Permanente Blutdruckmessung im Ohr

*Werbung – unbezahlt – wegen Namensnennung / Verlinkung* Laut Deutsche Hochdruckliga (DHL) haben rund 20 bis 30 Millionen Menschen in Deutschland Bluthochdruck. Da Bluthochdruck eine häufige Ursache von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, gilt ihrer Früherkennung großes Augenmerk. Schließlich sind sie in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. An einer spannenden Lösung für eine medizinisch genaue permanente Blutdruckmessung in Echtzeit mittels eines elektronischen Mikrosystems im Ohr arbeitet gerade ein Forscherteam.


Die DHL setzt sich seit jeher dafür ein, dass möglichst viele Betroffene von ihrer Bluthochdruckerkrankung erfahren und gute Blutdruckwerte erreichen. Wie wichtig die regelmäßige Messung des Blutdrucks ist, unterstreicht die DHL, indem sie die „Häusliche Blutdruckmessung“ zu ihrem Thema des Jahres anlässlich des Welt Hypertonie Tages gemacht hat. Die konventionelle Blutdruckmessung liefert aber trotz allem immer nur eine Momentaufnahme. Es gibt zwar die Möglichkeit der Langzeitblutdruckmessung mit Manschetten. Aber dabei wird der Patient durch das ständige Aufpumpen der Manschette vor allem in der Nacht erheblich gestört. Hilfreich wäre daher eine Lösung, die eine einfache und permanente Blutdruckmessung ermöglicht. Ein elektronisches Mikrosystem, das kontinuierlich und vor allem nicht-invasiv den Blutdruck misst, könnte ein großer Schritt in diese Richtung sein.

So soll die permanente Blutdruckmessung im Ohr funktionieren

In ein nur wenige Millimeter großes Gerät ist ein winziger Schlauch integriert. Durch eine aktive Erhöhung des Drucks in diesem Schlauch werden die kleinen Wandgefäße im äußeren Gehörgang so lange zusammengedrückt, bis der Blutstrom stoppt. In Kombination mit einer Pulswellenanalyse kann das Gerät dann die absolute Blutdruckhöhe errechnen. Zur Steuerung und Auswertung der Daten dient eine hinter dem Ohr getragene Hörgeräte-Plattform.

Die Forscher haben sich zum Ziel gesetzt, am Ende ein Gerät zu ent­wickeln, das wie ein Hörgerät – oder noch komfortabler – wie ein In-Ear-Kopfhörer getragen werden kann, und sensorbasiert den Blutdruck kontinuierlich misst. Für die individuelle Anpassung sollen später passgenaue Formen aus dem 3D-Drucker sorgen.

Unterschied zur Blutdruckmessung mittels Smart-Watch

Smart Watches können den Blutdruck anhand von Pulswellen oder Änderungen der Blutfülle von Hautarealen nur abschätzen und so nur relative Blutdruckänderungen messen. Bei dem permanenten Blutdruckmessung im Ohr soll es sich hingegen um eine medizinisch genaue kontinuierliche Messung in Echtzeit mit absoluten Blutdruckwerten handeln.

Mein Fazit

Dass die Deutsche Hochdruckliga assoziierter Partner dieses vom Bundesforschungsministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts ist, unterstreicht seine Bedeutung für die Zukunft. Das System könnte eine echte Alternative zur oft als unangenehm empfundenen, manschettenbasierten Langzeitüberwachung des Blutdrucks werden. Es bleibt jetzt nur noch abzuwarten, ob das System wie geplant innerhalb der nächsten zwei Jahre schon Marktreife erlangt.

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Herz-Kreislauf-Erkrankung: Digitales Herzzentrum für die Hosentasche

Eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zählt in Deutschland noch immer zu den häufigsten Todesursachen. Dabei könnten viele Todesfälle durch die frühzeitige Diagnose in Verbindung mit einer umfassenden und lückenlosen medizinischen Versorgung verhindert werden. Genau hier setzt das Unternehmen iATROS mit seinem gleichnamigen digitalen Herzzentrum an.

Ganzheitliche Versorgung bei Herz-Kreislauf-Erkrankung durch echte Ärzte und datenbasierte Diagnostik‍

Die digitale Plattform iATROS hat es sich zur Aufgabe gemacht, Herzpatienten*innen frühzeitig optimal zu behandeln und ihnen dabei eine dauerhafte, statt nur punktuelle, medizinische Versorgung zu gewährleisten. Dazu bündelt iATROS Telemedizin, Coaching, Medikationsplanung und Nachsorge zentral in einer eigens dafür entwickelten App.

„iATROS ist dabei viel mehr als nur Telemedizin fürs Herz, sondern eine ganzheitliche medizinische Plattform von einem interdisziplinären Team speziell für Herzpatienten*innen bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt,“ betont iATROS-Gründer Patrick Palacin. „Wir wollen die Patienten*innen von A bis Z durch erfahrene Ärzte- und Kardiologenteams in Verbindung mit digitalbasierter Diagnostik bestmöglich betreuen, und zwar rund um die Uhr und von überall aus.“

Smarte Technologien für die Gesundheit

Patienten*innen mit Herz-Kreislauf-Erkrankung können ihre Gesundheitswerte wie Blutdruck, EKG, Puls, Blutzucker oder Gewicht mit Hilfe von smarten Armbanduhren und digitalen Messgeräten ermitteln, sie bequem mit ihrer iATROS-App synchronisieren und anschließend mit ihren behandelnden Ärzten*innen in Echtzeit teilen. Der virtuelle Check-In, die telemedizinische Sprechstunde und digitale Patientenakte über die App schließen den Kreis zu einer Rundumversorgung unabhängig von Ort und Zeit.

