aus dem Speiseröhre-Magen-Darm-Bereich. Sofern eine GI-Blutung nicht akut ist, kann sie auch als versteckte Sickerblutung über längere Zeit unbemerkt bleiben. Da sich dahinter aber auch eine schwerwiegende Erkrankung wie Darmkrebs verbergen kann, ist ein frühzeitige Diagnose wichtig. Herkömmlicherweise kommen hier Tests auf okkultes Blut im Stuhl zum Einsatz. Um eine Blutungsquelle genau zu indentifzieren, kommt man allerdings um eine endoskopische Untersuchung (Spiegelung) nicht herum.

Was macht die Erfindung so interessant?

Während der Darmpassage soll die Pille an genau der Stelle der Blutung ein Signal aussenden, das Ärzte dann mit einem Empfänger orten können. Sofern das funktioniert, wäre das natürlich genial und würde den Patienten möglicherweise immerhin mal die erste Spiegelung ersparen, wenn der Verdacht auf eine Blutung besteht.

Bislang wurde die Pille aber nur an Schweinen gestestet. Ob sie jemals die Marktreife erlangt, wird sich weisen.

P. s.: Einen weiteren interessanten Beitrag von mir über einen Miniroboter zum Schlucken, der gezielt Medikamente im Körper platzieren kann, findet ihr hier.

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Sturzprävention per App

Rund 17 Mio. Menschen in Deutschland sind älter als 65. Über 30 Prozent davon stürzen mindestens ein Mal im Jahr, bei den über 80-Jährigen sogar jeder zweite. In 11.702 Fällen enden die Stürze zudem tödlich. Dagegen will das Berliner Startup Lindera mit der SturzApp etwas unternehmen.

Ein folgenschwerer Sturz, wenn er im häuslichen Umfeld passiert, ist in erster Linie für die Betroffenen und deren Angehörige ein dramatisches Ereignis. Sturzprävention ist aber auch für Fachkräfte in Kliniken und Pflegeeinrichtungen ein höchst relevantes Thema. Und nicht zuletzt haben natürlich auch Krankenkassen an der Prävention von Stürzen ein sehr hohes Interesse, da Stürze jährlich Behandlungskosten in Höhe von rund 2 Mrd. Euro verursachen. Da aufgrund der demografischen Entwicklung Deutschland mehr und mehr zu einem „Land der Alten“ wird, ist davon auszugehen, dass sowohl die Zahl der Stürze als auch die Behandlungskosten künftig weiter steigen werden.

Diesem Trend möchte ein junges Start-Up aus Berlin entgegenwirken. Lindera hat in Zusammenarbeit mit der Berliner Charité eine App zur Sturzprävention entwickelt.

Icon Sturzanalyse
© Lindera GmbH

Die SturzApp ist ein Mobilitätstest, der wie folgt funktioniert: Mithilfe einer weiteren Person muss zunächst ein kurzes Video aufgenommen werden, das den Nutzer beim Aufstehen von einem Stuhl sowie beim Laufen zeigt. Im Anschluss muss noch ein Fragebogen zur Wohnsituation, der aktuellen Medikation, zur Persönlichkeit und Wahrnehmung ausgefüllt werden. Anhand dieser Daten errechnet ein Algorithmus das jeweilige Sturzrisiko. Und die App schlägt dem Nutzer individuell auf sein Risikoprofil angepasste Maßnahmen zur Sturzprävention vor. Das können zum Beispiel das Anbringen von Haltegriffen und bewegungsgesteuerter Beleuchtung in der Wohnung sein, genauso wie Übungen, die helfen sollen, Stürze besser auffangen zu können. Außerdem ist es möglich, das Ergebnis des Mobilitätstests direkt mit dem Arzt oder der Pflegkraft zu teilen.

 

Wie einfach der Mobilitätstest durchzuführen ist, zeigt dieses Video:

Die SturzApp war bereits bei der AOK Nordost im Einsatz, wo sie erfolgreich im (Pflege-)Alltag erprobt und weiterentwickelt wurde. Auch für weitere Pilotprojekte sei man offen, so Lindera Gründerin und CEO Diana Heinrichs. Man wolle sich schließlich in Deutschland auf dem Healthcaremarkt etablieren. Ihr Motto dabei:

Prävention heißt vom Stuhl aufstehen und loslaufen – so wie es die Geriatrie seit Jahrzehnten erprobt hat.“, so Diana Heinrichs, Gründerin und CEO von Lindera.

Mein Fazit:

Zwar steht die SturzApp noch am Anfang, dennoch verspricht sie schon jetzt zahlreiche Vorteile sowohl für Patienten, Ärzte und Pfleger als auch für die Krankenkassen. Im besten Fall senkt sie nicht nur das Sturzrisiko, sondern auch den Pflegeaufwand und folgend auch die Behandlungskosten. Wie wirksam die App tatsächlich ist, wird sich in Studien zeigen. Falls sie hält, was sie verspricht, ist dem Lindera Team der Erfolg sicher. Wir drücken auf alle Fälle die Daumen.

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