  • iATROS bietet eine Kombination aus Patienten-App und digitalen EKG- und Blutdruckmessgeräten, Smartwatches oder Körperwaagen
  • Übertragung der persönlichen Gesundheitswerte in Echtzeit an die iATROS-Plattform mit Befundung der Messwerte und persönlicher Beratung durch Ärzte*innen
  • Passgenaue Produktpakete für Menschen mit Bluthochdruck, Vorhofflimmern, Herzschwäche und Koronarer Herzkrankheit

Partnerschaft fürs Herz‍ bei Herz-Kreislauf-Erkrankung

Herz-Kreislauf-Erkankungen: Digitales Herzzentrum für die Hosentasche_HealthcareHeidi_Blogbeitrag_Bild der Gründer
Die Gründer des Digitalen Herzzentrums iATROS und der Connected-Home-Plattform tink; ©iATROS GmbH

Für den Vertrieb seiner E-Health-Plattform hat sich iATROS mit der Smart-Home-Plattform tink.de zusammengetan. Über tink.de können die Patienten*innen die iATROS-Produktpakete bestehend aus dem “Gesundheitsprogramm Herz-Kreislauf” mit Funktionen wie telemedizinischer Sprechstunde, Gesundheitswerte-Dashboard, Gesundheitsschulungen und -coachings oder Medikamentenerinnerungsfunktion sowie einem passenden mobilen Messgerät ordern.

Mein Fazit

Smarte digitale Plattformen wie iATROS, die dabei helfen, Menschenleben zu retten und die Lebensqualität der Betroffenen darüber hinaus zu verbessern, leisten einen wichtigen Beitrag zur modernen Gesundheitsversorgung. Sie sind für mich zu einem unverzichtbaren Werkzeug in der Früherkennung und lückenlosen Behandlung von komplexeren und chronischen Erkrankungen geworden – insbesondere auch in pandemischen Zeiten.


Weitere interessante Beiträge, die ich zum Thema Herz-Kreislauf-Erkrankung empfehle:

CARL – Prognosen nach Herz-Kreislauf-Stillstand verbessern

Homemonitoring bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen


Referenzen:

https://de.statista.com/themen/6d9/todesursachen/

https://dgk.org/pressemitteilungen/todesursache-nummer-eins-woran-es-bei-der-versorgung-von-herzpatienten-in-deutschland-hapert/

https://www.i-atros.com/blog/hallo-tink-das-digitale-herzzentrum-iatros-startet-partnerschaft-mit-tink-de

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HappyMed Videobrille gegen die Angst im OP

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Bestimmte Lebenssituationen machen uns einfach Angst. Beim einen ist es eine bevorstehende Operation, beim anderen der Gedanke an den nächsten Zahnarztbesuch. Die Angst führt zur vermehrten Ausschüttung von Stresshormonen. Diese wiederum erhöhen den Blutdruck, beschleunigen Puls und Atmung, so dass ein Teufelskreislauf aus Angst und Stress beginnt, aus dem Patient*innen ohne psychologische Betreuung oder zusätzliche Sedierung nur schwer alleine herauskommen. Hier soll das audiovisuelle System „Happymed“ für Abhilfe sorgen.


Das Prinzip der audiovisuellen Sedierung

Mehr als 80% der menschlichen Wahrnehmung geht über die Augen und Ohren. So können negative optische oder akustische Reize wie z. B. das Piepsen der Geräte im OP, die Fachgespräche des medizinischen Personals oder das grelle Licht können so Ängste auslösen und Stress verursachen. Umgekehrt kann man über dieselben Sinnesorgane genauso auch positive Gefühle erzeugen, die Ängste lösen können. Dieses Prinzip nennt man audiovisuelle Sedierung. Zahlreiche Studien konnten den Zusammenhang zwischen positiver audiovisueller Ablenkung und geringerem Stress-, Angst- und Schmerzempfinden bereits nachweisen – hier geht’s zu den Studien.    

Was ist und was bewirkt HappyMed?

HappyMed wurde speziell für den Einsatz im medizinischen Umfeld entwickelt, und macht sich genau dieses Prinzip der audiovisuellen Sedierung zunutze. Damit ist es eine einfache und effektive Lösung, die nachweislich das Wohlbefinden der Patienten steigert. Das System besteht aus einer Videobrille, ergonomisch angepassten Surround-Kopfhörern sowie einem Mediencenter mit bereits vorinstallierten Videoinhalten. Das Programm bietet wahlweise Unterhaltung oder Entspannung für jedes Alter – sogar für Kinder. Die Patienten können zwischen Komödien, Hollywoodfilmen, klassischen Konzerten, Natur-Dokumentationen, Kinderfilmen oder Entspannungsinhalten wählen. Nach dem Aufsetzen der Videobrille fühlen sich die Patient*innen deutlich weniger nervös und weniger ängstlich, dafür ruhiger und entspannter.1

Außerdem ist HappyMed ein zertifiziertes Medizinprodukt der Klasse I, so dass ein störungsfreier Einsatz sogar in einem OP mit anderen Geräten möglich ist.

Weitere Vorteile der audiovisuellen Sedierung mit HappyMed:

  • Bei 45 % der Interventionen können durch die HappyMed Videobrille Sedativa, Schmerz- oder Narkosemittel eingespart werden.1
  • Bei 73 % konnte sogar vollständig auf Medikation verzichtet werden.1

Die Geschichte dahinter

Entwickelt und vertrieben wird „Happymed“ von Phillip Albrecht und seinem 2014 gegründeten Unternehmen, der HappyMed GmbH, aus Wien.

„Die Videobrille hilft Patienten, Operationen und andere unangenehme Prozeduren entspannter, abgelenkter und schmerzfreier zu erleben“, sagt der junge Gründer, dessen Mentor der Angstforscher Holger Sauer ist. Die Idee für die Videobrille kam Albrecht vor einigen Jahren, als er selbst eine Wurzelbehandlung über sich ergehen lassen musste.

Wo wird HappyMed bereits eingesetzt und was kostet das?

HappyMed wird deutschlandweit bereits in über 100 Kliniken eingesetzt, darunter in Sana-, Helios-, Asklepios-Klinken sowie in der Berliner Charité. Die Videobrille wird ausschließlich vermietet. Die monatlichen Kosten liegen bei 199 Euro für das komplette System inkl. der Filmlizenzen.

hier geht’s zu den Studien.   schildern Patienten und Mediziner ihre Erfahrungen mit HappyMed in der klinischen Praxis. Reinschauen lohnt sich.

Mein Fazit

Die Videobrille ist ein modernes und effektives Tool, um Operationen ihren Schrecken zu nehmen und sie für uns angst- und schmerzfreier zu machen. Etwas, das sich wohl jeder von uns wünscht. Und das Beste daran, es hilft nicht nur den Patienten, sondern unterstützt und entlastet auch das medizinische Fachpersonal und hilft Medikationskosten einzusparen.


1. Erhebung in mehreren Kliniken einer deutschen Klinikkette (n=110), data on file.

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Digitales Programm gegen Erektionsstörungen

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Erektionsstörungen haben in 50% der Fälle rein organische Ursachen.[1] Häufig sind sie eine Begleiterscheinung von weit verbreiteten und teilweise schweren Allgemeinerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Arteriosklerose. Frühzeitig erkannt kann nicht nur die erektile Dysfunktion sondern auch eine eventuell zugrunde liegende Grunderkrankung effektiv behandelt werden. Das Start-up Kranus Health bietet mit einer App Männern jetzt eine innovative Lösung an, bequem von zu Hause selbst etwas gegen Erektionsstörungen und zugleich etwas für die eigene Gesundheit und zu tun.


Männer und Prävention, das ist ja bekanntlich so eine Sache. Viele gehen erst, wenn es wirklich „zwickt“. Dabei sind zur Förderung der Männergesundheit und zur Steigerung der männlichen Lebenserwartung ein gesundheitsförderlicher Lebensstil mit körperlicher Bewegung, ausgewogener Ernährung und positiver Stressbewältigung wichtig, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät.[2] Jens Nörtershäuser, einer der Gründer des Münchener Start-ups Kranus Health geht noch einen Schritt weiter und sagt: „Professionelle Männergesundheit benötigt einen ganzheitlichen Ansatz. Und genau das bietet das innovative digitale 12-Wochen Programm zur Behandlung von Erektionsstörungen.

Foto der Gründer von Kranus Health
Das Team von Kranus Health vlnr: Nikolay Dimolarov, Thilo Kleinschmidt, Prof. Kurt Miller, Jens Nörtershäuser © 2021, Kranus Health GmbH

Was bietet die App gegen Erektionsstörungen genau?

Das Programm besteht aus drei Hauptkomponenten:

  1. Das Herz-Kreislauf-Training beinhaltet einen detaillierten Trainingsplan, der auf die individuellen körperliche Fähigkeiten des Nutzers zugeschnitten ist. Mit Joggen, Radfahren oder Nordic Walking können Männer nicht nur ihre Ausdauer verbessern. Regelmäßiges Ausdauertraining führt auch zu einer Anreicherung des arteriellen Blutes mit Sauerstoff und führt zu einer besseren Durchblutung des gesamten Körpers und somit auch des Penis.
  2. Das Beckenbodentraining hat das Ziel, die Muskulatur am Beckenboden zu stärken. Durch eine Stärkung dieser Muskulatur nimmt der Blutabfluss aus dem Schwellkörper ab, wodurch die Standfestigkeit und die Ausdauer der Erektion steigen. Das Training ist einfach und schnell durchzuführen, und es lässt sich optimal in den Alltag integrieren.
  3. Traditionelle Männerrollen verhindern eher eine Achtsamkeit und Aufmerksamkeit für den eigenen Körper. Ein mentales Training zielt daher genau auf die Themen Achtsamkeit und Stressabbau.
© 2021, Kranus Health GmbH

In der App sehen die Nutzer ihren Trainingserfolg und damit ihren Therapiefortschritt. Da die App einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, gibt es noch wertvolle Zusatzelemente wie eine enge ärztliche Begleitung. Konkret bekommen Nutzer Zugang zu einem Urologen, von dem sie sich telemedizinisch beraten lassen können. Der Facharzt kontrolliert auch regelmäßig die Fortschritte, motiviert die Teilnehmer und beantwortet natürlich auch deren Fragen. Außerdem bekommen die Nutzer Unterstützung bei Lebensstilveränderungen (z. B. Diäten) und im Bereich der Prävention.

Wie kommt Mann an die App gegen Erektionsstörungen und was kostet sie?

Das Programm befindet sich noch in der Aufbauphase. Daher ist die Teilnahme an dem 12-Wochen Programm für interessierte Männer aktuell noch komplett kostenlos (zur Registrierung).

Mein Fazit

Erektionsstörungen sind nach wie vor ein stark tabuisiertes Thema. Dies ist das erste ganzheitliche digitale Programm zur Therapie von Erektionsstörungen. Damit ist es für betroffene Männer ein niederschwelliges Angebot, ihr „Problem“ in Angriff zu nehmen – gemeinsam mit Spezialisten, aber eben auch ganz bequem von zu Hause. Das sind meines Erachtens wesentliche Voraussetzungen für den Therapieerfolg.

Darüber hinaus kann diese digitale Anwendung dazu beizutragen, Männer zu Gesundheitsexperten in eigener Sache zu machen. Das könnte nicht nur ihr primäres Leiden, die Erektile Dysfunktion bessern, sondern sich insgesamt auf ihren Gesundheitszustand und damit auch auf ihre Lebensqualität und -dauer positiv auswirken.


1. https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/erektile-dysfunktion/ursachen.html

2. https://www.bzga.de/programme-und-aktivitaeten/maennergesundheit/

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Chatable – KI-basierte Hörhilfe

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Wer nicht mehr gut hört, geht heute oft direkt zu einem Hörgeräteakustiker. Dieser veranlasst einen Hörtest. Sind Hörsysteme notwendig, braucht man von einem HNO-Arzt eine Hörsystemverordnung. Trotz Rezept und Zuzahlung der Krankenkasse sind Hörhilfen nicht gerade ein Schnäppchen. Das Startup ChatableApps hat jetzt die erste Version einer digitalen Hörhilfe namens Chatable entwickelt, die auf neuronale Netze setzt, und die einen Hörtest überflüssig machen soll.


Die künstliche Intelligenz in dieser App basiert auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen, um die Stimme des Gegenübers zu verstärken und störende Hintergrundgeräusche wie Musik, Hall und andere Gespräche im Raum nahezu in Echtzeit herauszufiltern. Dadurch soll das Gesprochene in Einzelgesprächen besser zu verstehen sein. Somit soll auch das Zuhören weniger anstrengend sein.

Was macht Chatable so besonders?

Grundlage dafür ist eine speziell entwickelte KI-Lösung namens VOXimity, die dafür sorgt, dass die Stimme der Person, die den Menschen mit Hörminderung anspricht, laut und deutlich zu verstehen ist. Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen zur Entfernung von Hintergrundgeräuschen – bei denen versucht wird, unerwünschte Geräusche zu kennzeichnen und zu entfernen – identifiziert die KI von ChatableApps die Stimme, die man hören will, und erzeugt eine neue, identische Sprachspur, die (mehr oder weniger) genauso klingt wie das Original, aber ohne andere Hintergrundgeräusche. Diese Technik bezeichnet man als „End-to-End neurale Sprachsynthese“.

Für wen ist Chatable geeignet?

Die App funktioniert laut Hersteller bei gering, mittel, schwer und hochgradig verringertem Hörvermögen, und das ohne, dass ein Hörtest erforderlich ist. Außerdem kann sie als Notfall-Hörgerät genutzt werden, wenn im normalen Hörgerät der Akku leer ist oder dieses beschädigt ist. Auch zum Fernsehen sei sie geeignet.

So funktioniert Chatable

Für die Nutzung der App braucht man neben einem Smartphone nur noch Ohrhörer. Verwendet man Bluetooth-Ohrhörer, dann muss man darauf achten, dass diese auch mit dem Smartphone gekoppelt sind.

  1. Ohrhörer anschließen.
  2. Das Smartphone zwischen sich selbst und dem Gesprächspartner auf dem Tisch platzieren.
  3. Den Schalter am unteren Ende der Benutzeroberfläche nach rechts schieben, um die App einzuschalten.
  4. Den Lautstärkeregler nach oben schieben, bis man sein Gegenüber in einer angenehmen Lautstärke verstehen kann.
  5. Anschließend den Regler für die Hintergrundgeräusche nach unten ziehen, um störende Nebengeräusche herauszufiltern.

In der kostenlosen Version kann man die App in begrenztem Umfang nutzen. Den vollen Funktionsumfang der App kann man über ein kostenpflichtiges Abonnement freischalten. Dann kann man die Schieberegler vollständig nutzen.

Was kostet Chatable?

Für iOS ist die App bereits verfügbar. Aktuell kostet die Nutzung der deutschsprachigen App in der Vollversion laut App-Store entweder 11,99 € monatlich oder 69,99 € pro Jahr. Eine Android-Version soll noch im Laufe des Jahres erscheinen.

Mein Fazit

Chatable ist sicherlich eine im Vergleich zu konventionellen Hörsystemen kostengünstige App. Ob sie in puncto Qualität mit individuell von Hörgeräteakustiker*innen angepasste Geräten mithalten kann, müssen die Anwender selbst entscheiden. Wir haben bislang nur die kostenfreie Version getestet. Zugegeben, wir verfügen noch über unser Hörvermögen. Daher ist eine faire Beurteilung natürlich nicht möglich. Beim Test befanden wir uns in einem Raum, in dem das Fenster zu einer stark befahrenen Straße geöffnet war. Eine gewisse Unterdrückung der Hintergundgeräusche war feststellbar. Etwas befremdlich fanden wir, dass man auch seine eigene Stimme über die Ohrhörer wie eine Roboterstimme hört. Von der Usability her ist die App aber auf alle Fälle total einfach und intuitiv bedienbar. Eine Smartphone und Wir sind gespannt auf die Erfahrungsberichte „echter“ Nutzer.

Im Bereich innovative Hörhilfen tut sich so einiges. Interessant ist daher auch mein Post über die Hörkontaktlinse.

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Hörkontaktlinse: Weltneuheit kommt 2021

Unser Gehör ermöglicht es uns, unser Umfeld wahrzunehmen, uns zu orientieren und mit anderen zu kommunizieren. Ein beeinträchtigtes Hörvermögen hat deshalb folgenreiche Auswirkungen auf unser alltägliches miteinander. Glücklicherweise gibt es Technologien, die helfen, die Schwierigkeiten eines Hörverlustes zu überwinden. Die Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor, über die ich bereits 2018 hier berichtet habe, ist in diesem Bereich wegweisend. Daher freut es mich, dass das Projekt weiter voranschreitet. Ein super Anlass, um Euch über die neusten Fortschritte zu informieren.

Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor: Nächste Projektphase startet

Die vom Mannheimer Start-Up Vibrosonic und seinen Forschungspartnern Fraunhofer-Institut, TU Berlin, Uniklinik Tübingen und auric entwickelte Hörkontaktlinse geht in Kürze in die nächste Projektphase. Es startet die klinische Studie zur Zulassung des Systems mit 20 hörgeschädigten Probanden, denen das Miniaturhörgerät durch einen Arzt auf das Trommelfell gesetzt wird. Verläuft die Testphase positiv, bekommt die Hörkontaktlinse die für Medizinprodukte in Deutschland vorgeschriebene CE-Kennzeichnung. Ein entscheidender Schritt für die 2021 geplante Markteinführung. Das System kommt anfangs nur auf den deutschen Markt. Nach einer Etablierungsphase werden weitere europäische Länder folgen.  

Aktuell ist ein Pilotversuch mit 5 normalhörenden Probanden erfolgreich abgeschlossen worden. Hier wurden Höreindruck und Schallleistung vermessen. Dies kann auch bei normalhörenden Menschen durchgeführt werden, da es sich um objektive Messdaten wie Lautheit, Bandbreite und Anregungsfrequenzen handelt.

Hörkontaktlinse: 85 Prozent aller Schwerhörigen profitieren 

Geeignet ist die weltweit einzigartige Hörhilfe für Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust. Das sind rund 85 Prozent aller Schwerhörigen. Sie profitieren vor allem davon, dass die Hörkontaktlinse einen sehr breiten Frequenzbereich abdecken kann. Ein gesunder Mensch hört für gewöhnlich Töne im Frequenzbereich von 20 bis 20 000 Hertz. Bei einsetzender Schwerhörigkeit, auch Hypakusis genannt, nimmt der Mensch zunächst höhere Töne nicht mehr wahr. Genau hier liegt die Stärke des Vibrosonic-Aktor. Durch die Platzierung auf dem Trommelfell kann er Frequenzen bis zu 16.000 Hertz übertragen – also auch sehr hohe Töne. Gerade diese Töne sind für das Richtungshören, das Sprachverstehen im Allgemeinen sowie das Erfassen komplexer Hörsituationen wichtig. Konventionelle Hörgeräte können lediglich den Bereich zwischen 200 und 8000 Hertz abbilden.

Mikrosystemtechnik: Hörgerät der Zukunft

Die Hörkontaktlinse Vibrosonic-Aktor ist das erste Hörgerät, das mittels Mikrosystemtechnik gefertigt wird. Das Minihörgerät bietet trotz kleinster Abmessung ein überragendes Hörergebnis. Einzelne Strukturen sind tausendmal kleiner als die Dicke eines menschlichen Haare. Mikrofon, Klangprozessor und eine aufladbare Mikrobatterie sind direkt in die Hörkontaktlinse integriert. Das Hörgerät bleibt immer im Ohr, ein Batteriewechsel ist nicht erforderlich. 

© Hörkontaktlinse Vibrosonic GmbH

Der Vibrosonic-Aktor auf einen Blick:

  • Mikrohörgerät direkt auf dem Trommelfell, von außen praktisch nicht sichtbar
  • Für den Träger kaum zu spüren
  • Kabelloses laden über einen Induktionskopfhörer
  • Deckt breiten Frequenzbereich ab und kommt einem natürlichen Hörerlebnis sehr nahe
  • Geeignet für 85 Prozent aller Schwerhörigen
  • Markteintritt in Deutschland für 2021 erwartet

 

Mein Fazit

Die Hörkontaktlinse ist ein technischer Meilenstein. Nicht umsonst erhielt die Vibrosonic GmbH den Mannheimer Existenzgründungspreis „Mexi“ für besonders erfolgversprechende Start-Ups. Die Entwicklung der Hörkontaktlinse unterstreicht für mich die Wichtigkeit des Forschungsstandorts Deutschland und seine Rolle in der Mikrosystemtechnik. Die Vorteile des Systems liegen klar auf der Hand und es kann die Hörgeräteversorgung der Zukunft maßgeblich mitgestalten. Daher drücke ich dem Entwicklungsteam für 2021 ganz fest beide Daumen.

Weitere Impressionen zum Projekt und dem „Mexi“ gibts hier.

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Vivy – Die digitale Gesundheitsassistentin

Wer kennt es nicht? Man geht zum Arzt und es fehlen wichtige Dokumente, z.B. die von einem Spezialisten. Oder der Facharzt verschreibt ein Medikament, das sich nicht mit der Medikation des Hausarztes verträgt. Mit diesen und ähnlichen Problem soll jetzt für rund 13,5 Mio. Versicherte dank einer digitalen Gesundheitsassistentin Schluss sein.

Seit dem 17. September steht die App Vivy u.a. den Versicherten der DAK-Gesundheit und Allianz kostenfrei zur Verfügung. Sie ist nicht nur die erste kassenübergreifende, elektronische Gesundheitsakte (eGA). Vielmehr wird sie von Ihren Schöpfern als „persönliche Gesundheitsassistentin“ gesehen. Mit einem Team aus Gesundheits-, Datensicherheits-, Design- und Usability-Experten haben Christian Rebernik (CEO) und Rowanto Rowanto (CTO) mit der Vivy GmbH die gleichnamige App entwickelt. Dieses digitale, kassenübergreifende Projekt könnte in Deutschland zum Vorreiter im Healthcare-Sektor werden. Doch welche Vorteile bietet die App Ärzten und Patienten? Und wie steht es um den Schutz der äußerst sensiblen Daten?

Vivy - Die digitale Gesundheitsassistentin-HealthcareHeidi-02
In der App lassen sich unter anderem Notfalldaten wie Alter, Gewicht, Blutgruppe oder Allergien festhalten. Die Daten können von Einsatzkräften im Ernstfall sofort über einen QR-Code ausgelesen werden. ©Vivy GmbH

Was Vivy leisten kann:

Die Einsatzmöglichkeiten sind schon jetzt vielfältig: die App kann nicht nur Dokumente wie z.B. Impfpässe, Medikationspläne, Laborwerte oder Röntgenbilder speichern und teilen. Es können auch Befunde direkt von behandelnden Ärzten angefordert werden. Zudem erinnert Vivy an Arzttermine oder warnt vor möglichen Wechselwirkungen bei der Medikamenteneinnahme. Wer technik- und fitnessaffin ist, kann die App auch mit seinem Fitnesstracker vernetzen und so die eigenen Vitaldaten aufzeichnen. Ebenfalls integriert ist ein Notfallpass. Dabei handelt es sich um einen QR-Code, der von Rettungskräften im Notfall sofort ausgelesen werden kann. Hier sind überlebenswichtige Daten wie z.B. Blutgruppe, Vorerkrankungen oder Notfallkontakte gespeichert, die vom Nutzer jederzeit aktualisiert werden können. Derzeit können rund 13,5 Mio. Versicherte aus 16 Krankenkassen die beschriebenen Features kostenlos nutzen.

Wie es um die Datensicherheit steht:

Grundsätzlich gilt für Vivy: allein der Nutzer hat Zugriff auf seine Daten, es sei denn er teilt sie. Er kann die Daten jederzeit an seine Ärzte, Krankenkasse oder Familie weiterleiten. Da das Nutzerkonto von Vivy an die Telefonnummer des Nutzers sowie sein selbst festgelegtes Passwort geknüpft ist, haben Fremde keinen Zugriff auf die sensiblen Daten, sollte das Smartphone in die falschen Hände gelangen. Zudem werden die Daten nicht lokal, also auf dem Smartphone gespeichert, sondern sind auf ISO-zertifizierten Servern in Deutschland untergebracht. Auch von offizieller Seite gilt Vivy als äußerst sichere App. Sie ist CE-zertifiziert und wurde vom TÜV Rheinland als „sichere mobile Applikation“ ausgezeichnet.

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Das macht der Wettbewerb:

Die Konkurrenz schläft nicht. So bieten auch andere Krankenkassen bereits Apps für verschiedene Bereiche an. Die 10,2 Mio. Versicherten der Techniker Krankenkasse beispielsweise können die TK-App nutzen, hinter der sich hauptsächlich Informationen und Services rund um die Krankenkasse und ihre Leistungen verbergen. Die Barmer hingegen bietet gleich mehrere Apps mit unterschiedlichen Funktionen wie Services, Hörtests oder das „Arzt-Navi“ an. Jedoch ist jede Funktion nur in der dazugehörigen App nutzbar. Dadurch ist der Umgang mit den Services aufwändiger und komplizierter als mit der persönlichen Gesundheitsassistentin.

Achtung Verwechslungsgefahr:

Auch wenn sie ähnliche Bezeichnungen tragen, so muss doch klar zwischen der elektronischen Gesundheitsakte (eGA) und der, vom Gesetzgeber geplanten, elektronischen Patientenakte (ePA) unterschieden werden.

In Zukunft soll es möglich sein, die ePA auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) einzurichten. Dort sollen künftig wichtige medizinische Daten abgelegt werden. Der Patient soll hier, wie bei der eGA, ebenfalls selbst darüber bestimmen können, welche Daten gespeichert werden und welche nicht. Aktuell stellt sich der zuständigen gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH) die Frage wann und von wem welche Daten unter welchen Bedingungen ausgelesen werden können.

Bei der eGA handelt es sich um die Anwendung eines Drittanbieters, deren Nutzung durch Versicherte von den Krankenkassen finanziell gefördert werden kann. Voraussetzung hierfür ist u.a., dass die eGA Erhebung, Verarbeitung und Nutzung medizinischer Daten wie Befunde, Diagnosen, Therapien u.v.m. für eine fall- und einrichtungsübergreifende Dokumentation über den Patienten unterstützt.

Mein Fazit:

Illustration eines zufriedenen Arztes
©Pixabay

Vivy ist eine praktische Anwendung für Versicherte, um alle Gesundheitsdaten zu bündeln und jederzeit zur Hand zu haben. Wer mit den zahlreichen Features richtig umzugehen weiß, hat eine vielfältige „digitale Gesundheitsassistentin“ in der Hosentasche. Auch der Notfallpass kann in Ausnahmesituationen hilfreich zur Lebensrettung sein, sofern die Retter wissen, worum es sich beim entsprechenden QR-Code handelt. Nicht nur Rettungskräfte sondern auch Ärzte und andere medizinische Fachkräfte müssen sich erst einmal mit der Bedienung und dem Umgang mit Vivy auseinandersetzen, bevor eine Verwendung wie vorgesehen möglich ist.

Im Gegensatz zur ePA hat Vivy den Vorteil, interaktiv zu sein. Der Patient kann selbstständig vielfältiges Material in der App speichern, abrufen und versenden. In der ePA können hingegen nur ausgewählte Daten von Fachpersonal gespeichert und ausgelesen werden. Es handelt sich dabei um einen reinen Datenspeicher ohne weitere Funktionen zur Interaktion. Auch im Vergleich zu anderen Health-Apps besticht Vivy vor allem durch die Vielseitigkeit der Anwendungsmöglichkeiten.

Für einen sinnvollen und sicheren Umgang mit der App ist eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Funktionen und Sicherheitsfeatures von Vivy Pflicht. Wenn Versicherte (und Mediziner) sich intensiv mit den Möglichkeiten und Risiken der Nutzung auseinandergesetzt haben, können gut 13,5 Mio. Versicherte die praktische digitale Gesundheitsassistentin nutzen. Dennoch sollte sich jeder Nutzer darüber im Klaren sein, welche sensiblen Daten er in die App eingeben und eventuell auch teilen möchte.

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Unyvero – Innovatives Diagnostiksystem bei Krankenhauskeimen

Das innovative und umfassende Diagnostiksystem Unyvero ermöglicht es, schwere Infektionserkrankungen bei hospitalisierten Patienten in nur 4 bis 5 Stunden zu diagnostizieren.

Gefahr Krankenhauskeime

Ins Krankenhaus kommen Patienten üblicherweise mit der Hoffnung wieder gesund zu werden. Mitunter passiert jedoch genau das Gegenteil: Sie stecken sich in der Klinik mit Keimen an. In Europa passiert das laut Schätzungen des Fachblattes „Plos Medicine“ 2,6 Millionen Mal pro Jahr. Rund 91.000 Menschen sterben sogar an den Folgen der sogenannten nosokomialen Infektionen. Vor allem Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden, haben aufgrund ihrer Grunderkrankung und der häufigen Verwendung von Kathetern und Beatmungsgeräten ein besonders hohes Infektionsrisiko.

Antibiotikaresistenzen nehmen zu

Gerade in Deutschland ist das Sepsisrisiko besonders hoch. Dabei könnten viele Infektionen verhindert werden, wenn sich die Kliniken an die konsequente Umsetzung von Hygienestandards, strikte Isolierung von Risikopatienten und Weiterverfolgung besiedelter Patienten auch außerhalb der Kliniken halten würden. Durch diese Versäumnisse hat die Keimzahl bei uns in den letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen. Viele  Keime sind mittlerweile multiresistent und somit gegen Antibiotika immun. Diese durch Antibiotikaresistenzen ausgelösten Infektionserkrankungen sind zu einer erheblichen Krankheitslast geworden, die zu einer der Haupttodesursachen zählt.

Der erfolgreiche Kampf gegen solche Infektionserkrankungen erfordert daher ein sektorübergreifendes Handlungskonzept, wie es sich bereits in den Niederlanden bewährt hat, sowie eine schnellere und umfassendere Diagnostik. Gerade unter dem Aspekt, dass die herkömmliche Analyse einer nativen Probe mindestens 2 Tage dauert und die Klinikärzte meist schon vorher mit der Antibiose beginnen, ohne die exakten Ergebnisse und Resistenzen zu kennen. Damit gehen sie das Risiko einer Fehlbehandlung ein.

So geht moderne Diagnostik mit Unyvero

Die von der Firma Curetis aus Holzgerlingen bei Stuttgart entwickelte Plattform „Unyvero“ schafft hier Abhilfe. Es handelt sich um ein schnelles und umfassendes Diagnostiksystem für schwere Infektionserkrankungen bei hospitalisierten Patienten, welches innerhalb von 4-5 Stunden valide Ergebnisse liefert.

Das Unyvero-System besteht aus dem Unyvero L4 Lysator, dem Unyvero A50 Analyzer sowie dem Unyvero C8 Cockpit. Eine spezielle Betriebssoftware, entsprechendes Zubehör sowie aktuelle unterschiedliche Einwegkartuschen für die Detektion von Infektionskrankheiten runden das System ab. Zudem kann das System aufgrund seiner einfachen Bedienung ohne qualifiziertes Laborpersonal direkt am „Point of Need“, z.B. auf der Intensivstation, in der Mikrobiologie bzw. im Zentrallabor eingesetzt werden.

© Curetis GmbH, Unyvero-System

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Schnelle, einfache und umfassende Diagnostik bei schweren Infektionserkrankungen
  • Von der nativen Probe zu klinisch relevanten Antworten in nur wenigen Stunden
  • Deutlich frühere und gezielte Therapieentscheidungen möglich
  • Bessere medizinische Ergebnisse für die Patienten
  • Einsparpotenziale für die Krankenhäuser (Healthcare-Factor)

 

Mein Fazit:

Die in Deutschland unverhältnismäßig hohe Sepsissterblichkeit unterstreicht die Notwendigkeit, neue Strategien zur Vermeidung und Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Sepsis zu entwickeln und bereits bestehendes Know-How konsequent zu nutzen. Curetis schafft mit seinem Unyvero-System für alle am Gesundheitssystem Beteiligten einen klaren Mehrwert. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Nutzen zukünftig übergreifend anerkannt wird und solche Innovationen flächendeckend als Standard eingesetzt werden.

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Digitaler Urintest für Zuhause

Urin enthält eine Vielzahl von gesundheitsrelevanten Informationen. Durch einen Urintest können beispielsweise ernste Erkrankungen frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden. Durchschnittlich gehen wir bis zu sechs Mal pro Tag auf die Toilette und spülen dabei Unmengen dieser wertvollen Informationen den Lokus hinunter. Da drängt sich schnell die Frage auf, warum wir eine so wichtige Ressource nicht für uns nutzen.

Tägliche Routine für die Gesundheit

Genau das haben sich auch die Medipee-Gründer Thomas Prokopp, Frank Willems und Paul Bandi gedacht und einen automatisierten Urintest für die heimische Toilette entwickelt, der sich ohne großen Aufwand installieren und in die tägliche Routine integrieren lässt wie das regelmäßige Zähneputzen.

Gadget analysiert Urin und überträgt die Werte an das Smartphone

Das etwa faustgroße Medipee-Messgerät passt in alle Tiefspültoiletten und wird wie ein WC-Duftstein am Toilettenrand angebracht. Tiefspültoiletten gehören zu den gängigsten Toilettentypen in der westlichen Welt. Man kann das Messgerät somit einfach und schnell ohne größeren Aufwand in den meisten Haushalten installieren. Und hygienisch ist das Ganze natürlich auch. Medipee besteht aus einem beschichteten Kunststoff, an dem Flüssigkeiten abperlen. Darüber hinaus kann das Gerät durch die Bestrahlung mit UV-Licht komplett desinfiziert werden.

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Medipee-Messgerät, © Medipee GmbH

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So funktioniert der Urintest

Nach der physischen Installation wird das Gerät per Bluetooth mit dem Smartphone und der dazugehörigen App gekoppelt und durch einen Tastendruck aktiviert. Sobald Medipee den Urinfluss erkennt, erfolgt die automatisierte Messung. Dazu senkt sich während des Wasserlassens ein dünner Sensorarm mit einem Testblättchen aus dem Gerät in den Urin herab. Nach ein paar Sekunden fährt der Arm wieder ein und die Sensorik beginnt die Auswertung. Die so gewonnen Messwerte werden anschließend per Bluetooth auf das Smartphone übertragen. Sinnvoll ist eine Messung an zwei Tagen pro Woche. Durch die Speicherung der Daten in der App können neben den einmaligen Stichprobenwerten auch Verläufe dokumentiert werden. Verändern sich die Werte im Verlauf, können so eventuelle Einflussfaktoren isoliert werden. Die Analyseparameter reichen dabei von klassischen Urintests (Blut, Ketone, Glucose, Eiweiß, pH, Schwangerschaft und Ovulation) bis hin zu speziellen Markern wie bestimmte Drogen.

Einen Haken hat die Sache. Bis Medipee Einzug in unsere heimischen Badezimmer hält, dauert es noch. Der der Markteintritt ist erst für 2019 geplant. Dann ist das Gerät für rund 250 Euro inkl. einem Jahr Garantie im Online-Shop, bei Amazon und in Apotheken erhältlich.

Weitere Informationen zu Medipee gibts hier oder im folgenden Video.

Mein Fazit zum digitalen Urintest

Ein Urintest in der Arztpraxis liefert immer nur eine Momentaufnahme. Regelmäßiges Messen am heimischen WC hingegen ermöglicht auch die Beobachtung bestimmter Werte über einen längeren Zeitverlauf. Wenn zukünftig die zuhause gewonnen Informationen auch noch direkt an den Arzt übermittelt werden können, kann das bei bestimmten Patienten wie z. B. Diabetikern durchaus sinnvoll sein, um so eine mögliche Verschlechterung der Nierenfunktion frühzeitig zu erkennen. Damit ist Medipee aus unserer Sicht weit mehr als nur ein praktischer DIY-Gesundheitstest für zwischendurch.

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Vorhofflimmern mit Wearable entdecken

Ein Mini-EKG-Gerät in Form eines innovativen Pflasters, das einfach auf den Burstkorb aufgeklebt wird, zeichnet über zwei Wochen EKG-Signale auf. So kann auch nur sporadisch auftretendes Vorhofflimmern zuverlässig erkannt werden.

Hintergrund zum Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist für ein Drittel aller Schlaganfälle verantwortlich. Bei den meisten Patienten tritt es aber nur sporadisch auf. Daher wird es bei Routineuntersuchungen beim Arzt oftmals gar nicht oder allenfalls als Zufallsbefund entdeckt. Das ist riskant, denn bei jedem fünften Patienten wird die Diagnose erst nach dem ersten Schlaganfall gestellt.

Bei manchen Risikopatienten wird daher ein Langzeit-EKG veranlasst. Früher waren dafür nur sehr unhandliche Geräte im Einsatz, die der Patient rund um die Uhr mit sich führen musste. Die Miniaturisierung der Technik ist inzwischen zum Glück weit vorangeschritten. Zio ist eines dieser innovativen Mini-EKG-Geräte, die heute ein patientenfreundliches Langzeit-Monitoring ermöglichen. Es wurde von der iRhythm Technologies entwickelt und ist in den USA auch bereits zugelassen.

So geht zeitgemäßes Langzeit-EKG mit Zio

Zio ist ein Pflaster, in das ein kleiner Rekorder integriert ist. Zio wird auf den Burstkorb aufgeklebt und zeichnet über 2 Wochen kontinuierlich EKG-Signale auf.

 

Vorteil für Patienten:

Zio ermöglicht ein komfortables lückenloses EKG-Monitoring ohne Kabelgewirr. Man kann damit problemlos schlafen, Sport treiben und sogar duschen.

Vorteil für Ärzte:

Zio liefert nicht nur einen Report sondern auch gleich noch eine Interpretation der aufgezeichneten Werte mit dazu.

Die mSToPS-Studie („mHealth Screening To Prevent Strokes“)

Dieses Mini-EKG-Gerät wurde nun in einer randomisierten klinischen Studie getestet.

Ziel der Studie war es herauszufinden, wie gut Zio Vorhofflimmern entdecken kann und welche klinischen Konsequenzen sich daraus ergeben.

An der Studie nahmen 2.659 Personen teil. Das Durchschnittsalter betrug 72,4 Jahre.

Die Teilnehmer erhielten entweder sofort oder nach vier Monaten das Pflaster mit dem Rekorder, der die EKG-Signale über zwei Wochen aufzeichnete.

In der Gruppe, die das Pflaster zuerst erhielt, wurde in den ersten vier Monaten bei 3,9 % der Teilnehmer ein Vorhofflimmern neu diagnostiziert. In der Vergleichsgruppe wurde in der gleichen Zeit die Diagnose nur bei 0,9 % der Teilnehmer gestellt. Der Unterschied von 3,0 % war statistisch signifikant.

In einer zweiten Analyse wurde die Zahl der Diagnosen im Verlauf eines Jahres in beiden Screening-Gruppen mit einer Kontrollgruppe verglichen, die nicht am Screening teilgenommen hatte. Die Inzidenz war bei den gescreenten Personen mit 6,7 auf 100 Personenjahre deutlich höher als in der Kontrollgruppe, in der nur 2,6 Neudiagnosen auf 100 Personenjahre gestellt wurden. Die Differenz von 4,1 Personenjahren war ebenfalls signifikant.

Das aktive Monitoring hatte auch zur Folge, dass bei mehr Patienten als in der Vergleichsgruppe eine Behandlung mit oralen Antikoagulanzien (5,7 versus 3,7 pro 100 Personenjahre) initiiert wurde.

Fazit

Mit Hilfe dieses Wearables kann die Früherkennung des Vorhofflimmerns eindeutig verbessert werden. Ob das Screening und die daraus resultierenden therapeutischen Konsequenzen wie z. B. der Einsatz von NOAKs allerdings helfen werden, Schlaganfälle künftig zu verhindern, müssen weitere Studien erst noch klären.

Das internationale Expertengremium AF-Screen ist jedenfalls der Ansicht, dass ein flächendeckendes Screening auf Vorhofflimmern weltweit hundert­tausende Schlaganfälle verhindern könnte. AF steht übrigens für atrial fibrillation, die englische Bezeichnung für Vorhofflimmern. AF-Screen ist ein Verbund, in dem sich inzwischen immerhin 147 Kardiologen, Neurologen, Hausärzte, Gesund­heitsökonomen, Pfleger, Apotheker und Vertreter von Patientenorganisationen aus 37 Ländern zusammengeschlossen haben. In einer Publikation in Circulation schreibt AF-Screen auch, dass für die Bestätigung der Diagnose Vorhofflimmern ein EKG erforderlich ist. Damit sollten zum Screening von Vorhofflimmern nach Ansicht von AF-Screen Devices, die ein zuverlässiges EKG liefern gegenüber Puls-basierten Devices bevorzugt werden.

Über eine pulsbasierte Lösung zum Vorhofflimmern-Screening, die ein deutsches Unternehmen entwickelt hat haben wir bereits berichtet. Mit der Preventicus Heartbeat App können Patienten selbst ihren Herzrhythmus mit dem Smartphone ohne weiteres Zubehör erfassen und dokumentieren.

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